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Übergabe: die neue Behindertenbeauftragte des Landkreises, Katharina Droms (Mitte), mit Landrätin Andrea Jochner-Weiß und ihrem Vorgänger Ingo Remesch. 

Behindertenbeauftragte des Landkreises

Neustart mit Katharina Droms

Landkreis - Katharina Droms ist die neue Behindertenbeauftragte des Landkreises. Sie ist  jetzt direkt beim Landratsamt angesiedelt.

Der Landkreis hat seit Donnerstag eine – eigene – Behindertenbeauftragte: Katharina Droms, 29 Jahre, aus Polling wurde unter elf Bewerberinnen ausgewählt und soll sich vor allem um den neu zu schaffenden Teilhabebeirat kümmern und den Landkreis bei den anstehenden Bauvorhaben beim Thema „Inklusion“ beraten.

Für viele überraschend kommt die neue Behindertenbeauftragte nicht aus dem sozialen Bereich: Sie ist Diplom-Betriebswirtin und arbeitete zuletzt bei einer Agentur in Herrsching. Gleichwohl hat die in Kassel aufgewachsene Droms einen engen Bezug zur Thematik: Ihre Eltern sind gehörlos, sie beherrscht die Gebärdensprache.

Doch bevor Landrätin Andrea Jochner-Weiß die Neue vorstellte, dankte sie deren Vorgänger: Ingo Remesch, am Gesundheitsamt beschäftigt und seit Jahren in der Behindertenarbeit engagiert, hatte das Amt interimsweise seit Jahresbeginn ausgeübt. „Er hat uns wirklich sehr geholfen,“ so Jochner-Weiß. Und er habe sein Amt unabhängig ausgeübt, obwohl er Beschäftigter des Landratsamtes sei.

Die frühere Behindertenbeauftragte Gabriele Roth und deren Arbeitgeber, die Caritas, hatten sich nach kurzer Zusammenarbeit getrennt, ebenso wie vorher Christina Huber und die Caritas. Vorher hatte dieses Amt Peter Pabst über Jahrzehnte ausgeübt. Er schied im Unfrieden von der Caritas.

Die Anstellung von Katherina Droms markiert einen Wendepunkt in der Politik des Landkreises: Denn über viele Jahre hatten der Caritas-Kreisverband und vorher die Ökumenische Sozialstation die Behindertenbeauftragte des Landkreises bei sich angestellt und zusätzlich mit anderen Aufgaben betraut. Dafür gab es vom Landkreis einen Zuschuss. Mit diesem Geld konnten zunächst jährlich 125 Stunden pro Jahr, danach 250 finanziert werden.

„Doch auch das war zu wenig, angesichts der vielfältigen Aufgaben“, so die Landrätin. Als die Caritas zum Jahresende 2015 darum bat, die Vereinbarung aufzulösen, entschloss sich der Landkreis, die Stelle bei sich im Hause anzusiedeln – mit 800 Stunden pro Jahr, was in etwa einer Halbtagesstelle entspricht. Die Veränderungen sind laut Landrätin „kein Bruch, sondern bringen uns neuen Schwung“.

Droms sitzt im Gebäude an der Stainhartstraße in Weilheim und berät auch Bürger in Sachen „Inklusion“ und deren Umsetzung, wie es die UN-Konvention vorsieht. Wesentliche Aufgabe wird aber sein, den Landkreis bei dessen Bauprojekten wie Berufsschule oder Gymnasium zu unterstützen. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Aufbau des Teilhaberates, der künftig offiziell als Gremium des Landkreises ähnlich dem Sozialhilfebeirat tagen wird (wir berichteten) und somit aufgewertet wird. Droms wird Geschäftsführerin des Teilhaberates und die Sitzungen vorbereiten. Sie wird auch Kontaktperson für die 34 ehrenamtlichen Behindertenbeauftragten in den Städten und Gemeinden des Landkreises.

Bei all diesen Aufgaben soll die neue Beauftragte unabhängig agieren können: „Frau Droms wird ihr Ding machen, ohne dass von uns hineingeschnabelt wird“, so Jochner-Weiß.

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