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OP-Roboter wird in Gynäkologie verwendet

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Von: Franziska Florian

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Der OP-Roboter „da Vinci Xi“ im Einsatz in der Gynäkologie: (v.l.) Katrin Schulze, OP-Leitung im Krankenhaus Schongau, Liane Schetilin, OP-Leitung in Weilheim, und Dr. Nuray Cimin-Bredée, Chefärztin Gynäkologie, arbeiten seit Anfang Januar mit der hochmodernen Technik.
Der OP-Roboter „da Vinci Xi“ im Einsatz in der Gynäkologie: (v.l.) Katrin Schulze, OP-Leitung im Krankenhaus Schongau, Liane Schetilin, OP-Leitung in Weilheim, und Dr. Nuray Cimin-Bredée, Chefärztin Gynäkologie, arbeiten seit Anfang Januar mit der hochmodernen Technik. © Krankenhaus GmbH Weilheim-Schongau

Der OP-Roboter „da Vinci Xi“ der Krankenhaus GmbH Weilheim-Schongau kommt seit Anfang Januar auch in der Gynäkologie zum Einsatz. Diese soll jedoch nicht der letzte Bereich bleiben, in dem die hochmoderne Technik zum Einsatz kommt.

Landkreis – „Es war faszinierend, nach der entsprechenden Ausbildung mit dem Roboter zu arbeiten“, sagt Dr. Nuray Cimin-Bredée, Chefärztin der Gynäkologie in Weilheim. Der Roboter ermögliche einen besseren Blick in den Bauchraum als bei der Laparoskopie, also der Untersuchung des Bauchraums von innen mit einem speziellen Endoskop. Der Roboter wurde im Oktober 2020 vorgestellt und kann in verschiedenen Bereichen der minimalinvasiven Chirurgie – der sogenannten Schlüssellochtechnik – eingesetzt werden.

„Ich habe eine Gebärmutter- und Eileiterentfernung bei gutartigen Geschwülsten, die Beschwerden verursachten, durchgeführt“, erklärt Cimin-Bredée. Den Roboter mit den Händen und Füßen zu steuern und jedes Organ vergrößert zu sehen, sei für sie faszinierend gewesen. Zudem sei diese moderne Technik für den Patienten schonender und sicherer.

Roboter ist viel präziser

Das bestätigte auch Prof. Dr. Dr. Reinhold Lang. Zwar seien Chirurgen dem OP-Roboter bei der Einführung in den 1980er Jahren skeptisch gegenüber gestanden, mittlerweile könne die Technik nur befürwortet werden. „Es geht auch mit dem Schlüssellochsystem, aber der Roboter ist viel präziser“, erklärt der Chefarzt für Allgemein- und Viszeralchirurgie. Innerhalb von drei Monaten habe der Roboter bei fast 100 Operationen geholfen.

Bei einer Leistenbruch-Operation ist Lang mit dem Roboter genauso schnell wie ohne. „Aber es bietet mehr Sicherheit für den Patienten“, sagt er. Denn durch die neue Technik würden weniger Gefäße und Nerven verletzt werden. Das bedeute weniger Schmerzen für den Patienten.

Auch Dr. Thomas Löffler, Chefarzt am Zentrum für muskuloskeletale Chirurgie, verwendet seit 2019 einen OP-Roboter. Der sogenannte MAKO wird vor allem bei der Knie- und Hüftendoprothetik – der Versorgung eines Patienten mit einer Prothese – benutzt. „Ich bin nach wie vor fasziniert“, schwärmt Löffler. Über 300 Operationen hat er mit dem System bereits durchgeführt. Und die Nachfrage steige weiter. „Bei sechs Patienten konnten wir sogar beide Knie in einer Operation machen.“

Vor Anwendung des OP-Roboters war spezielle Ausbildung nötig

Patienten, die der neuen Technik skeptisch gegenüberstehen, können beruhigt werden: „Jedes Team ist ins Training gegangen und hat sozusagen den Führerschein für den Roboter gemacht“, erklärt Lang. Dabei habe jeder, der mit dem Gerät arbeitet, 60 Stunden am Simulator trainiert, bevor an Trainingsmodellen weiter geübt wurde. „Danach wurden wir von jemandem begleitet, der Erfahrung damit hat“, so der Chefarzt für Allgemein- und Viszeralchirurgie.

Es sei aufwändig gewesen, das Training neben dem Klinikalltag zu machen. „Aber wir haben es gemacht, weil wir davon überzeugt sind.“ Das sehen Cimin-Bredée und Löffler ebenfalls so. Wenn es ein Patient wünscht, wird aber auch ohne die Hilfe der Roboter operiert. Es sei aber bisher noch nicht vorgekommen, dass das jemand wollte. Viele Patienten würden sogar explizit fragen, ob die Operation mit dem Roboter möglich sei, berichten Lang und Löffler.

Weniger Personal werde durch den Einsatz der OP-Roboter nicht benötigt. Im Gegenteil: „Es ist teilweise sogar technisches Personal als Bindeglied nötig“, sagt Krankenhaus-Geschäftsführer Thomas Lippmann. Er betont ausdrücklich, dass die neue Technik allen Bürgern im Landkreis und seiner Umgebung zur Verfügung steht. Egal, ob jemand mit oder ohne Roboter operiert werde – es entstünden ihm keine Extra-Kosten.

Der „da Vinci Xi“ kostete in der Anschaffung zwischen zwei und drei Millionen Euro. Eine genaue Zahl nennt Lippmann nicht. Der Plan der Krankenhaus GmbH ist es, den Roboter auch in der Wirbelsäulenchirurgie sowie der Urologie einzusetzen. Erst soll aber der Einsatz in der Gynäkologie und bei der Knie- und Hüftendoprothetik ausgebaut werden, sagt Geschäftsführer Lippmann.

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