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Neujahrsempfang der Grünen im Landkreis Weilheim-Schongau: In etwa zwei Stunden kamen viele Themen zur Sprache. Am Rednerpult: Landtagsabgeordneter Ludwig Hartmann. 

Neujahrsempfang der Kreis-Grünen

Gute Umfragewerte sollen gute Wahlergebnisse bringen

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Beim Neujahrsempfang der Kreis-Grünen ging es um viele Themen. Natürlich durfte auch die kommende Landtagswahl nicht fehlen. 

Weilheim – Er sei die „Vorband“, der „Einheizer“, scherzte Vize-Landrat Karl-Heinz Grehl, der beim Neujahrsempfang des Grünen-Kreisverbandes Weilheim-Schongau die erste Rede hielt. Dieser Rolle wurde er absolut gerecht: Bei der gut besuchten Veranstaltung im „Biomichl“-Markt in Weilheim sprach er innerhalb von ein paar Minuten temperamentvoll eine Vielzahl von Themen an – und sparte dabei auch nicht mit Kritik.

Ehe er CSU-Mann Alexander Dobrindt wegen seiner Forderung nach einer „konservativen Revolution“ als „Alpen-Che Guevara“ bezeichnete, kritisierte Grehl Deutschlands führende Rolle bei Waffenexporten und den aus seiner Sicht überall aufflammenden Nationalismus. Eine seiner Forderungen für die Region lautet: „Wir wollen einen glyphosatfreien Landkreis.“ Und in Sachen „Krankenhaus GmbH“ versprach er: „Wenn wir Ärzte gefunden haben, dann wird es in Weilheim auch wieder eine Geburtshilfe geben.“ Zum Thema „Verkehrsberuhigung in der Weilheimer Innenstadt“ kündigte Grehl eine Bürgerversammlung an.

Auch auf die „Fakenews“, dass auf dem Platz beim Amtsgericht in Weilheim ein Parkdeck gebaut werde, kam Grehl zu sprechen. In der Fragerunde am Ende des Neujahrsempfangs erklärte er dann noch, dass es zur Überlegung kam, dort eine schulnahe Turnhalle zu bauen. „Aber es gibt weder eine Planung noch große Reden dazu“, so der Vize-Landrat.

Laut einer Umfrage zum Thema „Wenn am nächsten Sonntag Landtagswahl wäre...“ vom 10. Januar kämen die Grünen in Bayern auf 14 Prozent der Stimmen. Das ist laut Ludwig Hartmann, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Landtag, kein Grund sich auszuruhen. Seine Partei müsse eine solche Politik machen, dass aus Umfragewerten auch Wahlergebnisse werden, so der Hauptredner beim Neujahrsempfang.

Auch Hartmann spannte einen weiten Themenbogen. Er forderte den Ausbau der Glasfaserversorgung (bis 2027 in ganz Bayern) genauso wie die verstärkte Nutzung von Wind- und Sonnenenergie und sprach über das Volksbegehren zum Flächenverbrauch in Bayern, das auf große Resonanz gestoßen sei.

„10, 20, 30 Prozent Biolandwirtschaft“ im Freistaat sind Hartmann nicht genug. Die Landwirtschaft in ganz Bayern müsse giftfrei werden, was sich aber nicht von heute auf morgen realisieren lasse. Ein erster Schritt in die richtige Richtung sei es, bei Pestiziden mit halben Dosierungen zu arbeiten, was keine großen Ertragseinbußen mit sich bringe.

Ein ganz anderes Thema stellte Andreas Krahl, der für die Grünen im Stimmkreis in den Landtag einziehen möchte, in den Mittelpunkt seiner Ansprache: die Gesundheitsversorgung. Er forderte etwa eine staatlich finanzierte Ausbildung für Physiotherapeuten. Bisher müssten die Betroffenen die hohen Ausbildungsgebühren selbst tragen, und das bei geringen Verdienstaussichten.

Während Dr. Eckhart Stüber in einer launigen Rede für sich als Bezirkstagskandidat warb, wies Alfred Honisch darauf hin, dass er zum letzten Mal als Sprecher der Kreisgrünen beim Neujahrsempfang dabei sei. Ende Januar wird die Kreisvorstandschaft neu gewählt. Für den Bereich Weilheim hat Honisch aber weiter Pläne. Wichtig ist ihm etwa ein „näheres Zusammenrücken mit der türkischen Gemeinde“, denn es müssten Ressentiments abgebaut werden. 

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