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Gelb dominierte: Saika Merx (Pult) beim Neujahrsempfang im Saal des „Oberbräu“.

Neujahrsempfang des Kreisverbands

FDP hat die CSU fest im Visier

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Ganz im Zeichen der Landes- und Bundespolitik stand der Neujahrsempfang der Kreis-FDP. Die Zahl der Gäste im „Oberbräu“ hielt sich jedoch in Grenzen.

Weilheim – Ein bisschen enttäuscht war er schon der Klaus Breil, Kreisvorsitzender der FDP und Kreisrat, als er  am Sonntagvormittag seinen Blick durch den Saal des „Oberbräu“ in Weilheim schweifen ließ. Die FDP war zwar nicht allein zuhause, aber sie hatte auch schon mehr Gäste bei Neujahrsempfängen. Im Lauf der gut zweieinhalbstündigen Veranstaltung kamen dann aber noch einige Besucher, darunter kurz vor Schluss Landrätin Andrea Jochner Weiß (CSU), die sehr zum Schrecken einiger Gäste ein „Veilchen“ hatte. Doch das blaue Auge hatte einen harmlosen Grund: Sie hat es sich beim „Aktionstag gegen Krebs“ am Schongauer Krankenhaus kurz vorher schminken lassen, wie sie ihn ihrem Grußwort sagte.

Jochner-Weiß bekam somit nicht mit, wie sich die FDP auf die CSU einschoss. Breil ging Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner an, die beim CSU-Neujahrsempfang in Peiting den Ausstieg der FDP aus den Jamaika-Verhandlungen kritisiert hatte. Gerade CDU/CSU hätten doch die Verhandlungen blockiert, so Breil. Auch Martin Zeil, der in der schwarz-gelben Landesregierung von 2008 bis 2013 Wirtschaftsminister war und nun im Wahlkreis Weilheim für den Landtag kandidiert, nahm die CSU ins Visier. „Intellekuell unterirdisch“ nannte er Markus Söders Aussage, dass die CSU eine Koalition mit FDP und AfD ausschließe. Söders Zehn-Punkte-Plan sei nichts anderes als ein Versuch, „die Versäumnisse der CSU zu verkleistern“. „Dort, wo die CSU Slalom fährt, haben wir eine gerade Linie“, sagte Zeil und führte die Straßenausbaubeitragssatzung (Strabs) an. Die FDP habe sich schon 2013 für deren Abschaffung eingesetzt, die CSU habe das damals vehement abgelehnt, jetzt solle sie doch weg.

„Opposition ist nicht schlecht“, sagte Thomas Sattelberger, der seit Oktober 2017 im Bundestag sitzt. Er nannte die geplante große Koalition „ein zerbrechliches Gebilde“. Die FDP müsse vor der Landtagswahl aufpassen, dass sie die CSU-Wechselwähler halten und den Mittelstand und die Selbstständigen zurückgewinnen könne.

Die für den Bezirkstag kandidierende Weilheimer FDP-Stadträtin Saika Merx sagte, dass sie die vielfach diskutierte soziale Bodennutzung (Sobon) zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum kritisch sehe. In einer Sache war sie aber mit der (örtlichen) CSU konform: „Wir bauchen ein neues Einheimischenmodell“ forderte sie.

Auch Europawahlkampf wurde gemacht. Sven Gossel stellte sich und die „Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa“ vor.

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