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P. Christoph Soyer im Mai 2018 bei einem Besuch in Weilheim.

2007 verließ er die Stadt

Nach der Primiz in Weilheim: Diesen spannenden Lebensweg hat Pater Christoph Soyer eingeschlagen

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Knapp elf Jahre ist es her, dass Christoph Soyer Primiz in Weilheim feierte. Seitdem ist der Jesuitenpater viel herumgekommen. Nach Jahren in Berlin lebt er jetzt in München und koordiniert die Ausbildung der Jesuiten. Und auch ein Buch hat er soeben herausgegeben.

Weilheim/München – Schlicht sollte sie sein, seine Primiz in Weilheim – das war der ausdrückliche Wunsch von Pater Christoph Soyer für diesen ersten Gottesdienst als Neupriester, den er im Oktober 2007 in Weilheims Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt zelebrierte. Schlicht – aber durchaus wirkungsvoll – sind sein Leben und sein Auftreten nach wie vor, so wie es der Tradition seines Ordens entspricht. Mit 41 Mitbrüdern lebt der 48-Jährige im Provinzialat der deutschen Jesuiten an der Münchener Kaulbachstraße, bewohnt dort ein einfaches Zimmer. Wenn man ihn trifft, zündet sich Soyer hin und wieder fast genießerisch eine selbstgedrehte Zigarette an; überhaupt identifiziert man ihn nicht zwangsläufig als Ordensmann.

Jesuitenpater Christoph Soyer (Mitte) bei seiner Primiz im Oktober 2007 in Weilheims Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt.

Auf Reisen ist er meist mit Rucksack und leichtem Gepäck unterwegs. Und Pater Soyer ist oft auf Reisen. Seit Sommer 2017 fungiert er als Ausbildungsdelegat der Jesuiten in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Litauen (diese vier Länder bilden demnächst mit Ungarn eine gemeinsame Jesuiten-Provinz): Er koordiniert und begleitet die gut zwölfjährige Ausbildungszeit, die sich bei den jungen Mitbrüdern an das Noviziat und ihre ersten Gelübde anschließt. Diese umfasst in der Regel ein Philosophiestudium, ein Pastoralpraktikum, ein Theologiestudium, die Priesterweihe samt intensiver Vorbereitung und oft noch ein Aufbaustudium.

Rund 40 Jesuiten zwischen 22 und 45 Jahren begleitet Soyer derzeit, hilft ihnen bei der Planung, hat viel zu organisieren, führt viele Gespräche – und versucht, jeden der 40 einmal im Jahr zu besuchen. Was eben zahlreiche Reisen bedeutet, in ganz Europa, aber auch in die USA oder nach Kanada. Während der Semesterzeiten der Münchener Universitäten arbeitet der aus Weilheim stammende Pater zudem mit einer halben Stelle in der Studentenseelsorge, steht für Gespräche zur Verfügung, lädt zu Wochenendkursen ein und hält Gottesdienste – etwa jeden Sonntagabend in der katholischen Hochschulgemeinde der TU.

Vor dem Umzug nach München wirkte Christoph Soyer sechs Jahre in Berlin, war dort Leiter der „Katholischen Glaubensinformation“ des Bistums, also Ansprechpartner für Erwachsene, die katholisch werden wollten. Über 250 Menschen zwischen 20 und 80 Jahren hat er in dieser Zeit auf die Taufe oder die Konversion (den Übertritt aus einer anderen Kirche) vorbereitet. Soyers Erfahrungen in dieser Tätigkeit mündeten in sein erstes Buch, das dieses Frühjahr in der Reihe „Ignatianische Impulse“ des Echter-Verlags erschienen ist: „Eintreten – Wege in die Kirche“. Der Jesuit hat dafür einige der von ihm begleiteten Berliner gebeten, von ihrem persönlichen Zugang zum Glauben zu erzählen. Sein Lieblingssatz stammt von einem Dokumentarfilmer, der mit 47 Jahren katholisch wurde und festhielt: „In meinem Berliner Umfeld wäre es schon abwegig, sich zur CDU zu bekennen – aber zum Katholizismus? Das würden die Menschen, die ich in dieser Stadt kenne, für einen Scherz halten.“

Christoph Soyer – der an der Jesuiten-Hochschule in Paris Theologie studiert hat, im Stuttgart zum Diakon und in Mannheim zum Priester geweiht wurde, in Göttingen Kaplan und danach zum Aufbaustudium in Chicago war – mag die Weite des Glaubens. Als „katholisches Lebensgefühl“ definiert er „eine Weise des Lebens, die Ernsthaftigkeit und Gelassenheit miteinander verbindet“. Er selbst strahlt beides aus – und ist deshalb auch guter Dinge angesichts der neuen Aufgaben, die auf einen Jesuiten alle paar Jahre zukommen.

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