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Der Bahn-Halt in Polling wurde 1984 geschlossen. Das Foto stammt aus dem Jahr 2005.

Pendlerparkplatz „Am Öferl“

Schwierige Suche nach Ausweg aus Parkchaos

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Dass die Stellplätze für die Bahnpendler „Am Öferl“ in Weilheim nicht ausreichen,  bestreitet niemand. Darüber, wie das Problem gelöst werden könnte, gehen die Meinungen aber weit auseinander. Ein Bahn-Halt in Polling wird ebenso debattiert wie eine bessere Abstimmung des Zubringerverkehrs.

Weilheim – Die Fakten sind schnell dargestellt: Der Pendlerparkplatz „Am Öferl“ verfügt über einen überdachten Radständer und 276 Parkplätze für Autos, das Parkticket kostet pro Tag einen Euro, die Monatskarte 15 Euro, und die Jahreskarte schlägt mit 100 Euro zu Buche. Im vergangen Jahr wurden 120 dieser Jahreskarten verkauft. Fakt ist aber auch: Die Zeitkarten sind keine Garantie für einen Stellplatz, und ab 7 Uhr ist die Welt „Am Öferl“ in der Regel nicht mehr in Ordnung, denn alle Parkplätze sind belegt.

Die Frage ist nun: Wie kann Abhilfe geschaffen werden? Die Stadt Weilheim hätte gern, dass das Problem vor ihren Toren gelöst wird, auch um nicht noch mehr Autoverker in die Stadt zu locken. Eine Reaktivierung des 1984 geschlossenen Bahn-Halts in Polling könnte den Druck von Weilheim nehmen, denn dort gibt es nach Einschätzung von Andreas Wunder, Chef des städtischen Ordnungsamtes, genug Platz für Parkplätze. Wunder weiß aber auch, dass die Bahn sich sperrt. und zwar mit dem Argument, dass sich durch den zusätzlichen Stopp die Fahrzeit auf der Werdenfels-Strecke verlängere.

Ein Sprecher der Deutschen Bahn sagte auf Nachfrage der Heimatzeitung, dass eine Erweiterung des Pendlerparkplatzes allein Sache der Stadt sei, nur sie erhalte dafür Fördermittel. Außerdem werde der Parkplatz „Am Öferl“ wegen seiner Nähe zur Innenstadt nicht nur von Bahnkunden genutzt. Eine mögliche Reaktivierung des Bahn-Halts Polling sei allein Sache der Bayerischen Eisenbahn Gesellschaft (BEG).

Die aber hegt dafür aber keinelei Pläne. Der Freistaat Bayern lege großes Augenmerk darauf, das bayerische Bahnnetz fahrgastorientiert weiterzuentwickeln, heißt es in einer Stellungnahme von Dr. Johann Niggl, Sprecher der Geschäftsführung. So sollen im Rahmen der „Stationsoffensive Bayern“ 20 neue Haltestellen entstehen. „Für weitere Haltepunkte darüber hinaus gibt es bis Ende des Jahrzehnts derzeit leider keine finanziellen Perspektiven“, so Niggl. Polling scheide auch deswegen aus, weil „eine Bedienung des Haltes mindestens im Stundentakt“ erfolgen müsse, Dies sei aufgrund der eingleisigen Strecke und des dichten Fahrplanangebotes derzeit nicht möglich.

„Das Drama um die Park&Ride-Parkplatz verschärft sich derzeit, ist aber nicht neu“, so Norbert Moy, vom Fahrgastverband „Pro Bahn“ in Weilheim. Die Geschichte des Parkplatzes ist eine Geschichte ständiger Erweiterung: In den 1980er Jahren wurde er von der Stadt mit rund 100 Plätzen angelegt, 2003 wurde er um rund 140 und 2005 um weitere 40 Plätze erweitert. Um immer wieder war er schnell überlastet, so Moy. Die scheinbar „einfache Lösung“, mehr mehr Parkplätze zu schaffen, „würde viel zu kurz greifen und nur an den Symptomen des eigentlichen Problems herumdoktern“, so Moy weiter. Der Andrang der Autofahrer sei Indiz für zwei Dinge: Erstens für die Attraktivität des halbstündlichen Bahnangebots von Weilheim Richtung München und zweitens für die „teilweise massiven Mängel der Zubringerverkehre mit Bus und Bahn nach Weilheim“. Schon eine Pendlerbefragung im Jahr 2006 durch „Pro Bahn“ habe gezeigt, dass rund ein Viertel der Parkplätze Am Öferl von Pendlern belegt werde, die aus dem Einzusgbereich der Paffenwinkelbahn kommen. Als Hauptgrund dafür, nicht schon in Peißenberg oder Peiting den Zug zu besteigen, habe sich die Angst vor fehlendem Anschluss in Weilheim an die Werdenfelsbahn erwiesen. Moy: Umsteigefreie Verbindungen Schongau-München, realisierbar mit Hybridfahrzeugen oder einem Fahrdraht bis Schongau, wären hier angesagt“. Es fehle auch ein Konzept, das die Verkehrsströme auf Straße und Schiene im Landkreis und darüber hinaus sinnvoll und kundengerecht verknüpfe. Mit der Folge, dass die Kommunen unkoordiniert lokal mit Parkplätzen herumwursteln, die sie eigentlich für Bürger anderer Gemeinden bauen.

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