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Gespräche auf dem Kirchplatz: Prälat Karlheinz Knebel (4. v.l.) unter anderem mit Weilheims Bürgermeister Markus Loth (3. v.l.) und Stadtpfarrer Engelbert Birkle (5. v.l.). 

Pfarreiengemeinschaft Weilheim

Die Diözese hörte zu

Weilheim - Domkapitular Karlheinz Knebel weilte auf dreitägiger Visitation in Weilheim. Den Gläubigen ist ihr „Haus der Begegnung“ wichtig, erfuhr er.

Hoher Besuch in der katholischen Pfarreiengemeinschaft Weilheim: Drei Tage war Domkapitular Prälat Karlheinz Knebel, Bischofsvikar der Diözese Augsburg auf Visitation. Höhepunkt seines Besuchs war gestern die Messe in der Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt. In einem feierlichen Zug, begleitet von Stadtpfarrer Engelbert Birkle, den Diakonen Ralf Nesslauer und Stefan Reichhart, Kaplan Bernd Rocher, Pater Matthias Leidenberger und den Ministraten, zog Knebel in die voll besetzte Kirche ein.

Nach einem gemeinsam gesungenen Lied, unterstützt vom Gemeinschaftschor der Pfarreiengemeinschaft, wandte sich der Domkapitular an die Gottesdienstbesucher. „Visitation ist mehr als nur ein Verwaltungsakt,“, betonte Knebel. „Entscheidend ist die Begegnung, die vor Gott stattfindet.“ Der Bischofsvikar zelebrierte mit Pfarrer Birkle und den beiden Diakonen Nesslauer und Reichhart die Messe. Knebel betonte: „Wir spüren das Engagement der Stadt im sozialen Bereich. Gerade dort müssen wir das Leben anschauen, wo sich das Leben schwertut.“

Nach der Messe nahm sich der Augsburger Domkapitular viel Zeit, um bei einem Stehempfang auf dem Kirchplatz mit den Gläubigen in Kontakt zu treten und ihre Fragen zu beantworten. „Diese Tage waren ein dichtes Konzentrat in relativ knappem Takt“, schilderte Knebel seine Eindrücke. „Ich bin vielen Gruppen begegnet, wie auch vielen sozialen Arbeitskreisen in der Stadt, wie auch dem Asyl-Unterstützerkreis. Da begegnet man der halben Welt.“ Als wichtig sah es der Gast, in Weilheim Wohnraum für Familien zu schaffen. Hier müsse die Kirche einen Beitrag leisten. Das Zusammenwirken der Pfarreiengemeinschaft sah er besser, als man denken könne. „Sie wächst zusammen, ist auf einem guten Weg“, so sein Eindruck.

Visitationen sind in der katholischen Kirche regelmäßige Besuche von Aufsichtspersonen. Unter anderem wird dabei mit Seelsorgern, Gremien, Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand gesprochen. Auch geht es um Finanzen und kirchliche Bauten. „Den Bericht der Visitation werden wir erst in Wochen oder Monaten erfahren“, so Pfarrgemeinderatsvorsitzender Hubert Elbert. „Schlüsse aus all den Sorgen, Nöten und all dem Guten, was unser Gast gesehen und gehört hat, können wir erst dann ziehen“, sagte Elbert. „Unser Wunsch ist es, dass Pfarreiengemeinschaften gemeinsam bemüht sind, die Kirche nach vorn zu bringen. Die Realität ist nicht immer leicht, wir müssen kämpfen für unseren Nachwuchs. Für die Zukunftsgestaltung der Kirche muss uns insgesamt mehr einfallen. Wie kann sie junge Familien auf dem zukünftigen Weg in die Kirche begleiten?“, so Elbert weiter. Ebenfalls wichtig: Das „Haus der Begegnung“ müsse erhalten bleiben. „Es ist renovierungsbedürftig, aber wir wollen es nicht aufgeben.“ Denn die Problematik der christlichen Kirche sieht Elbert darin, dass die Zahl der Gläubigen immer mehr abnimmt. „Das Problem muss von der Wurzel gelöst werden. Die Wurzeln sind die Familien, da muss angesetzt werden. Daher ist auch eine Begegnungsstätte für die Pfarreiengemeinschaft in Zukunft dringend notwendig, wir brauchen eine Begegnungsstätte, einen Raum, wo nicht nur Gottesdienste stattfinden, sondern sich Organisationen treffen können.“

Inge Beutler

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