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Bei der Übergabe des neuen Kühlfahrzeugs (v.l.) Albert Schimpf, Monika Nebel, Kurt Dörr (Mitarbeiter der „Weilheimer Tafel“ , Bürgermeister Markus Loth, Josef Koch, Hans Medele, Eva-Maria Muche, Axel Piper sowie Herrmann Albrecht und Reinhard Dorda (Mitarbeiter der „Weilheimer Tafel“) mit Bernd Hartmann von „Harrer“, der Sprit sponsert.

 Neuer Kühllaster für „Weilheimer Tafel“ 

Auf Achse für einen guten Zweck

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Die „Weilheimer Tafel“  hat einen  Neuen Kühllaster bekommen. Er kann von 26 der 70 ehrenamtlichen Mitarbeiter gefahren werden.

Weilheim – Eigentlich ging es nur um die Übergabe eines Kühlautos an die im Jahr 2003 gegründete „Weilheimer Tafel“. Mehrere Unterstützer hatten sich dazu im Kirchhof der Apostelkirche eingefunden. Dabei zeigte sich aber, welches Ausmaß die „Weiheimer Tafel“ hat: Ein Team aus 70 ehrenamtlichen Mitarbeitern gibt jeden Donnerstag an rund 140 Kunden Nahrungsmittel aus, wodurch rund 490 Menschen versorgt werden, wie die Leiterin der „Weilheimer Tafel“, Eva-Maria Muche, am Rande der Übergabe des Fahrzeugs sagte. Mehr als 150 Kunden kann die „Weilheimer Tafel“ aber nicht betreuen, deswegen gibt es einen Aufnahmestopp. Das bedeutet, neue „Tafel“-Kunden müssen sich anmelden und erhalten dann nach sechs Wochen ihren „Tafel“-Ausweis, der zum Einkaufen für einen symbolischen Euro berechtigt.

26 der 70 Mitarbeiter sind als Fahrer tätig. Mit einem E-Auto von Renault

und nun auch mit dem Kühllaster von Mercedes fahren sie im Wechsel die 37 Lebensmittelspender an. Von ihnen erhält die „Weilheimer Tafel“ Waren, die qualitativ einwandfrei sind, im Wirtschaftsprozess aber nicht mehr verwendet werden können. Dazu gehören Obst und Gemüse mit kleinen Schönheitsfehlern, Brot und Backwaren, die sich am Herstellungstag nicht verkaufen ließen oder Lebensmittel, deren Haltbarkeitsdatum am Ablaufen ist. Es gibt die Donnerstags-Touren, die in und um Weilheim stattfinden, aber auch Dienstags- und Mittwochstouren, die bis Schongau und Andechs gehen.

Herrmann Albrecht, einer der Fahrer der ersten Stunde, erinnerte sich daran, dass die „Tafel“-Mitarbeiter anfangs mit ihren Privatautos unterwegs waren, später kam ein umgerüsteter VW-Bus dazu.

Dekan Axel Piper sagte bei der Einweihung des neuen Fahrzeuges – der Verein für Evangelische Gemeindediakonie in Weilheim ist Träger der „Weilheimer Tafel“ –, dass sich die „Weilheimer Tafel“ großer Akzeptanz erfreue. Ihm sei es eine große Freude an den „Tafel“-Donnerstagen das Treiben auf dem Kirchhof zu sehen, das ihn an den Viktualienmarkt erinnere.

Das neue Kühlauto konnte Pipers Worten nach nur angeschafft werden, weil „wir großzügig unterstützt wurden“, von der Firma Mercedes wie von Mercedes-Autohaus „Medele“. So blieben 37 000 Euro übrig, wie Piper sagte. Davon übernahm die Tafel selbst 7000 Euro. Die übrigen 30 000 Euro spendete die Wilfried-und-Centa- Böhm“-Stiftung.

Diese Stiftung, die auf das Weilheimer Unternehmerehepaar Böhm zurückgeht, verfügt über ein Guthaben von über vier Millionen Euro. Dazu gehören zwei Mehrfamilienhäuser, eins in Weilheim und eines in Burghausen. Wie Sparkassen-Chef Josef Koch in seiner Funktion als Vorstand der Stiftung sagte, wurde die Stiftung im Jahr 2000 nach dem Tod von Centa Böhm errichtet. Die erste Ausschüttung erfolgte 2001, insgesamt unterstützte die Stiftung vor allem kulturelle und soziale Vorhaben seither mit rund 1,2 Millionen Euro. „hauptsächlich aus den Mieten der Häuser“, so Koch. Auch bei der Anschaffung des VW-Busses vor mehreren Jahren half die Stiftung bereits.

„Wir sind gut aufgestellt, die Beschaffung der Lebensmittel läuft gut“, so Muche. Aber nicht nur Geschäfte unterstützen die „Weilheimer Tafel“, auch die Bürger helfen mit – durch Lebensmittel-, Geld- und Pfandspenden sowie durch Nahrungsspenden bei den „Einkaufstagen“ vor Supermärkten, die regelmäßig stattfinden. Aus dem Erlös der sechs Pfandboxen und die Geldspenden kann die „Weilheimer Tafel“ immer wieder haltbare Lebensmittel einkaufen.

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