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"Starke Schäden im Kirchengewölbe": Kirchenpfleger Hans Ücker (rechts) zeigt Stadtpfarrer Engelbert Birkle die Risse.

Pfarrkirche Mariae Heimsuchung

Pflegekur für ein Kirchenjuwel

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Unterhausen -  Die Unterhausener Pfarrkirche Mariae Heimsuchung ist derzeit Baustelle.  Die 150 000 Euro teure Renovierung soll bis September fertig sein.

Das Hauptbild des Langhauses wird von  Reliefs mit  göttlichen Tugend-Motiven eingerahmt. Der "festlich, heitere Kirchenraum", wie ihn der Kirchenführer beschreibt, ist ausgeräumt.

 Die schmucke Unterhausener Pfarrkirche Mariae Heimsuchung ist eine Baustelle geworden. Langhaus und Chor sind ausgeräumt, die Holzbänke sind mit Plastikplanen verhüllt. Bis unter das Dach ist ein Gerüst aufgebaut. Darauf stehen an diesem Tag die Kirchenmaler Heidi Stiegler und Tobias Orgel von der Wessobrunner Fachfirma „Engel und Paric“ und schaben vorsichtig Farbschichten von der Wand. In Mariae Heimsuchung hat die umfangreiche Innenrenovierung begonnen.

Am 29. Mai fand dort der vorerst letzte Gottesdienst statt. Tags darauf begann das große Ausräumen. Die Figuren wurden abmontiert und eingelagert, der barocke Hochaltar mit der 1621 vom Weilheimer Bildhauer Hans Degle geschaffenen Madonna und die zwei Seitenaltäre wurden abgehängt. Dann schritten die Restauratoren ans Werk. Die Renovierung „ist dringend notwendig“, erklärt Kirchenpfleger Hans Ücker. „Es gibt starke Beschädigungen im Deckengewölbe.“ Weilheims Stadtpfarrer Engelbert Birkle nickt bestätigend. 1973 stand in der Unterhausener Kirche letztmals eine Sanierung an, vor 20 Jahren wurden jedoch Risse an der Decke entdeckt. „Das sind Langzeitschäden“, sagt Ücker. Deutlich zu erkennen sind diese, die Risse durchziehen die wunderbaren Gemälde des bekannten Kirchenmalers Johann Baptist Baader. Kirchenpfleger Ücker bezeichnet das Gotteshaus als „Juwel im ganzen Oberland“. „Mariae Heimsuchung“ ist eine beliebte Wallfahrtskirche, das Schmuckstück wird aber auch gern von Auswärtigen für Hochzeiten und Taufen genutzt.

Ücker hat einen ganzen Ordner mit Unterlagen zum Bauprojekt gefüllt. Der Kirchenpfleger zählt die Arbeitsschritte auf: die Dispersionsschichten abnehmen, neu kalken, Deckengemälde und Stuckarbeiten reinigen, Empore und Brüstung renovieren und natürlich die Risse verkitten. Die Gesamtkosten werden laut Ücker mit 150 000 Euro angesetzt. Den Großteil, um die 60 Prozent, trägt die Pfarrei Unterhausen. Sie will demnächst noch einen Spendenaufruf starten. Geld kommt zudem von der Diözese Augsburg und dem Regierungsbezirk Oberbayern. Eines ist Ücker wichtig: „Alles erfolgt in enger Absprache mit der Denkmalpflege.“ Denn die Pfarrkirche mit ihrem markanten Turm steht unter Denkmalschutz. Die um 1350 errichtete Marienkirche wurde nach 1487 instand gesetzt und erweitert. Allerdings war das Gotteshaus wegen der boomenden Wallfahrten bald zu klein geworden, 1621 wurden deshalb die Marienkirche und die benachbarte Dreifaltigkeitskapelle miteinander verbunden. 1657 beseitigte man die gotischen Rippen und 1772/1773 erhielt die Kirche eine neue Decke.

Die Renovierung soll bis September fertig sein. Doch die Gläubigen müssen dann weiter auf ihre Orgel verzichten: Das Instrument wird nämlich ebenfalls hergerichtet. Der Orgelbauer Eduard Heißerer aus Prem hat schon die Register ausgebaut und richtet sie in der Werkstatt her. Am 1. Advent soll die Orgel wieder erklingen.

Während der Renovierung weichen die Gläubigen in andere Kirchen der Pfarreiengemeinschaft aus. Stadtpfarrer Birkle schwärmt deshalb von einer „gelebten Gemeinschaft“. Das mit dem Umzug scheint die Unterhausener nicht zu stören: Bei der ersten Messe in der Töllern-Kirche zählte der Kirchenpfleger immerhin rund 20 Besucher,

Die Gottesdienste

am Sonntag entfallen für die Zeit der Kirchenrenovierung. Ersatzweise nehmen die Unterhausener sonntags an den Gottesdiensten in Mariae Himmelfahrt und St. Pölten teil. Die Messe am Dienstagabend um 19 Uhr wird in die Töllern-Kirche verlegt.

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