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Die beiden Turnhallen am Weilheimer Gymnasium sollen durch einen Neubau ersetzt werden – nur wo? 

Neue Turnhalle für Weilheim

Nächstes Millionenprojekt auf dem Weg

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Der Landkreis hat sein nächstes Millionenprojekt auf den Weg gebracht. Bei der gestrigen Kreistagssitzung wurde mit großer Mehrheit beschlossen, zwei mögliche Standorte für insgesamt drei Turnhalleneinheiten in Weilheim zu untersuchen. Die erste, extrem grobe und noch nicht belastbare Kostenschätzung geht von 8,2 Millionen Euro aus.

Weilheim – Viel Lob gab es für die Landkreis-Verwaltung für die umfangreichen Voruntersuchungen, die für die neue Turnhalle am Gymnasium geleistet wurden – „aber alle vom Schreibtisch aus“, wie Kreiskämmerer Norbert Merk betonte. Zum einen wurde untersucht, neue Einzelhallen (oder eine Doppel- mit Einzelhalle) zum Teil eingegraben und gestapelt übereinander auf dem Gymnasiumsgelände unterzubringen, wo die derzeitigen beiden, zum Teil wegen Statikproblemen gesperrten Hallen abgerissen werden. Oder auf dem nahen Maibaumgelände, wo im Gegensatz zum Gymnasium eine Dreifachhalle Platz hat, die sich der TSV Weilheim wegen der angespannten Hallensituation seit Jahren wünscht.

Im Kreistag wurde gestern erstmals öffentlich über das Thema diskutiert, aufmerksam begleitet unter anderem von TSV-Chef Dieter Pausch und Ulrich Klinkicht, der bereits eine Unterschriftensammlung zum Erhalt des Maibaumparks gestartet hatte. Die erste Wortmeldung von Hans Schütz (Grüne/Peiting) dürfte ganz in Klinkichts Sinn gewesen sein: Schütz forderte, nur den möglichen Bau auf dem Gymnasiums-Gelände verfolgen zu lassen. Das würde nicht nur die Hälfte der 200 000 Euro  Untersuchungskosten sparen, sondern sei auch aus ökologischer Sicht auch die bessere Variante – zumindest schneide sie in der Nutzwertanalyse des Landkreises mit zwölf zu fünf Pluspunkten erheblich besser ab. „Außerdem hat sich die Schule klar für einen Neubau auf dem Bestandsgelände ausgesprochen, und wir wissen nicht, was im Maibaumpark für Altlasten im Boden schlummern. Das Risiko sollten wir nicht eingehen.“

Diese Argumente teilten zum Teil andere Kreisräte wie Hans Geisenberger (Unabhängige/ÖDP/Sachsenried), während sich Weilheims Bürgermeister Markus Loth (BfL) im Sinne der Vereine für eine Dreifachhalle stark machte. „Alles andere macht sportlich keinen Sinn, auch wenn wir beim Verzicht auf die Option Maibaumpark weniger Ärger hätten“, sagte er mit Blick auf die Bebauungs-Gegner. Dr Eckart Stüber (Grüne/Weilheim) dagegen wollte nur die Optionen für eine Dreifachhalle untersucht wissen. Er hatte sich bei seinen drei Kindern erkundigt, die allesamt aufs Gymnasium gehen, „und die sind alle für eine große Halle, auch deren Klassenkameraden“, sagte er. Die Schulleitung ist anderer Meinung, der reichen auch drei kleine Hallen – um sich ein Bild zu machen, forderte Stüber eine Schüler-Umfrage, was aber nicht weiterverfolgt wurde.

Doch die meisten anderen Redner wie Michael Deibler (Peiting), Richard Kreuzer (Penzberg) und Petra Maier (Peißenberg/alle CSU) waren dafür, beide Varianten zu prüfen. „Alles andere wäre kurzsichtig“, so Deibler, der auch betonte, dass bei einem Turnhallenbau auf dem Maibaumgelände das Gymnasium noch Erweiterungsoptionen hätte. Und Maier als ehemalige Präsidentin des TSV Peißenberg, mahnte wie Klaus Gast (CSU/Weilheim) an, den Breitensport nicht zu vergessen. Der Beschluss, beides zu prüfen, fiel schließlich überdeutlich mit nur sieben Gegenstimmen aus.

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