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Sorgenkind: der Gymnasiumstrakt, in dem sich auf zwei Stockwerken zwei Turnhallen befinden. Die obere Turnhalle ist wegen Sicherheitsbedenken nun komplett gesperrt.

Gymnasium Weilheim

Obere Turnhalle nun komplett gesperrt

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Ausschlaggebend ist ein zweites Gutachten: Die obere von zwei Turnhallen am Gymnasium Weilheim ist nun wegen Sicherheitsbedenken in Bezug auf die Dachkonstruktion komplett gesperrt. Im vergangenen Schuljahr fand dort noch Sportunterricht statt, solange die Schneelast auf dem Dach nicht zu groß erschien.

Weilheim Für das Gymnasium kam die Nachricht von der Komplettsperrung zu einem besonders unglücklichen Zeitpunkt – kurz nach Beginn des neuen Schuljahres. „Wenn wir es 14 Tage vorher gewusst hätten“, sagte Schulleiterin Beate Sitek am Donnerstag, „wäre es einfacher gewesen.“ Denn jetzt ließen sich die Stundenpläne, die aus verschiedenen Gründen ausgerechnet vom Sportunterricht her aufgebaut werden, nicht mehr komplett neu erstellen. Für das Gymnasium bedeutet das: Weil die obere Turnhalle nicht genutzt werden kann, müssen „zeitweise Sportstunden ausfallen“, so Sitek, oder sie können nur 14-tägig stattfinden.

Florian Steinbach vom Landratsamt Weilheim-Schongau war es unangenehm, dass er dem Gymnasium „die schlechte Nachricht zu dem Zeitpunkt überbringen musste“. Er hatte eigentlich damit gerechnet, dass das zweite Gutachten, mit dem man „ganz auf der sicheren Seite sein“ wollte, die erste Beurteilung nur bestätigt. Doch es kam anders.

Aufgrund des ersten Gutachtens war die obere Turnhalle ab Anfang November vergangenen Jahres wegen Einsturzgefahr zwar für den Vereinssport gesperrt worden, nicht aber für den Schulsport, solange die Schneelast auf dem Dach nicht zu groß erschien (im Bedarfsfall erfolgten morgens Kontrollen). Ziel des Zweitgutachtens war es dann, das Dach vor dem nächsten Winter erneut zu inspizieren und „die Einschätzung des Erstgutachtens im Sinne des Vier-Augen-Prinzips zu überprüfen“, wie es in einer Pressemitteilung des Landratsamtes heißt. Der Landkreis ist als Sachaufwandsträger auch für die bauliche Sicherheit der weiterführenden Schulen zuständig.

In dem zweiten Gutachten kam der Prüfingenieur dann zu dem Ergebnis, dass die obere Turnhalle aus Sicherheitsgründen vorsorglich nicht nur bei Schneefall, sondern generell gesperrt werden soll. Steinbach weist ausdrücklich darauf hin, dass sich an der Dachkonstruktion „gegenüber den letzten Jahren und Jahrzehnten nichts verändert“ hat. „Was sich verändert hat, ist die Risikoeinschätzung“, so der Leiter der Kommunalen Bauverwaltung im Landratsamt. Der Landkreis folge „selbstverständlich nun der strengeren Einschätzung“.

Auch die Sicherheit der unteren Turnhalle (die direkt unter der oberen Halle liegt) wird laut der Pressemitteilung überprüft: Untersucht wird derzeit, unter welchen Voraussetzungen diese Sporthalle auch bei Schnee genutzt werden kann.

Schulleiterin Sitek hofft nun, dass die aktuelle Situation Sanierungsmaßnahmen oder einen Turnhallenneubau beschleunigt. Dazu konnte Kreiskämmerer Norbert Merk am Donnerstag noch nichts Genaues sagen. Im Kreisausschuss seien jedoch bereits verschiedene Modelle in nicht öffentlicher Sitzung diskutiert worden.

Dass es allein zu einer Sanierung des Dachs über den Gymnasiums-Turnhallen kommt, sei allerdings „sehr unwahrscheinlich“, so Merks Einschätzung. Denn eine solche Sanierung sei nur unter größten Schwierigkeiten möglich.

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