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So groß wie die Jahnhalle, die im Bild zu sehen ist, soll die neue Dreifachturnhalle werden. Das Foto entstand im Mai, als FOS-Schüler dort ihre Abschlussprüfungen schrieben.

Erste Kostenschätzung

Neue Dreifachturnhalle kostet 5,8 Millionen

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Weilheim – Die neue Dreifachsporthalle, die auf dem Festplatzgelände neben der Kegelanlage entstehen soll, nimmt langsam konkrete Formen an – zumindest auf dem Papier.

Man hatte wohl kaum niedrigere Summen erwartet. Und doch ließ die erste Kostenschätzung, die Architekt Christoph Roppelt vergangenen Dienstag im Bauausschuss des Stadtrates präsentierte, die Versammelten schlucken. Zumal es mit dem Turnhallenbau allein ja nicht getan ist. Vom Hausmeister über Energie- und Reinigungskosten bis zum Winterdienst: „Da darf man sich nichts vormachen“, sagte Bürgermeister Markus Loth (BfW), „die Halle kostet was – und sie kostet ordentlich was“.

Angesichts der bevorstehenden Haushaltsberatungen betonte der Rathaus-Chef denn auch, dass die Stadt ihre Pflichtaufgaben nicht vernachlässigen dürfe. „Wenn man abwägen müsste, würde die Sporthalle rausfallen“, so Loth. Doch er unterstrich auch: „Wir wollen diese Halle.“ Sie sei nicht zuletzt eine Investition in die Jugend.

An der Notwendigkeit der zusätzlichen Dreifachturnhalle ließ TSV-Vorsitzender Dieter Pausch keinen Zweifel aufkommen. „Ich kann Ihnen versichern, die Halle wird zu 100 Prozent voll“, sagte er in der Bauausschuss-Sitzung. Denn mit zunehmender Nachmittagsbetreuung bräuchten die Schulen immer mehr Hallenzeiten – die den Sportvereinen dann fehlen. Und der TSV wolle auch Zug um Zug „aus den kostenintensiven Landkreis-Hallen heraus“.  Der TSV 1847 Weilheim tritt als Bauherr der neuen Sporthalle auf, an der Baufinanzierung beteiligt er sich mit 400 000 Euro. 800 000 Euro Zuschuss sind laut Pausch vom Bayerischen Landes-Sportverband (BLSV) zu erwarten. Den Löwenanteil freilich hat die Stadt zu tragen. Sie wird nach Fertigstellung auch Eigentümerin der Halle; der TSV übernimmt dann „im Auftrag der Stadt die Hallenverwaltung und Zuteilung der Stunden“, erklärte Bürgermeister Loth: „wie eine Art Sportamt der Stadt“. Damit habe man gute Erfahrungen gemacht, „der TSV versucht das schon gerecht zu machen und andere Vereine nicht zu benachteiligen“. Funktioniere es nicht, könne die Stadt die Hallenverwaltung immer noch an sich nehmen, so Loth. Laut Pausch werde die neue Sporthalle auch vormittags genutzt, „die Oberlandschulen haben sehr großes Interesse“. Seitens des TSV soll der Schwerpunkt dort auf Ball- und Kampfsport liegen. Wegen der Ballsportler dürfe die Halle auch nicht kleiner werden, wenngleich sich so Geld einsparen ließe. Doch bei dreigeteilter Nutzung wären sonst etwa Basket-, Hand- oder Volleyball nur eingeschränkt möglich. Hingegen wolle man für Turnen nur die „Grundausstattung“ im Boden installieren, die auch die Schulen bräuchten. „Turner-Leistungszentrum bleibt die Hardtschulhalle“, so Pausch.

Architekt Roppelt beschrieb seinen Grobentwurf für die neue Dreifachhalle als „eine recht wirtschaftliche Lösung“. Sie sei neben der Kegelanlage mit kurzen Erschließungswegen möglich, die Parkplätze des Festplatzes könnten mitbenutzt werden. Eine Rampe vom Ammerdamm ins Obergeschoss spare einen Aufzug. Und beheizen könne man die Sporthalle von der Stadthalle aus: Deren Heizanlage sei relativ neu, und dort wäre auch Platz für eine zweite Heizung. Roppelt: „Das wäre eine gute Übergangslösung, bis eventuell ein Fernwärmenetz kommt.“

Stadtbaumeisterin Andrea Roppelt wertete die Planung als „städtebaulich sehr gute Lösung: Die Halle schmiegt sich an den Ammerdamm“. Allerdings müsse für den dortigen Bouleplatz dann „eine andere Lösung gesucht werden“. Gut fanden den Entwurf – trotz des Kostenvolumens – auch die Stadträte im Bauausschuss: Sie stimmten der Planung grundsätzlich zu – einstimmig.

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