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Die Hochwasser-Bilder haben die Planer  im Kopf: 1999 war der Trifthofanbinder wegen des Hochwassers dicht.,

Weilheim 

Notzufahrt für„Achalaich“ tut not

Mit einer Notausfahrt zur Staatsstraße für das interkommunale Gewerbgebiet „Achalaich“ will die Stadt die Genehmigungs-Probleme wegen des fehlenden Hochwasserschutzes von Ammer und Tiefenbach umschiffen.

Weilheim

 Darüber hinaus will sie, wie Stadtbaumeisterin Andrea Roppelt in der März-Sitzung des Stadtrates am Donnerstagabend sagte, in dem Gewerbegebiet „ihren eigenen Hochwasserschutz machen“.

Die Stadt Weilheim ist gerade dabei, ihre Grundstücke in dem interkommunalen Gewerbegebiet „Achalaich“ zu verkaufen. Noch heuer soll die Erschließung beginnen, im nächsten Jahr dann der Bau der Betriebe. Seit vielen Jahren wartet sie deswegen darauf, dass das Wasserwirtschaftsamt in die Stiefel kommt und den Hochwasserschutz gewährleistet. Doch außer Plänen ist bislang nicht viel gewesen, wie Roppelt anmerkte. „Die haben das versandelt“, sagte sie in der Sitzung.

Dabei ist der Hochwasserschutz eine Grundvoraussetzung dafür, dass die Ansiedelung der Betriebe überhaupt realisiert werden kann. Denn „Achalaich“ liegt zum Teil im Überschwemmungsgebiet der Ammer. Und die Bilder vom Pfingsthochwasser 1999 sind unvergessen: Die Wiesen im Süden der Stadt waren großflächig überschwemmt, Gewerbebetriebe im Trifthof standen unter Wasser und der Trifthofanbinder war vollgelaufen. Damit war die einzige Verbindung in das Gewerbegebiet gekappt.

Das Thema „Hochwasserschutz“ und die damit zusammenhängende Notzufahrt kamen am Donnerstag zur Sprache, weil die Stadträte sich mit den Einwänden und Vorschlägen der Behörden zum Bau der bis dato einzigen Zufahrt zu „Achalaich“ befassen mussten. Die soll über einen Kreisel an der Entlastungsstraße zwischen Trifthof und Trifthofanbinder führen. Den Plänen für die Straße könne solange nicht zugestimmt werden, so lange keine Lösung für den Hochwasserschutz gefunden sei, sagte Walter Weber (Freie Wähler) Nur wenn ein „Ausnahmetatbestand“ vorliege, könne diese Vorgabe umgangen werden, so Weber.

Die geplante Notzufahrt soll nun gewährleisten, dass es bei der Umsetzung von „Achalaich“ zu keinen weiteren Verzögerungen kommt. Bei einer „Elefantenrunde“ im Rathaus mit den Chefs von Wasserwirtschaftsamt und staatlichem Bauamt sei beschlossen worden, dass an der Staatsstraße Weilheim-Peißenberg in Höhe der Abzweigung nach Polling eine Zufahrt in das Gewerbegebiet gebaut wird: als Weg für den landwirtschaftlichen Verkehr sowie als Ausweg bei einem Hochwasser.

Darüber hinaus wird die Stadt laut Roppelt auf ihren im Überschwemmungsgebiet liegenden Flächen selbst den Hochwasserschutz schaffen. Geschehen soll dies unter anderem durch das Höherlegen von Straßen. „Es geht um fünf bis 15 Zentimeter“, so Roppelt, so könnte einem 100-jährigen Hochwasser Paroli geboten werden. Der Trifthofanbinder werde bei einem solchen allerdings überschwemmt .

Der Hochwasserschutz im Süden umfasst aber weit mehr als „Achalaich“, so Bürgermeister Markus Loth (BfW). Die Entwicklungen im Gewerbgebiet „Trifthof“ und am „Dietmayr-Anger“ hingen ebenfalls daran. Loth räumte auch ein, dass der Hochwasserschutz nicht so einfach zu verwirklichen sei, denn es müssten neue Überflutungsflächen geschaffen werden. Und dabei müssten die Sorgen der Oderdinger berücksichtigt werden.

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