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Lockerer Plausch als neues Format: Die Weilheimer CSU probierte dies bei ihrem Neujahrsempfang im „Haus der Begegnung“ aus. Im Raum verteilt hatten sich (links am Tisch stehend) Bezirksrätin Alexandra Bertl und MdL Harald Kühn sowie (rechts stehend v.l.) Moderator Martin Wagner, dritte Bürgermeisterin Angelika Flock, Stadtrats-Fraktionschefin Marion Lunz-Schmieder und Ortsvorsitzender Frank Dittmann. Verkehrsminister Alexander Dobrindt (vorn sitzend 2. v.l.) bereitete sich derweil auf seinen Vortrag vor. 

Weilheim

Klares Bekenntnis zu B2-Entlastung

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Weilheim - Die CSU Weilheim hatte zum Neujahrsempfang in lockerer Runde geladen. Eine Verkehrsentlastung der Kreisstadt war das beherrschende Thema. 

Es war klar, dass sie den Neujahrsempfang der Weilheimer CSU mit beherrschte: Eine mögliche Verkehrsentlastung für die Kreisstadt war Thema beim festlichen Jahresstart des Ortsvereins am Freitagabend im „Haus der Begegnung“. Die CSU machte spürbar Druck auf die Stadtspitze, den Gesprächsprozess über das Projekt baldmöglichst zu starten – mit allen Beteiligten, auch mit den Kritikern.

Dazu hatten sich die örtlichen Christsozialen mit Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt einen prominenten Referenten ins Haus geholt. Und der riet der Kommune, „die Diskussion jetzt zu führen“ und eine Entscheidung „möglichst bald zu treffen“ – obwohl die Planung einer Umfahrung oder Untertunnelung Weilheims mit der B 2 letztendlich in der Hoheit des Bundes und des Staatlichen Bauamts liegt.

Beispiel Starnberg als Schreckgespenst

Dobrindt malte jedoch das Schreckgespenst „Starnberg“ an die Wand: Dort wurde bekanntlich ein ähnliches Verkehrsprojekt durch ein politisches „Nein“ auf Eis gelegt. „Das muss man nicht unbedingt kopieren“, mahnte der Minister. Dass Weilheim eine Lösung brauche, ist für den CSU-Granden keine Frage: Von einer „dringend notwendigen Entlastung der Stadt“, sprach Dobrindt. Überhaupt sei eine Umgehungsstraße für Weilheim nicht einfach nur eine neue Straße, warb der Minister: Es habe auch mit Lebensqualität in der Stadt zu tun – mit einer „neugewonnenen Ruhe“, mit deren Entwicklung es sich zu beschäftigen gelte.

Damit stand Dobrindt bei seinen Parteifreunden nicht allein. „Wir haben was ganz Historisches erreicht“, freute sich dritte Bürgermeisterin Angelika Flock über die Tatsache, dass das Weilheimer Verkehrsprojekt es in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans geschafft hat. Kein Wunder, dass die Stadträtin dafür einen Dank in Richtung Minister hinterher schob. Das Wort „Umfahrung“ mochte Flock angesichts der noch ausstehenden Planungsvarianten allerdings nicht in den Mund nehmen, sie sprach lieber von einer „Entlastungsstraße“. Nichtsdestotrotz: „Wir brauchen sie dringend.“ Die dritte Bürgermeisterin gab sich staatsmännisch, erhob eine sachliche Auseinandersetzung zum obersten Prinzip, und bezeichnete die kürzlich überreichten fast 2600 Unterschriften der Bürgerinitiativen als ein Signal, das man ernst nehmen müsse.

Unterstützende Signale gab es von der CSU-Landtagsebene zu hören. Auch der Abgeordnete Harald Kühn bemühte die historische Bedeutung der verkehrspolitischen Chance für Weilheim. Er sprach von einer „unbedingt notwendigen Umgehungsstraße“, die es zu fördern und zu realisieren gelte. Aber das hänge auch von der Kommune ab und, „ob sich die Stadt einig oder weitgehend einig ist“. Wichtig sei es, dass neben der fachlichen Planung des ehrgeizigen Projekts ein Prozess laufe, an dem die Bürger – Befürworter aber auch Gegner – mitwirken. Gesucht werden müssten „sinnvolle Formen der Zusammenarbeit“, so Kühn.

Wie ernst es den Christsozialen mit der Beteiligung der kritischen Bürger ist, kann zumindest der Verkehrsminister am heutigen Montag schon beweisen: Dobrindt trifft sich im Landratsamt mit Vertretern der Bürgerinitiativen (BI) zum Meinungsaustausch. Inklusive Übergabe von 2582 Protest-Unterschriften – die BI „Heimat2030“ ist gegen eine Umfahrung im Osten oder im Westen Weilheims und für eine Überprüfung der Unterfahrungslösung, die „Bürgerinitiative Marnbach-Deutenhausen“ gegen eine Ostumfahrung.

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