+
In vielen Orten im Landkreis werden Einkaufsdienste angeboten. 

Corona-Pandämie

Helfen in der Krise - Nachbarschaftshilfen stehen im Landkreis bereit

  • Kathrin Hauser
    vonKathrin Hauser
    schließen

Wenn es auch täglich schlimme Nachrichten über das Coronavirus und seine Auswirkungen gibt, in den Städten und Dörfern im Landkreis Weilheim-Schongau wächst auch die Hilfsbereitschaft. 

Die Bemühungen, die weitere Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen und die Maßnahmen, die die bayerische Staatsregierung und die Mediziner nun fordern, stellen viele Menschen vor Herausforderungen. Insbesondere ältere und alte Menschen sowie Vorerkrankte sollten Kontakte zu anderen so weit wie möglich vermeiden, um eine Ansteckung mit dem Coronavirus zu verhindern.

Aus diesem Grund raten Experten Bürgern, die zu Risikogruppen gehören, Supermärkte und Geschäfte zu meiden und nicht mehr selber einzukaufen. Doch insbesondere für ältere Menschen, die keine Angehörigen am Ort haben, wird die Versorgung mit Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs so schnell zum Problem.

Nachbarschaftshilfen Hohenpreißenberg und Peißenberg

Die Nachbarschaftshilfe Hohenpeißenberg hat schon auf die Krisensituation reagiert und spezielle Telefonnummern (siehe unten) eingerichtet, unter denen die ehrenamtlichen Helfer erreichbar sind, wie der Hohenpeißenberger Bürgermeister Thomas Dorsch mitteilt.

Er habe bei den Verantwortlichen nachgefragt, wie es in diesen Zeiten mit Unterstützung aussieht: „Sie haben gesagt, sie sind voll einsatzfähig und so besetzt, dass sie Hilfe leisten können“, sagt Dorsch: „Das freut mich natürlich total.“ Die ehrenamtlichen Helfer übernehmen Einkaufsfahrten und Kinderbetreuung und unterstützen bei den Arztbesuchen, die auch in Coronazeiten noch sein müssen. Bislang sei die Nachfrage nach Hilfe noch nicht größer als sonst. Dorsch führt das auf die dörflichen Strukturen zurück: „Im Dorf sind die Strukturen noch so, dass sich die Leute gegenseitig unterstützen.“ Dennoch sei es schön, dass Hilfe angeboten werde.

Wer in Peißenberg nun Hilfe benötigt, kann sich über das Pfarrbüro der Pfarreiengemeinschaft Peißenberg/Forst an „Menschen helfen Menschen“ wenden.

Hilfe

gibt es in Hohenpeißenberg unter Telefon 08805/921998 und Handy 0160/3133543 und in Peißenberg unter der Rufnummer des Pfarrbüros 08803/3654.

Nachbarschaftshilfen Penzberg, Antdorf, Sindelsdorf, Iffeldorf

Die Nachbarschaftshilfen in Penzberg und den umliegenden Ortschaften stehen bereit, um Älteren und Schwächeren dabei zu helfen, gesund durch die kommenden Wochen zu gelangen. 

Ältere Menschen und solche mit Vorerkrankungen gelten als Risikogruppen, die bei einer Infektion mit dem Corona-Virus mit einem schweren Verlauf der Erkrankung rechnen müssen. Die Nachbarschaftshilfen aus Penzberg, Iffeldorf, Sindelsdorf und Antdorf möchten diesen Menschen helfen, ihr Ansteckungsrisiko zu minimieren, zum Beispiel, indem sie für sie einkaufen.

Iffeldorf: Zahl der Helfer wächst in der Krise

Verstärkt Einkaufsfahrten wollen die Iffeldorfer anbieten. „Wir sind mit allen unseren verfügbaren Helfern in Bereitschaft“, sagt Vereinsvorsitzende Ria Markowski. „Ebenso sind wir in Bereitschaft, falls Unterstützung im familiären Bereich benötigt wird.“ Die Zahl der ehrenamtlichen Helfer in ihrem Verein sei angesichts der Corona-Krise sogar gewachsen. Vor allem jüngere Leute hätten sich in den vergangenen Tagen gemeldet und ihre Hilfe angeboten. „Das finde ich großartig“, sagt Markowski. In Anspruch genommen habe die Hilfe bisher aber noch niemand. So, wie die Situation derzeit sei, „können wir sie gut meistern“, ist Markowski überzeugt. Wer noch mithelfen möchte, der könne sich aber gerne bei ihr melden.

Antdorf: Überlegung für Essen auf Rädern

Die Nachbarschaftshilfe aus Antdorf hat angesichts der aktuellen Situation gerade einen Handzettel an alle Haushalte im Dorf verteilt, wie Vereinsvorsitzende Brigitte Piechula sagt. Auf diese Weise wolle der Verein die Antdorfer darüber informieren, dass die Ehrenamtlichen zweimal pro Woche zusätzliche Einkaufsfahrten anbieten. „Für diejenigen, die sich nicht mehr raustrauen oder in Quarantäne bleiben müssen.“ Dafür habe ihr Verein eine eigene Hotline eingerichtet. Derzeit werde außerdem überlegt, in Kooperation mit dem Wirt der „Post“ eine Art „Essen auf Rädern“ anzubieten, so Piechula. Zu derartigen weiteren Hilfsangeboten will sich die Vorstandschaft in den nächsten Tagen beraten. „Grundsätzlich ist bei uns ein großer Zusammenhalt im Dorf“, sagt Piechula. Und der werde in den kommenden Wochen noch größer werden. Davon ist sie überzeugt.

Sindelsdorf: Großer Zusammenhalt

Den großen Zusammenhalt spürt auch die Nachbarschaftshilfe in Sindelsdorf. Wie deren Vorsitzender Wolfgang Geist sagt, hätten sich in den vergangenen Tagen einige Menschen gemeldet, die gerade jetzt im Verein mithelfen wollen, etwa bei den Einkaufsfahrten, die der Verein regelmäßig anbietet – auch schon vor der Corona-Krise. Zusätzlich überlege man nun, wie man die Eltern entlasten könne, die arbeiten müssen, während ihre Kinder nicht mehr in Kindergarten und Schule gehen können. Dazu finde in den nächsten Tagen eine Besprechung statt, so Geist.

Nachbarschaftshilfe und Stadt Penzberg: Einkaufshilfe

Auch die ökumenische Nachbarschaftshilfe Penzberg steht bereit, Risikopatienten und von Quarantäne Betroffenen zu helfen. „Ich habe etwa acht Leute parat, die kurzfristig helfen können“, sagt Petra Mursch. Angeboten werde etwa das Erledigen von Einkäufen. Auch, wer in einer akuten Notlage eine Betreuung für sein Kind braucht, könne sich melden, so Mursch. Sie versichert: „In Notsituationen sind wir immer da.“ Bürgermeisterin Elke Zehetner hatte bereits am Montag angekündigt, dass die Stadt in Zusammenarbeit mit der Nachbarschaftshilfe die Koordination eines Einkaufsdienstes „für alle, die Hilfe brauchen, vor allem Ältere und Schwächere“, übernehmen werde, also für den besonders „gefährdeten Personenkreis“. Dabei geht es ihr zufolge um die Versorgung und sonstige soziale Dienste. Die Aktion lauf auch in Zusammenarbeit mit der islamischen Gemeinde. Menschen, die diese Hilfe benötigen, können sich laut Zehetner direkt bei ihr melden: per E-Mail an „elke.zehetner@penzberg.de“ oder unter den Telefonnummern 08856/813103 und 08856/813104.

Kontakte: Iffeldor, Antdorf, Sindelsdorf und Penzberg

Kontakte Wer die Dienste der Nachbarschaftshilfe Iffeldorf in Anspruch nehmen möchte erreicht das Helfertelefon unter 08856/8023157. Wer als Helfer aktiv werden will, kann sich unter 08856/7900 bei Ria Markowski melden. Hotline der Nachbarschaftshilfe Antdorf: 0160/93995481. Kontakt zur ökumenischen Nachbarschaftshilfe Penzberg: Petra Mursch, Telefon 08856/82911. Die Nachbarschaftshilfe Sindelsdorf ist erreichbar unter 08856/1213.

Franziska Seliger

 Hilfe in Weilheim

Welheim – Das Alltagsleben wird durch die Corona-Pandemie gewaltig auf den Kopf gestellt. Das, was vor ein paar Wochen noch selbstverständlich war, gilt plötzlich als Gefahr. Insbesondere Senioren sollten Kontakte mit anderen Menschen so weit wie möglich vermeiden und auch nicht mehr einkaufen gehen.

Aus diesem Grund haben die Weilheimer „Malteser“ ihr Angebot der „Einkaufshilfe“ erweitert: „Wir bieten an, dass wir für Senioren oder Bedürftige einkaufen, die sonst niemanden haben, der das für sie erledigt“, sagt Jutta Zuber von der „Malteser“-Dienststelle Weilheim. „Wir haben rund 25 ehrenamtliche Einkäufer gefunden, die uns bei diesem Angebot unterstützen“, so Zuber.

Dieses Angebot gilt nach einer Mitteilung der „Malteser“ ab dem heutigen Donnerstag „für alle Menschen aus der definierten Risikogruppe, aber auch generell für alle älteren und nicht mehr so mobilen Menschen.“ Es würden alle Einkäufe übernommen, die den täglichen Bedarf decken, also Lebensmittel, Getränke und andere Waren, die benötigt werden.

Abgesehen von den Senioren könnten sich andere hilfsbedürftige Menschen an die Malteser wenden (Telefon: 0881/92584960), die Einkaufshilfe benötigten. „Wir schauen uns den individuellen Fall an und entscheiden dann, ob wir beim Einkaufen helfen können“, sagt Zuber.

Die Übergabe der Waren und die Art der Bezahlung sei so geregelt, dass kein Kontakt zwischen dem Einkaufenden und denjenigen, die die Einkäufe gebracht bekommen, nötig ist. Im Team der Ehrenamtlichen arbeiten auch 15 Schüler mit, die das Bedürfnis hatten, ältere Menschen in ihrer Stadt zu unterstützen und nun, da die Schulen geschlossen sind, auch die Zeit dafür haben. Dass es Bedarf gibt, hat Zuber schon gemerkt: Obwohl das Angebot noch nicht bekannt gemacht wurde, haben sich schon zwei Bürger gemeldet, die Hilfe beim Einkaufen benötigen.

Auch die „Katholische Nachbarschaftshilfe“ der Pfarreiengemeinschaft Weilheim bietet in Notsituationen wie dieser Hilfe an. Es wurde sogar eine Rufbereitschaft eingerichtet, die unter der Telefonnummer 0881/927718 417 zu erreichen ist. Bislang habe sich noch niemand gemeldet, der Hilfe beim Einkaufen benötige, sagt Harald Groß von der Nachbarschaftshilfe. Dafür habe er aber Anrufe von zwei Gruppen jugendlicher Weilheimer erhalten, die Einkaufsdienste übernehmen möchten für ältere Menschen. „Die stünden bereit, wenn es etwas für sie zu tun gäbe“, sagt Groß: „Ich finde das sehr schön.

kh

Einkaufshilfe

Wer zur Risikogruppe gehört, oder aus anderen Gründen nicht mehr einkaufen kann oder sollte, kann sich bei den Weilheimer „Maltesern“ unter der Rufnummer 0881/92584960 melden oder bei der „Katholischen Nachbarschaftshilfe“ unter Telefon 0881/927718 417.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kommentare