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Vor einigen Wochen starteten die BauKulturfreunde ihre Unterschriftensammlung gegen das Projekt.

neugestaltung der grünanlage  

„Am Riss“: Stadt bleibt bei ihren Plänen

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Ungeachtet der Unterschriftenaktion gegen eine teure Neugestaltung der Fläche vor der Stadtmauer „Am Riss“ hat Weilheims Bauausschuss das Vorhaben jetzt bekräftigt – einstimmig.

Weilheim – Für die „BauKulturfreunde Weilheim“ steht fest: In die Grünanlage „Am Riss“ braucht die Stadt kein Geld zu stecken. „Das ist bereits ein schöner Ort, der muss nicht umgebaut werden“, heißt es auf der Internetseite www.baukulturfreunde.de. Es würde reichen, einen „angemessenen“ Baum zu pflanzen als Ersatz für die große Weide, die bei Bauarbeiten beschädigt und dann gefällt wurde. Wie berichtet, sammelt die Initiative zurzeit Unterschriften gegen die ihrer Meinung nach viel zu teuren Umbaupläne der Stadt.

Den Bauausschuss des Weilheimer Stadtrats scheint dies aber nicht zu beeindrucken. Das Gremium sprach sich in seiner Mai-Sitzung erneut einhellig für die Neugestaltung aus, wie sie vergangenen Sommer beschlossen wurde. Das Geld dafür ist im Haushalt 2018 bereits eingeplant. „Wir stehen in den Startlöchern“, sagte Manfred Stork, Leiter der Bauverwaltung im Rathaus; die Ausführungsplanung laufe derzeit, der Antrag auf denkmalpflegerische Erlaubnis sei in Arbeit.

Die Stadt rechnet mit Kosten von 115 000 Euro, wobei sie einen Zuschuss der Regierung von Oberbayern über die Städtebauförderung bekommt. Dessen Höhe sei noch unklar, „aber es wird auf jeden Fall was geben“, so Stork. Dass die „BauKulturfreunde“ behaupten, für die Neugestaltung würden 150 000 Euro ausgegeben, wurde im Ausschuss am Dienstag als „Stimmungsmache“ kritisiert.

Die Stadt hält also an der Planung fest, deren Mitte laut Stork eine „wassergebundene Fläche“ bilden soll. „Man macht es bestimmt nicht wegen einer Eisfläche“, betonte Bürgermeister Markus Loth (BfW): „Wie oft gibt es schon so kalte Tage...? Aber die Option hat man.“ Auch solle es bei dem Sandplatz keine Vorrechte etwa für den Boule-Club geben: „Das wird keine Turnierfläche.“ Es gehe vielmehr um eine „Begegnungsfläche für alle“, so Loth. Dazu sollen zusätzliche Sitzmöglichkeiten, zwei neue Bäume und ein etwas erweiterter „Stadtbalkon“ an der Stadtmauer gehören.

Pläne von 1907 sehen fast wie die heutigen aus

Wichtig ist laut Loth vor allem, dass der Gehweg am Oberen Graben in die Grünfläche verlegt wird. „Das ist eine wesentliche Verbesserung“, so der Rathauschef, und helfe auch, die großen, alten Bäume dort zu erhalten. BfW-Stadträtin Brigitte Holeczek merkte an, dass die Gehwegverlegung auch ein Anliegen des Agenda 21-Arbeitskreises „Senioren“ sei. Denn der jetzige, ramponierte Gehsteig entlang der Grünfläche sei für Menschen mit Gehbehinderung „nicht benutzbar“.

Übrigens tauchten im Rathaus Entwürfe des damaligen Stadtbaumeisters Moritz Glück aus dem Jahr 1911 auf, die auf der seinerzeit zugeschütteten Fläche (die zuvor ein vier Meter tiefer Graben war) Wege, eine befestigte Fläche und Grünpflanzen vorsahen. Glücks 107 Jahre alte Pläne „sehen fast genauso aus wie unsere heutige Überlegung“, sagte Loth.

CSU-Stadtrat und Kreisheimatpfleger Klaus Gast erinnerte daran, dass in den 1960er Jahren geplant war, „die Fläche zu teeren und zum Parkplatz für die ganze Stadt zu machen“ – wovon man „Gott sei Dank“ abgekommen sei. Die jetzige Neugestaltung zeuge hingegen von einem „sehr sensiblen Umgang“, Weilheims Altstadt bekomme „eine Fläche, die einlädt, dass man reingeht, und dabei den Blick auf die Stadtmauer freilässt“. Letztere, so Gasts Anregung, sollte womöglich „punktuell beleuchtet“ werden.

Eine „Bereicherung fürs Stadtzentrum“ sieht auch SPD-Vertreter Michael Lorbacher in der Neugestaltung, und für Brigitte Holeczek (BfW) ist diese „die Chance, aus der Grünfläche eine Begegnungsstätte für Menschen zu machen und nicht nur für Hunde“. Auch Grünen-Stadtrat Alfred Honisch hält die Planung für „passend“, wenngleich eine Diskussion darüber „jederzeit angebracht“ sei.

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