+
Bei der „Night-Show“ gab’s 80 Kühe zu sehen. Sie wurden den Besuchern vorgeführt und von Fleckviehzüchter Lukas Gartner beurteilt.

„Jungzüchter-Night-Show“

Der olympische Gedanke zählt

Weilheim - Rund 800 Besuchern wurden bei  der „Jungzüchter-Night-Show“ 80 Kühe präsentiert. Der Nachwuchs zeigte zuvor 54 Kälber.

Bei der "Night Show" gab es 80 Kühe zu sehen. Sie wurden den Besuchern vorgeführt  und von Fleckviehzüchter Lukas Gärtner  beurteilt.

Die „Carmina Burana“ scheinen einige Kühe besonders zu mögen. Als diese alten lateinischen Lieder aus den Lautsprechern in der Versteigerungshalle der Zuchtverbände schallte, schritten sie so gemächlich ihren Rundkurs ab, als wollten sie einfach nur die Musik hören – ungeachtet des Trubels, der um sie herum herrschte. Die Weilheimer Hochlandhalle war voll, rund 800 Besucher drängten sich am Samstag bei der „8. Jungzüchter-Night-Show“ auf den Sitz- und Stehplätzen, als die 80 Kühe von ihren Züchtern vorgeführt und von dem erfolgreichen Fleckviehzüchter Lukas Gartner aus St. Johann im Ahrntal beurteilt wurden. Es zähle der olympische Gedanke, dabei zu sein, so Gartner, deshalb werde nur der Sieger genannt, nicht aber Kritik an den anderen geübt.

Für Raimund Pröbstl aus Birkland, der „von Anfang an dabei“ ist, bedeutet die Teilnahme an der Schau „vier Tage Arbeit: Scheren, Waschen und das Training des Führens“ seien Voraussetzung. Der Erfolg hänge aber auch von Charakter der Kühe ab. Seine Helore hat es geschafft. Sie wurde „Champion“. Sieger im Vorführen, das separat bewertet wird, wurde Peter Pfänder aus Erling.

Die „Night-Show“ wird alle zwei Jahre von den Weilheimer Jungzüchtern veranstaltet. „Wir wollen junge Züchter motivieren“, sagte Thomas Mayr, der Vorsitzende der Vereinigung, die 230 Mitglieder in den Landkreisen Weilheim-Schongau, Garmisch-Partenkirchen, Starnberg und Bad Tölz-Wolfratshausen zählt. Der Nachwuchs solle dabei die Gelegenheit bekommen, seine Tiere vor Publikum zu präsentieren. Die „Night-Show“ biete den Landwirten aus der Region, die nicht die Gelegenheit haben, auf großen Tierschauen aufzutreten, vor Ort die Möglichkeit dazu. Wichtig sei dabei, Kinder und Jugendliche zu beteiligen.

Für sie wurde am Nachmittag eine eigene Schau organisiert, in der die 4- bis 15-Jährigen insgesamt 54 Kälber vorführten. Lukas Lang machte schon zum dritten Mal mit. Der Neunjährige aus Wielenbach führte ein sieben Monate altes Kalb der Kuh „Jana“ vor, das noch keinen Namen hat. Für den Routinier in Sachen „Kälberpräsentation“ war der Rundgang durch die Manege „ganz einfach“, wie er nachher feststellte. Er habe auch „nicht lang geübt, nur 14 Tage“. Besonders freute sich Leonie Kriesmair über den Tag. Die Zwölfjährige aus Forst hat heuer zum dritten Mal teilgenommen und belegte diesmal den ersten Platz im Vorführen. Souverän führte sie ihr drei Monate altes schwarzbuntes Kalb „Pepper“ über den mit Gras ausgelegten Rundweg. Ihr Erfolgsrezept: „Man muss viel üben.“ Zum Schluss habe sie sich noch zehn Tage intensiv auf den Wettbewerb vorbereitet.

Als Preisrichterin fungierte die bayerische Milchprinzessin Eva-Maria Bäuml aus Schwandorf in der Oberpfalz. Sie beurteilte die Kinder und Jugendlichen nach den Kriterien, die auch bei den Erwachsenen angewendet werden. Die Vorführenden müssen nicht nur das Tier gut führen können, sondern auch Blickkontakt zur Preisrichterin halten und auf deren Anweisungen reagieren. Ihr Gesamturteil: Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer seien „so gut vorbereitet“ gewesen, dass ihr die Entscheidungen schwer gefallen seien.

Dass die „Jungzüchter Night-Show“ überhaupt organisiert werden kann, liegt laut Mayr an der großen Unterstützung, die er und sein Stellvertreter Georg Müller erfahren. Rund 30 Züchter hätten bei der Veranstaltung mitgearbeitet, außerdem seien sie von Familie Tafertshofer aus Wielenbach und von den Zuchtverbänden unterstützt worden. Mit dem Besuch ist Mayr „sehr zufrieden“. Insgesamt seien an diesem Tag über 1000 Besucher aus ganz Bayern zu den beiden Schauen und zur nächtlichen Züchterparty gekommen.

Die Ergebnisse

Kälbervorführwettbewerb: 1a-Preise: Maria Beschta (Klasse 4 bis 6 Jahre, Wildsteig), Ferdinand Bruckmeir (7, Münsing), Johanna Walser (8, Beuerberg), Lukas Lang (9, Wielenbach), Ferdinand Bruckmeir (10, Münsing), Elias Lang (11, Wielenbach), Leonie Kriesmair (12, Forst), Korbinian Ertl (13-15, Eglfing); 1b-Preise: Sebastian Kalteis (4-6, Bauerbach), Gregor Aumiller (7, Merching), Johanna Popp (8, Schmitten), Paula Aumiller (9, Merching), Andrea Neuner (10, Uffing), Theresa Lang (11, Wielenbach), Michael Hoiss (12, Schmitten), Veronika Spatz (13-15, Hurlach).

„Night-Show“: Champions Schaukühe: Fleckvieh: Josef Pfänder (Ch. alt, Erling), Moritz Lidl (Ch. mittel, Rain bei Penzberg), Josef Steingruber (Ch. jung, Sindelsdorf); Braunvieh: Ferdinand Bruckner (Ch. jung, Münsing), Raimund Pröbstl (Ch. Alt, Birkland); Deutsch-Holstein Kühe: Martin Hirschvogel (Uffing); Champion hornlos: Josef Hindelang (Schöffau).

Alfred Schubert

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Musikschule zieht mit Büro in die Innenstadt
Viele Jahre befand sich das Büro der städtischen Musikschule Penzberg etwas versteckt im Josef-Boos-Heim. Seit Montag ist es mitten in der Stadt.
Musikschule zieht mit Büro in die Innenstadt
Mehr Radler schieben dank Realschülern
Realschüler klärten  mit Erfolg über die Verkehrsregeln in der Weilheimer Fußgängerzone auf. Immer mehr Radler steigen jetzt ab und schieben.
Mehr Radler schieben dank Realschülern
3500 Besucher im „bayerischen Houston“
Die DLR-Bodenstation in der  Lichtenau öffnete erstmals für Besucher ihre Pforten. 3500 Besucher kamen ins „bayerische Houston“.
3500 Besucher im „bayerischen Houston“
Meiler brachte 1700 Kilo Kohle
Sie sind stolz auf ihre Leistung: Die Köhler des Peißenberger Vereins „Bier & Tradition“ haben bei den 5. „Peißenberger Köhlertagen“ 1700 Kilo Holzkohle produziert.
Meiler brachte 1700 Kilo Kohle

Kommentare