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Da warten sie noch aufs Happy End: Der grantelnde Bauer Martin (Tom Mandl, l.) und sein Spezl Gustl (Max Held). 

„Chiemgauer Volkstheater“

Pech im Spiel, Glück in der Liebe

Weilheim - Das „Chiemgauer Volkstheater“ ist immer unterhaltend. Auch, wenn das Stück einmal gar nicht so leicht ist.

Er ist gar leichte Kost, der ländliche Schwank „Der Kartlbauer“ von Ralph Wallner, den das „Chiemgauer Volkstheater“ am Samstagabend auf die Bühne der Weilheimer Stadthalle brachte. Martl, der Bauer, scheint durch seine Spielleidenschaft und sein Pech Haus und Hof zu verlieren. Doch am Ende wendet es sich zum Guten – und Martl, aber auch sein Freund und Knecht Gustl können die jungen Frauen umarmen, für die ihr Herz früher oder später zu schlagen begonnen hat.

350 Besucher gönnten sich diesen unterhaltsamen Theaterabend, der vor allem durch die professionellen Darbietungen der nur sieben Akteure geprägt war. Mona Freiberg, die das Stück inszenierte und die als Pfarrersköchin Zenzi eine Paraderolle hatte, wandte sich nach der Vorstellung ans Publikum – und merkte an, dass die Weilheimer großen Abstand wahren würden. Die Worte bezog sie darauf, dass zwischen Bühne und erster Reihe vier Meter Platz war. Beachtlich war die Distanz, die einige Besucher zurücklegten. Die kamen nicht nur bis aus Starnberg und aus Altenstadt; auch aus dem Landkreis Donau-Ries hat ein Bus Freunde des Volkstheaters nach Weilheim gebracht.

Die Distanz zwischen Bühne und Besuchern in der weiten Stadthalle bekamen die Akteure aber sofort in den Griff – mit klarer Aussprache bei guter Tontechnik. Und mit großen Gesten. Profis wissen, wie sie damit umzugehen haben, wenn in einer großen Spielstätte zunächst eine vermeintlich kühle Distanz herrscht.

Mitsamt Pause dauerte die Aufführung gerade mal zwei Stunden. Abends um zehn war alles vorüber. War’s so wenig Inhalt? Mitnichten. Die intensiven Dialoge und vor allem die konsequente Einsätze verdichteten das Geschehen. Martin, der grantelnde Bauer (dargestellt von Tom Mandl), hat nach einer unglücklichen Liebe ein unglückseliges Kartenspiel mit dem vermeintlichen Großbauern Bachmeier verloren; dabei hat er sich verpflichtet, dessen naive Tochter, die Agnes, zu heiraten. Noch einmal greift Martin, erneut vom Bachmeier (Rupert Pointvogl) angestachelt, zu den Karten, um das Glück herauszufordern. Doch alles wird schlimmer.

Erst durch Gespräche unter Anna Kirchbauer, der Schwester des Bauern (Kristina Helfrich), der Aushilfsmagd Christl (Nicola Pendelin) und dem „Trutscherl“ Afra (Simona Mai), aber auch durch eine waghalsige Aktion der Pfarrersköchin, die mit dem Bauern selbst noch einmal kartelt und zum Schluss die Herz-Sau an sich reißt, dreht sich das Blatt. Am Ende liegen sich der Martl und die Christl genauso in den Armen wie der Knecht und die Anna.

Bei allem Abstand – Handlung und Happy End sind doch naheliegend.

Johannes Jais

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