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Talkrunde bei der CSU mit (v.l.) Alexander Dobrindt, Alexandra Bertl, Harald Kühn, Frank Dittmann, Marion Lunz-Schmieder, Angelika Flock und Moderator Martin Wagner. 

Neujahrsempfang der CSU Weilheim

Appelle an die große Politik und viel Lokales

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Beim Neujahrsempfang der CSU Weilheim  ging es um lokale Themen wie die Geburtshilfe. Aber auch Themen wie die GroKo wurden angesprochen. 

Weilheim – Die CSU setzte bei ihrem Neujahrsempfang am Freitagabend im „Haus der Begegnung“ auf Geschlechterproporz: An zwei runden Tischen standen jeweils drei Politiker – an einem zwei Frauen und ein Mann, am anderen zwei Männer und eine Frau. Alle sechs kamen zu Wort, die drei Lokalpolitker in einem Frage- und Antwortspiel, die drei anderen hielten Reden. Ein Fernseh-Team des ZDF interessierte sich allerdings (fast) nur für einen: den Ex-Verkehrsminister und neuen CSU-Landesgruppenchef im Bundestag, den örtlichen Abgeordneten Alexander Dobrindt.

Ehe Dobrindt über die große Politik in Berlin sprach, die der CSU-Ortsvorsitzende Frank Dittmann bei seiner Begrüßung als „so interessant wie nie“ bezeichnete, weil alles funktioniere, obwohl es keine „inthronisierte Regierung“ gebe, wollte Moderator Martin Wagner Antworten zu lokalen Themen: zur Situation der verlassenen „Waldwirtschaft“ auf dem Gögerl, zur Lage der geschlossenen Geburtshilfe im Weilheimer Krankenhaus und zur Erweiterung der Fußgängerzone.

Marion Lunz-Schmieder, Sprecherin der CSU-Fraktion im Stadtrat, stellte fest, dass die Stadt bei der Gögerl-Wirtschaft nicht eingreifen könne, da seit 1985 ein Erbbaurechtsvertrag mit der „Spaten“-Brauerei vorliege. Für die Fußgängerzone stelle eine Erweiterung „ein großes Risiko dar“, das sei ein Zwischenergebnis des Gutachtens. Am 28. Februar veranstaltet die Stadt dazu einen Bürger-Info-Abend, kündigte sie an. 3. Bürgermeisterin Angelika Flock sagte, dass die Schließung der Geburtshilfe sie „zutiefst“ getroffen habe. Sie lobte, dass Ministerpräsident Seehofer Wort gehalten und ein Förderprogramm zugunsten kleiner Geburtshilfen auf den Weg gebracht habe, aber – so ihr erster Appell an die große Politik – es müsse mehr geschehen. um den Fachkräftemangel bei Ärzten und Hebammen zu lindern. Mehr getan werde müsse, so appellierte Flock erneut über den Tisch hinweg an die Abgeordneten, auch bei der Bezahlung von Erzieherinnen. „Deren Arbeit wird zu wenig geschätzt“, kritisierte sie.

Die Wertschätzung von Familien, das war Thema von Bezirksrätin Alexandra Bertl, die bei der Wahl im Herbst erneut kandidiert. Für Weilheim forderte sie ein neues Einheimischenmodell. „Wir haben im Bezirk nicht die ,Sonnenschein-Themen’“, so Bertl. Ein Thema sei der psychiatrischen Krisendienst, bei dem oberbayernweit im Monat 1700 Anrufe eingingen. Der soll für Kinder und Jugendliche ausgebaut werden. Laut Bertl zahlte der Landkreis Weilheim-Schongau 2016 rund 25 Millionen Euro als Bezirksumlage, der Bezirk wendete für ihn allerdings 37 Millionen Euro auf – für die Bezirkskliniken wie den Denkmalschutz.

Alexander Dobrindt zeigte sich am Freitagabend zuversichtlich, dass der SPD-Sonderparteitag für eine große Koalition stimmt. „Die große Koalition ist richtig“, so Dobrindt. Sein Landtagskollege Harald Kühn, der auch erneut kandidiert, kritisierte, dass SPD-Parteichef Martin Schulz nach der Bundestagswahl gesagt habe, seine Partei werde in die Opposition gehen. Deutschland brauche aber eine starke Regierung, auch in Hinblick auf Europa.

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