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Breit aufgestellt präsentierte sich die CSU Weilheim beim Neujahrsempfang im „Haus der Begegnung“.

Neujahrsempfang

Weilheims CSU in voller Breite

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Beim Neujahrsempfang erzählten nicht weniger als 18 Aktive, was sie bewegt und was sie bewegen wollen.

Weilheim – Das Thema Nummer eins bei der CSU Weilheim ist – nein, nicht die Weilheimer Umfahrung. Die ersten fünf Minuten beim Neujahrsempfang des Ortsverbands im „Haus der Begegnung“ gehörten Europa. Franziskus Posselt, Bundesvorsitzender der „Paneuropa-Jugend Deutschland“ und zurzeit Referendar am Gymnasium Weilheim, warb vor knapp 150 Gästen aus Vereinen, Wirtschaft und Gesellschaft flammend für die Gemeinschaft Europas. Die Europawahl am 26. Mai sei „eine Entscheidungsschlacht über die Zukunft der europäischen Demokratie“ und biete „die einmalige Chance, dass mit Manfred Weber ein Bayer Präsident der EU-Kommission werden kann“.

Keine Frage: Wahlkampf war auch an diesem Abend. Und zwar nicht nur für die Europawahl 2019, sondern auch und vor allem für die Kommunalwahl 2020 – ohne dass diese auch nur erwähnt worden wäre. Doch es wurden praktisch alle aktuellen Weilheimer Themen besprochen und die Verdienste der CSU dafür ins Licht gerückt. Schatzmeister Martin Wagner war der Moderator, auf seine Stichworte und Fragen erzählten stolze 18 CSU-Vertreter an fünf blau leuchtenden Stehtischen volle zwei Stunden lang, was sie bewegt, was sie bewegten und was sie bewegen wollen. Das Spektrum reichte von der neuen Berufsschule bis zum Sporthallenbau, vom „Masterplan Kinderbetreuung“ über einen kostenlosen Stadtbus für Schüler und Senioren bis zum „Tag des Sozialen“, den die CSU im Oktober erstmals veranstaltet.

Zwischen Stadträten und anderen langjährig Aktiven traten auch junge Leute auf. Etwa der Schüler und JU-Aktive Xaver Winter, der gern eine Unterkunft für Azubis und Studenten in Weilheim sähe – und „eine Disco oder einen Club im Gewerbegebiet, damit Jugendliche nicht mehr in der Au oder an der Ammer feiern müssen“.

„Quo vadis, Weilheim?“, diese große Frage stellte Wagner dem Ortsvorsitzenden Frank Dittmann. Ihm gehe es um ein „kontrolliertes Wachstum“ der Stadt, antwortete der ehemalige Unternehmer und diagnostizierte, dass in Weilheim derzeit „nicht agiert, sondern reagiert“ werde. Ein Oberzentrum müsse Entwicklung zulassen, das betonte MdL Harald Kühn. Und damit war man dann doch bei der Umfahrung, die auch bei der CSU jetzt strikt „Entlastungsstraße“ heißt: Die anstehende Entscheidung sei „von historischer Dimension“, so Kühn, und es gehe dabei „nicht nur um eine Entlastung Weilheims, sondern auch um überörtliche Entlastung“.

Dieses Thema zog sich fortan durch viele Statements. Die Flächenversiegelung durch eine Umfahrung sei hinzunehmen, „um die Probleme zu lösen“, sagte Stefan Helmenstein, Beisitzer im CSU-Ortsvorstand und Mitgründer der „Bürgerinitiative für Weilheims Zukunft“: „Die Null-Lösung ist die schlechteste Lösung, weil dann alles um Weilheim wachsen wird und wir trotzdem mit Verkehr konfrontiert sind.“

3. Bürgermeisterin Angelika Flock schloss neben der Null-Lösung auch eine Ost-Umfahrung aus („Ich sehe die Lösung nicht im Osten“) – und hatte eine Frage an den neben ihr stehenden Alexander Dobrindt: „Müssen wir in Weilheim nicht auch viel mehr überörtlich denken?“ Der CSU-Kreisvorsitzende und Chef der Landesgruppe im Bundestag nahm den Ball professionell auf: 10 000 bis 12 000 Autos würden laut Gutachten über eine Umfahrung rollen – „am Schluss“ müssten die Bürger und der Stadtrat entscheiden, „ob man die in der Stadt oder außerhalb der Stadt haben will“. Sein Votum: „Ich bin für außerhalb.“

Dobrindts Schlusswort aber war dann nicht politisch, sondern persönlich – zum Thema „Alter“, denn auch dieses war an diesem Abend angesprochen worden: „Ich werde bald 50“, wunderte sich der 48- Jährige, „und ich fühle mich wie 30“.

Magnus Reitinger

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