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Ein Glöckchen als Symbol für ein großes Projekt. Das Geläut im Turm der Apostelkirche wird erneuert, nur die größte Glocke darf bleiben. Das Bild zeigt (v.l.) Kirchenpfleger Martin Herzog, Kantor Walter Erdt und Pfarrer Eberhard Hadem. 

Neues Geläut für die Apostelkirche

Am Freitag geht’s zum Glockengießen

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Weilheim - In der Apostelkirche gibt es künftig vier Glocken. Drei davon werden in Karlsruhe neu angefertigt

„Das ist eine spannende Sache“, sagt Walter Erdt mit Nachdruck. Schon oft hat der Kantor der Apostelkirche in Weilheim erlebt, wie Glocken gegossen wurden – schließlich ist der amtlich anerkannte Glockensachverständige der evangelischen Kirche in Bayern ein wahrer Glockenexperte. Am kommenden Freitag aber steht ein selbst für Erdt besonderer Glockenguss an: In Karlsruhe werden drei neue Glocken für die Apostelkirche angefertigt – im Beisein einer 30- bis 35-köpfigen Delegation aus Weilheim. Auch Bürgermeister Markus Loth geht mit auf die Reise.

Komplett erneuert wird das Geläut der Apostelkirche allerdings nicht: Denn die größte der drei bisherigen Glocken – sie ist 950 Kilo schwer und stammt aus dem Jahr 1953 – darf bleiben. Ersetzt werden dagegen die zwei wesentlich älteren sogenannten Leihglocken, die nach dem zweiten Weltkrieg nach Weilheim kamen und ursprünglich aus Schlesien stammen (siehe Kasten „Historisches“). Sie sind laut Erdt „ziemlich abgearbeitet“. Eine vierte Glocke kommt neu zum Geläut der Apostelkirche hinzu. Sie soll ein „Klang-loch“ schließen, wie es Erdt formuliert.

Ins Rollen kam das Glockenprojekt, weil der Glockenstuhl im Turm der Apostelkirche marode geworden ist. Aus diesem Grund drohte sogar das Abschalten der Glocken. Doch nun wird nicht nur der Glockenstuhl aus Stahl durch einen aus Holz ersetzt, sondern es gibt eben auch gleich drei neue Glocken.

Ermöglicht wird das Projekt, dessen Kosten Kirchenpfleger Martin Herzog auf insgesamt etwa 125 000 Euro beziffert, großteils durch Spenden. Die drei neuen Glocken werden allein mit den Spenden von drei Familien finanziert: Die Familien Handel und Liebl sowie Walter Erdts eigene Familie stellten laut Herzog ingesamt 42 500 Euro zur Verfügung. Fünf weitere Familien ermöglichen mit ihren Spenden in Höhe von 12 500 Euro den Kauf des Glockenstuhls. 15 000 Euro stellt die Stadt Weilheim zur Verfügung, 20 000 Euro die Winfried- und Centa-Böhm-Stiftung. Auch Gewerbetreibende unterstützen das Projekt. „17 000 bis 20 000 Euro“ müssen laut Herzog noch aufgetrieben werden. Dabei soll auch eine Versteigerung am Sonntag, 2. Oktober helfen.

Dieser Tag ist einer der wichtigsten im Glockenprojekt der evangelischen Gemeinde. Dann nämlich steht die sogenannte Einholung der neuen Glocken an, welche in einem Festzug durch die Stadt zur Kirche gebracht werden.

Erstmals läuten sollen die neuen Glocken dann am ersten Adventssonntag, am 27. November, wie Pfarrer Eberhard Hadem erklärt. An diesem Tag beginnt das neue Kirchenjahr – und damit auch das Lutherjahr, in dem daran erinnert wird, dass Martin Luther 1517 seine Thesen veröffentlichte und so vor 500 Jahren die Reformation einleitete.

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