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Der RVO setzt wieder auf Dieselbusse. Diese hier wurden 2015 auf dem Weilheimer Marienplatz gesegnet. 

Nur noch ein Fahrzeug beim RVO

Erdgas-Busse bringen’s nicht

Sie sind mit viel Vorschusslorbeeren und mit staatlicher Förderung gestartet, mittlerweile sind sie aufgrund technischer Probleme Auslaufmodelle: die Erdgas-Busse des RVO. Die Niederlassung Weilheim verfügt gerade noch über einen Bus. Und der soll 2018 ausgemustert werden.

Landkreis – 29 Busse mit umweltfreundlichem Erdgasantrieb hatte der RVO-Weilheim zu Hoch-Zeiten in Betrieb – zum Verdruss so mancher Fahrgäste: Die wurden bisweilen beim Fahrer vorstellig und wollten wissen, warum der Fahrer den Böbinger Berg nur mit zehn km/h hochschleiche. „Weil der Bus nicht schneller fährt“, musste der Fahrer einräumen.

Die niedrige Leistung war aber nur ein Grund für das Umdenken bei der Bahn-Tochter. Die Erdgas-Busse mit den Tanks auf dem Dach sind auch wartungsintensiver als Dieselfahrzeuge, so Ralf Kreutzer, Leiter der Weilheimer RVO-Niederlassung im Paradeis, wo das Unternehmen auch eine Erdgastankstelle betreibt. „Eigentlich ist das ärgerlich“, so Kreutzer, der Erdgas-Antrieb sei ja grundsätzlich keine blöde Idee, zumal sich die Technik verbessert habe. Die 2006 gekauften Busse seien deutlich besser gewesen als die aus dem Jahre 2001, als sich der RVO seinen ersten Bus mit Erdgasantrieb und mit staatlicher Förderung anschaffte.

Andererseits seien Dieselbusse mit EURO-6-Norm, die knapp 30 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen, in der Gesamtbilanz mindestens so umweltfreundlich wie die erdgasbetriebenen Fahrzeuge. Zudem ist der Dieselpreis in den vergangenen Jahren gesunken. Erdgasbusse würden aktuell meist nur noch von Kommunen betrieben, die über eine eigene Versorgung verfügen, so Kreutzer.

Auch Busunternehmer Toni Oppenrieder aus Eberfing verweist auf die gute Schadstoffbilanz von Euro-6-Dieselfahrzeugen. Sein Unternehmen, das den Weilheimer Stadtbus mit dem RVO und zahlreiche Schulbuslinien im Auftrag betreibt, verfügt ausschließlich über Diesel-Busse, 21 an der Zahl. Warum kein Elektrobus? Da stimme die Wirtschaftlichkeit noch nicht, wegen der teuren Batterien seien diese Busse noch um ein Vielfaches teurer als die herkömmlichen. Da werde sich aber in den nächsten

Jahren ändern. Dann seien E-Busse auch ein Thema für die Firma „Oppenrieder“. Er hofft auf leistungsstärkere Batterien mit kürzeren Ladezeiten zu günstigeren Preisen.

„Da warten wir noch ab. Für Fahrten auf dem Lande mit vielen Kilometern pro Tag sind die aktuellen Fahrzeuge noch nicht ausgelegt. Das dürfte in zwei bis drei Jahren vielleicht ein Thema sein“, so Kreutzer zum Thema „Elektrobus“. In größeren Städten wie Augsburg oder München seien die E-Busse heute schon sinnvoll. Und auch die Stadtwerke Weilheim testeten gerade einen E-Bus im Stadtverkehr (wir berichteten).

Den einzigen verblieben Erdgasbus werde man im Laufe 2018 wohl ausmustern, so Kreutzer. Der vorletzte verabschiedete sich vor rund einem Monat – allerdings nicht wegen grundsätzlicher technischer Probleme: An der B 472 war ein Auto frontal gegen den Bus geprallt – Totalschaden.

Johannes Thoma

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