Zum Online-Neujahrsempfang des FDP-Kreisverbands Weilheim-Schongau hatten sich 26 Liberale und Gäste eingewählt.
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Zum Online-Neujahrsempfang des FDP-Kreisverbands Weilheim-Schongau hatten sich 26 Liberale und Gäste eingewählt.

Die Freien Demokraten im Landkreis planen ihren Wahlkampf mit liberalen Werten

„Partei der Freiheit“ will 15 Prozent erreichen

Landkreis – „Alles ist besser als Rot-Rot-Grün“, so der Bundestagskandidat der Liberalen, Martin Sielmann, beim Online-Neujahrsempfang des FDP-Kreisverbands am Sonntag, zu dem sich 26 Gäste zugeschaltet hatten. Ein weiteres Dutzend verfolgte die Veranstaltung, die es seit 2006 gibt, in den sozialen Medien.

Der Vorsitzende des Kreisverbands, Klaus Breil, sieht als eines der größten Probleme, mit der die Wirtschaft derzeit zu kämpfen hat, die Unsicherheiten aufgrund der Corona-Pandemie: „Nichts ist schlimmer als ein kurzfristiges Hin und Her.“ Der Staat müsse neu organisiert werden, und „das müssen wir schnell anpacken“.

Eigenverantwortung der Bürger

Morten Faust, der voriges Jahr für das Amt des Landrats kandidierte, setzt bei der Erreichung der Ziele, zu denen eine starke Wirtschaft gehört, auf die Eigenverantwortung der Bürger. „Es braucht keine Zwänge“, sagte er. Zukunftschancen sieht er in den neuen Technologien wie Digitalisierung und Breitbandnetzen. In diesem Zusammenhang kritisierte Faust die Klimabewegung, die diese Chancen nicht erkenne. Sie hätte nur „jeden Tag einen neuen Klimasünder durchs Dorf getrieben“.

Armin Mell, der dritte Bürgermeister von Seeshaupt, betonte das soziale Engagement seiner Partei. Er wolle „bezahlbaren Wohnraum schaffen für Bürger, die normal verdienen“.

Subventionen werden kritisch gesehen

Auf das ökologische Engagement der Liberalen wies der Seeshaupter Gemeinderat Benedikt Fischer hin. Er wolle Innenverdichtung zur Schaffung von Wohnraum anstelle der Ausweisung neuer Baugebiete im Außenbereich.

Der FDP-Betreuungsabgeordnete im Bundestag Thomas Sattelberger, warf der Bundesregierung vor allem Versagen vor. Anstelle eines Shutdowns hätte mehr Impfstoff besorgt werden müssen. Bei der Auszahlung der Novemberhilfen habe sie logistisch versagt, ebenso bei der Digitalisierung, bei der Deutschland „noch ein Schwellenland“ sei.

Was kommunale Unterstützung für Unternehmen angeht, sagte Saika Gebauer-Merx: „Ich bin kein Freund von großen Subventionen.“ In der Diskussion wurde die Befürchtung geäußert, dass durch Subventionen auch „Zombie-Unternehmen“ am Leben gehalten werden. Dies sei nicht unbedingt sinnvoll.

Vorsichtig bei „Marvel Fusion“

Breil rechnet für die Zeit nach der Corona-Krise mit einer Pleitewelle, weil viele Unternehmen jetzt ihre Reserven aufbrauchten. Sattelberger stimmte ihm zu und ergänzte „Ja, und es wird vor allem die Kleinen treffen.“ Damit seien auch Arbeitsplätze in Gefahr, denn „Kurzarbeit ist nur versteckte Arbeitslosigkeit“. Mit der Liquidation von Unternehmen werde zwangsläufig die Arbeitslosigkeit steigen. Es müsse jetzt Bürokratie abgebaut werden, damit Selbstständige in der „harten Zeit nach Corona“ wieder Arbeitsplätze schaffen können.

Trotz aller Aufgeschlossenheit für Fortschritt, beim Großprojekt „Marvel Fusion“ in Penzberg sind die Liberalen vorsichtig. Nachdem sich zwei wichtige Personen aus dem Projekt verabschiedet haben (wir berichteten) halten die Liberalen beim weiteren Vorgehen zum Grundstücksverkauf durch die Stadt Penzberg Vorsicht für angebracht.

Zuwachs bei den Mitgliedern

Auch der liberale Nachwuchs hat sich Ziele gesetzt, wie Lasse Bahnsen und Helena Gebhard berichteten. Sie wollen im Landkreis ihre Kräfte bündeln und vor allem über die sozialen Medien die Jugend ansprechen. Die Plattform für die digitale Offensive steht laut Gebhard, bis April sollen die Inhalte eingestellt sein.

Mit dem FDP-Kreisverband geht es laut Breil „seit der dunkelsten Stunde 2013“ bergauf. Die Mitgliederzahl sei von 43 auf derzeit 73 gestiegen.

ALFRED SCHUBERT

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