So genannte Pfandringe sollen helfen, dass Recyclingflaschen und -dosen nicht im allgemeinen Müll landen.
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So genannte Pfandringe sollen helfen, dass Recyclingflaschen und -dosen nicht im allgemeinen Müll landen.

Antrag der Agenda-Gruppe „Junges Leben“

Pfandringe als „Win-Win-Win-Situation“ für Weilheim

  • Magnus Reitinger
    vonMagnus Reitinger
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Der neue Arbeitskreis „Junges Leben“ der Weilheimer Agenda 21 beantragt, Mülleimer im Stadtgebiet mit Leergut-Behältnissen auszustatten. Davon könnten viele profitieren.

Weilheim – Öffentliche Mülleimer im Stadtgebiet sollen mit so genannten Pfandringen ausgestattet werden, in denen Passanten ihr Leergut abstellen können – das fordert der Arbeitskreis „Junges Leben“ der Weilheimer Agenda 21. Nach Überzeugung der AK-Sprecher Florian Kling und Xaver Winter wäre das „eine sinnvolle Win-Win-Win-Situation“: Denn damit würde nicht nur Pfandsammlern Gutes getan, sondern auch Umweltschutz betrieben, weil Flaschen und Dosen im Recyclingkreislauf bleiben und nicht mehr verbrannt werden. Zudem entstünden weniger Glasscherben, was weniger Reinigungsaufwand für die Mitarbeiter der Stadtwerke bedeuten würde.

Der Agenda-AK hat einen entsprechenden Antrag an Weilheims Bürgermeister Markus Loth und Stadtwerke-Vorstand Peter Müller geschickt. Dieser wird voraussichtlich in der öffentlichen Bauausschuss-Sitzung am 20. April besprochen. „Die Idee ist gut“, sagte Loth auf Tagblatt-Anfrage, doch müsse die Stadtverwaltung zunächst die Kosten ermitteln. Kling und Winter nennen in ihrem Antrag die in Köln ansässige Firma „Pfandring“ als möglichen Ausstatter. Doch könnten unter Berücksichtigung von deren Patent- und Markenrechten eventuell auch einheimische Betriebe oder die Stadtwerke selbst solche Flaschenringe oder -körbe herstellen. Sollte es angesichts der angespannten Haushaltslage nicht möglich sein, alle öffentlichen Mülleimer im Stadtgebiet entsprechend auszustatten, so regen die Antragsteller „zumindest eine Art Pilotprojekt für den innerstädtischen Bereich“ an.

Hintergrund für den Agenda-Antrag ist eine eigene Beobachtung: „Wer durch Weilheims Straßen geht, vor allem in den frühen Morgenstunden, sieht des Öfteren Menschen in den (nur noch spärlich vorhandenen) städtischen Mülleimern auf der Suche nach Pfandflaschen wühlen“, schreiben die Sprecher: „Oftmals, um sich mit den gefundenen Pfandflaschen eine Kleinigkeit ,dazuzuverdienen’“. Zwar ändere das Anbringen von Leergutringen nicht „das eigentliche Problem, nämlich die immer weiter auseinanderklaffende Schere zwischen Arm und Reich“, betonen Kling und Winter. Doch könne man den Betroffenen auf diese Weise „ein wenig menschliche Würde wieder zurückzugeben und sie darüber hinaus vor etwaigen Gefahren einer Verletzung bewahren“ – weil diese beim Pfandflaschen-Sammeln nicht mehr „in den von anderen Personen weggeworfenen Unrat greifen“ müssten.

mr

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