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5. Januar 2018: Der Maibaum liegt flach.

Maibaum-Fällung entfacht Diskussion

Parkplätze statt Park? Weilheimer entsetzt über angebliche Baupläne am Amtsgericht 

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Der Maibaum gegenüber dem Amtsgericht ist weg. Am Freitag wurde er umgelegt. Wegen des Baus von Parkplätzen oder eines Parkdecks? Darüber wird in den sozialen Netzwerken heiß debattiert – und spekuliert. 

Weilheim – Was hat es mit dem Umlegen des Maibaums und Plänen für das Areal auf sich? Mehrere Nachfragen ergaben ein klares Bild in Sachen „Maibaum“, in Sachen „Parkdeck“ blieb es nebulös. Die Antwortsuche:

Nachfrage bei Franz-Xaver Kastl jun., 2. Vorsitzender des Heimat- und Trachtenvereins Weilheim, der für den Maibaum verantwortlich ist. Eigentlich, so Kastl, sollte der Maibaum im Herbst umgelegt werden. Am Freitag sei es nun passiert, weil der Baum schon seit 2013 stehe und somit über die zulässige Zeit. „Regulär wäre heuer ein neuer Maibaum aufgestellt worden“, so Kastl, „doch wir setzen ein Jahr aus“. Grund für die Maibaum-Pause: Die Stadt habe dem Verein mitgeteilt, dass es Pläne für eine Verwendung des Grundstücks gebe, aber erst im April nach Abschluss eines Bodengutachtens feststehe, ob sie verwirklicht werden. (Wie im Mai 2017 in der Heimatzeitung berichtet, ist die Wiese als einer von mehreren Standorten für ein Parkdeck in der Diskussion. Unter ihr ist eine Hausmülldeponie).

Der Heimat- und Trachtenverein hat laut Kastl angesichts der Mitteilung durch die Stadt beschlossen, heuer keinen Maibaum aufzustellen. Das Risiko, dass er bald wieder wegmüsse, wollte der Verein nicht eingehen, denn ein Mai-Fest sei mit hohen Kosten verbunden. Der Platz am Amtsgericht ist seit 1975 Maibaumplatz, der vorherige am Gymnasium musste dem Zentralbau weichen.

Für Kastl steht fest, dass der Verein 2019 wieder einen Maibaum aufstellen wird, entweder am bekannten Ort oder woanders. Über Vorschläge für einen Alternativ-Standort freue er sich. Aufs Aufstellen eines Maibaums müssen die Weilheimer heuer aber nicht verzichten: Die Marnbacher stellen am 1. Mai einen auf, so Kastl.

Nachfrage in der Stadtverwaltung: Stadtbaumeisterin Andrea Roppelt hatte am gestrigen Montagvormittag schon zahlreiche Anrufe wegen des Maibaums und der Diskussion im Internet. „Warum der Maibaum weg ist, das weiß ich nicht“, sagt sie, „der Maibaum ist nicht Sache der Stadt“. Es gebe „keine konkreten Pläne“, die zwischen Bundesstraße 2 und Johann-Dürr-Straße liegende Fläche zu verwerten, so die Stadtbaumeisterin. „Ich weiß nicht, woher die Spekulationen kommen“. Laut Roppelt hat eine Altlastenuntersuchung letztes Jahr ergeben, dass von der alten Hausmülldeponie keine Gefahr für Mensch, Tier und Pflanzen ausgehe. Es würden aber, so Roppelt, demnächst zwei der Bäume gefällt, weil sie nicht standsicher seien.

Nachfrage im Landratsamt: Die Antwort von Pressesprecher Hans Rehbehn zum Maibaum-Platz fällt knapp aus: „Wir planen dort zur Zeit nichts“.

Die Beiträge in der offenen Facebook-Gruppe „Du kommst aus Weilheim, wenn“ sind zahlreich und stehen – von wenigen Ausnahmen abgesehen – Parkdeck-Plänen kritisch gegenüber. Es dürfe kein Maibaum mehr aufgestellt werden wegen eines „Parkplatz fürs Krankenhaus“, ist Günter Klose vom „Dachsbräu“ empört.

Und Heiko Folkerts von den „BauKulturFreunden“ merkt an: „Wir werden auf jeden Fall was mit unseren BauKulturfreunden gegen diesen riesigen Schildbürgerstreich unternehmen. Einfach mal locker einen in den 50er Jahren vom hervorragenden Stadtbaumeister Glück gärtnerisch angelegten Stadtpark und Volksfestplatz mit Maibaum im Boden zu versenken, ist an Dreistigkeit und Unverfrorenheit wohl kaum noch zu überbieten“. Er kündigt Demonstrationen und Unterschriftenaktionen der Initiative an.

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