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Neue Lieder für die neue Orgel

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Weilheims Kirchenmusiker Jürgen Geiger.
Weilheims Kirchenmusiker Jürgen Geiger. © Foto: Archiv/Ruder

Weilheims Kirchenmusiker Jürgen Geiger und Stadtpfarrer Engelbert Birkle haben Lieder für einen ökumenischen Liederwettbewerb komponiert. Diese werden am 8. und 9. Januar in Gottesdiensten in Mariae Himmelfahrt und St. Pölten vorgestellt. Dazu ein paar Fragen an die Schöpfer.

Anlass für die Komposition war der Ökumenische Liedwettbewerb: Wann fand er statt und wie lief er ab?

Birkle: Der Einsendeschluss war der 30. April 2021. Anlass für den Wettbewerb war das Jubiläum „1700 Jahre Sonntag als arbeitsfreier Tag“, ein Edikt des Kaisers Konstantin. Insgesamt gab es 215 Einsendungen. Geiger: Pater Stefan Kling, der Leiter des Augsburger Amts für Kirchenmusik, und Stefan Nerf, der Referent für Neue Geistliche Musik, waren von unseren beiden Liedern unmittelbar begeistert.

Wie kamen Sie auf die Idee, an einem solchen Wettbewerb teilzunehmen?

Birkle: Auslöser zum Mitmachen bei dem Liedwettbewerb war ehrlich gesagt schon das ausgelobte Preisgeld, das wir leider nicht bekommen haben. 2500 Euro wäre ja ein Prozent der Summe gewesen, die in der Finanzierung der neuen Orgel noch fehlt. Man muss dem Glück ja eine Chance geben…

Haben Sie gemeinsam schon öfter getextet und komponiert?

Geiger: Ja! Unser erstes Werk war das „Te deum“ für Tenor, Bariton, Kinderchor, gemischten Chor und Orchester, das 2015 auf dem Marienplatz uraufgeführt wurde. Besonders viel positive Resonanz aus ganz Deutschland und anderen Ländern gab es für unser Chorlied „Taborweg“. Es wurde 2017 im Weilheimer ZDF-Fernsehgottesdienst gesungen. Für den Gottesdienst im Bayerischen Rundfunk 2019 entstand für ein Gesangsolistenensemble das Lied „Stephanus“. Großangelegt, mit mehreren eigenen Chorstücken, war das lyrische Gebet „ChristusDu“.

Hat jeder in seinem Bereich ganz für sich gearbeitet oder waren Sie während des kreativen Prozesses im Austausch?

Birkle: Zunächst hat jeder für sich allein gearbeitet. Ich habe die Texte vorgelegt und darauf basierend komponierte Jürgen Geiger die Melodien. Dann gab es eine starke gemeinsame kreative Phase, in der die Melodie noch weiterentwickelt wurde, und der Text in der Silbenzahl und in der Singbarkeit noch viele Nachbearbeitungen erfahren hat. Im Lockdown des Frühjahres 2021 waren die Arbeitsphasen ein echter Lichtblick unseres Schaffens. Geiger: Absolut! Die Zusammenarbeit war sehr bereichernd.

An welche Adressaten richten sich die Lieder? Und wieviele sind es insgesamt?

Birkle: Es sind insgesamt drei Lieder. Mir war es wichtig, dass in den Texten der Sonntag als Ausdruck einer christlichen Lebenshaltung an-klingt und besungen wird. Einem Text liegt eine bekannte Gotteslobmelodie zugrunde. Geiger: Für die beiden neu geschaffenen Melodien hatte ich vor allem im Blick, dass sich Kinder und Erwachsene musikalisch schnell einfinden können und die Lieder gemeinsam gesungen werden. Die Sanglichkeit steht auch in den durchaus anspruchsvollen harmonischen Wendungen der Chorsätze im Vordergrund.

Welche Rückmeldungen haben Sie bisher von Ausführenden erhalten?

Geiger: Besonders der Erfindungsreichtum und die frische Art wurden hervorgehoben. Pater Stefan Kling meinte, dass die Sonntagslieder wunderbar in das neue Gotteslob gepasst hätten, leider wurde es aber schon 2013/14 herausgegeben... Dafür verschickt das Amt für Kirchenmusik unsere Lieder im Frühjahr an alle Kirchenmusiker/innen der gesamten Diözese Augsburg, um diesen im Forum Neue Geistliche Musik als Arbeitshilfe dienen. Birkle: Wir freuen uns, wenn diese Lieder zur eigenen Freude und zur Ehre Gottes erklingen. Für die Nutzung und Vervielfältigung erbitten wir allerdings eine Spende für das Projekt „Neue Orgel Mariä Himmelfahrt Weilheim“.

Und am kommenden Wochenende werden Sie Ihre Werke in Weilheim vorstellen?

Geiger: Die Lieder werden am Fest „Taufe des Herrn“ in den Gottesdiensten am Samstag, 8. Januar, um 19 Uhr in der Stadtpfarrkirche St. Pölten und am Sonntag, 9. Januar, um 9.30 und 17.30 Uhr in der Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt sowie um 11 Uhr in St. Pölten aufgeführt, und zwar von Gesangsensembles der Pfarreiengemeinschaft.

Welche Resonanz, nicht zuletzt im Hinblick auf Spendeneingänge, erwarten Sie?

Birkle: Die Orgel braucht noch 200 000 Euro. Die Lieder allein werden das nicht schaffen. Aber ein kleiner Beitrag kann es schon werden.

Weitere Informationen

gibt es unter www.dli.institute/wp/news/oekumenischer-liedwettbewerb-2021-1700-jahre-sonntag. Chorsätze können angefordert werden unter: pg.weilheim@bistum-augsburg.de. Für die Nutzung wird eine Spende erbeten für das Projekt „Neue Orgel Mariä Himmelfahrt Weilheim“ unter IBAN DE27 7035 1030 0000 3539 04. Engelbert Birkle; Jürgen Geiger.

Interview: Sabine Näher

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