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Dürsten nach Regen: Diesen Bäumen am Narbonner Ring in Weilheim ist die Dürreperiode deutlich anzusehen. 

Gießen, gießen, gießen

Pflege der Grünanlagen - Städte brauchen Unmengen an Wasser

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Durch die anhaltende Dürreperiode dorren immer mehr Grünflächen im Landkreis aus. Die verschiedenen Städte versuchen, dem entgegenzuwirken.

Landkreis – In der Zisterne auf dem Penzberger Bauhof herrscht gähnende Leere. Seit Wochen hat sich nahezu kein Tropfen Regenwasser in das 80 000 Liter fassende Gefäß verirrt. Für Bauhof-Leiter Christian Eberl und seine Mitarbeiter heißt das: Zum Bewässern der städtischen Grünanlagen müssen sie das Trinkwasser anzapfen. „Anders geht es nicht“, betont Eberl.

Rund 6000 Liter benötigen die Penzberger jeden Morgen, um zwischen 4 und 9 Uhr die vielen Pflanzen und Bäume zu gießen. Dabei halten sich Eberl und Co. an die Empfehlung des Landratsamtes, während der momentanen Hitzeperiode möglichst sparsam mit Wasser umzugehen. Eberl versichert: „Wir machen nur das Nötigste.“

Manche Bäume sterben womöglich aus

Rudolf Friedl, Stadtgärtner in Schongau, hat zur Zeit alle Hände voll zu tun. Mehrmals täglich fährt er seit Wochen mit einem Bulldog samt 1000 Liter fassender Gießanlage durch die Stadt und bewahrt die Blumenbeete und Sträucher sowie die Bäume auf den Verkehrsinseln vor dem Verdorren. Rund 10 000 Liter Trinkwasser braucht er dafür pro Tag. Hinzu kommen wöchentlich circa 20 000 Liter, um die Sportplätze in Schongau zu bewässern. Der Aufwand übersteigt den eines „normalen“ Sommers um ein Vielfaches. „Wir brauchen etwa dreimal soviel Wasser wie sonst“, betont Friedl.

Dass die derzeitige Trockenheit eine Ausnahme darstellt, glaubt Friedl nicht. „So etwas werden wir in Zukunft öfter erleben“, sagt er in Bezug auf den Klimawandel. Von manchen Pflanzen müsse man sich daher womöglich bald verabschieden. „Linden und Ahornbäume werden es schwer haben, bei uns zu überleben.“

Weilheim: 30.000 Liter täglich

Auf etwa 5000 bis 5500 Bäume schätzt Sebastian Soyer den Bestand in Weilheim. Eine ordentliche Menge für die der Mitarbeiter der Stadtwerke und seine Kollegen zuständig sind. Um zumindest die Anpflanzungen der vergangenen fünf Jahre vor dem Verdorren zu retten, versprühen sie derzeit täglich 30 000 Liter Trinkwasser. Sonst sind es etwa 10 000 Liter. Trotz des hohen Einsatzes werden manche Bäume den Sommer nicht überstehen. Die Kapazitätsgrenzen der Stadtwerke und ihrer Mitarbeiter sind erreicht. „Wir gießen wirklich alles was geht – wir sind auf Anschlag“, sagt Soyer. „Hoffentlich kommt bald der Regen.“

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