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Entscheidung im Bauausschuss

Weilheim: Neuer Mobilfunkmast bei der Kläranlage

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Seit längerem sucht die „Deutsche Telekom“ nach einem Standort für eine zusätzliche Mobilfunkbasisstation, die vor allem Unterhausen abdecken soll. Jetzt ist er gefunden: Der rund 40 Meter hohe Mast wird auf dem Gelände der Kläranlage errichtet.

Weilheim – Die Stadt Weilheim hat es sich nicht leicht gemacht mit diesem Mobilfunkmasten: Seit Juli 2018 hat sich der Bauausschuss des Stadtrates viermal mit der Anfrage der „Deutsche Telekom Technik GmbH“ zur Errichtung einer Mobilfunkbasisstation in Unterhausen beschäftigt und dabei das Für und Wider verschiedener potenzieller Standorte abgewägt. Im Gespräch waren zuletzt zwei Plätze am Dietlhofer See und einer nördlich des Gewerbegebiets Leprosenweg (wir berichteten). Doch wirklich behagt hat dem Gremium keiner davon. Gegen Letzteren, rund 170 Meter von den nächsten Wohnhäusern an der Kohlwinklstraße entfernt, hatten auch Anwohner protestiert.

Andererseits wollte die Stadt unbedingt ein eigenes Grundstück anbieten und die Suche nach einem Standort nicht allein dem Mobilfunkbetreiber überlassen. Denn dann, so hieß es, wäre letztlich auch ein wenig genehmer Platz im Ort kaum zu verhindern gewesen.

Gestern nun fiel die Entscheidung im Bauausschuss – und zwar für einen Standort, der zuvor noch gar nicht im Blick war: Der Funkmast soll auf dem Gelände der Weilheimer Kläranlage errichtet werden, so der einstimmige Beschluss, also zwischen Ammer und Paradeisstraße. Eine „salomonische Lösung“ nannte das Bürgermeister Markus Loth (BfW): „Das ist mitten im Gewerbegebiet und weit genug weg von der Wohnbebauung.“

Das Areal der Kläranlage gehört den Stadtwerken. Wie deren Geschäftsführer Peter Müller in der Sitzung erklärte, wird der Mast dort im Bereich zwischen dem Windrad und dem RVO-Betriebshof platziert werden, wo derzeit „ziemlicher Wildwuchs“ herrsche. Zufrieden mit diesem Standort und dem Verfahren äußerte sich Heidrun Benedikter, die als Akquisiteurin für die „Telekom“-Tochter „Deutsche Funkturm GmbH“ arbeitet: „Wir finden Standorte sehr gerne im Einvernehmen mit der Kommune.“

Ebenfalls in die Sitzung gekommen war Frank-Peter Käßler, Kommunalbeauftragter der „Telekom“. Er nannte den Standort bei der Kläranlage einen „Kompromiss“: Die Mobilfunkbasisstation sei dort möglich, der Mast müsse aber rund 35 bis 40 Meter hoch sein. Versorgt werden soll von dort aus Weilheims Ortsteil Unterhausen sowie ein Teil der Bahnstrecke Weilheim-Tutzing. Letzteres stehe „stark im Fokus der Pendler“ und sei auch „Auftrag der Bundesregierung“. Die Realisierung des Mobilfunkmasten werde zwei bis drei Jahre dauern, und die „Telekom“ wolle ihn auch anderen Betreibern zur Verfügung stellen. Immerhin koste der Bau „mindestens eine Viertelmillion Euro“, so Käßler.

Ob dieses Geld angesichts des kommenden 5G-Standards nicht in „veraltete Technik“ investiert werde, wollte Grünen-Sprecher Alfred Honisch wissen – was der „Telekom“-Vertreter klar verneinte: „Man braucht immer einen Trägerkanal, und das wird LTE bleiben.“

Claus Reindl (bfW) bewertete das Suchen und Finden dieses Standorts sehr positiv: Man habe sich „ausreichend Zeit gelassen“ und nun einen Platz, „dem wir alle guten Gewissens zustimmen können“.

Magnus Reitinger

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