Ein Pflegestützpunkt soll im Landkreis Weilheim-Schongau errichtet werden. Wo genau steht aber noch nicht fest.
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Ein Pflegestützpunkt soll im Landkreis Weilheim-Schongau errichtet werden. Wo genau steht aber noch nicht fest. (Symbolbild)

Standort noch nicht festgelegt

Pflegestützpunkt soll 2022 Arbeit aufnehmen

  • Franziska Florian
    vonFranziska Florian
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Ein Pflegestützpunkt im Landkreis Weilheim-Schongau soll die Beratung erleichtern. Für die Überprüfung und Planung wurde eine Arbeitsgruppe gegründet. Diese legte kürzlich konkrete Pläne vor, wie es weitergehen könnte und sollte.

Landkreis – Die Idee eines Pflegestützpunktes (PSP) für den Landkreis Weilheim-Schongau wurde bereits in der gemeinsamen Sitzung von Sozialausschuss und Sozialbeirat im November 2020 vorgestellt. Kreis- und Bezirksrätin Alexandra Bertl (CSU, Weilheim) sowie der stellvertretende Bezirkstagspräsident und Kreisrat Michael Asam (SPD, Peiting) hatten damals unabhängig voneinander Anträge an den Kreistag gestellt, um die Errichtung eines Pflegestützpunktes zu prüfen.

Für Pflegestützpunkt bis zu 20.000 Euro Rahmenförderung pro Jahr

Kürzlich stand das Thema „Pflegestützpunkt“ wieder auf der Tagesordnung einer gemeinsamen Sitzung von Sozialausschuss, Sozialbeirat und Kreisausschuss. Lisa Merlonetti, Mitarbeiterin der Seniorenfachstelle am Landratsamt, stellte die bisherigen Ergebnisse der Arbeitgruppe vor. Unter anderem wurde die Errichtung entsprechend des dafür vorgesehenen Rahmenvertrages im Sozialgesetzbuch geprüft.

Laut des Rahmenvertrages gibt es seit dem 1. Januar 2021 bis zu 20.000 Euro Regelförderung pro Jahr. Wenn es eine räumliche Anbindung an eine Fachstelle gibt, erhöht sich der Betrag um bis zu 3000 Euro jährlich, wie Merlonetti ausführte. Für „Maßnahmen der Vernetzungsarbeit und des Wissenstransfers“ – wie beispielsweise Schulungen oder Fachveranstaltungen – können es je Maßnahme einmalig bis zu 15.000 Euro an Fördergeldern sein.

Andere Pflegestützpunkte zur Beratung hinzugezogen

„Wir haben bereits bestehende Pflegestützpunkte zur Beratung hinzugezogen“, sagte Merlonetti. Auch mit Landkreisen, in denen ein solches Projekt derzeit im Aufbau sei, habe sich die Gruppe ausgetauscht. Alle neuen Pflegestützpunkte – bis auf den im Landkreis Kitzingen – richten sich nach dem Angestelltenmodell, erklärte die Mitarbeiterin der Seniorenfachstelle. Denn ein Vorteil des Angestelltenmodells gegenüber dem sogenannten Kooperationsmodell sei, dass Hausbesuche auch außerhalb der Öffnungszeiten stattfinden können. Die Entscheidung, ob das angeboten werden soll, liege aber bei den Pflegestützpunkten selbst, so Merlonetti.

Ein weiterer Pluspunkt für das Modell mit Angestellten sei, dass die Finanzierung auf Basis einer Ist-Kosten-Abrechnung mit bis zu 106.650 Euro basiere. Diese beinhalte unter anderem auch Weiterbildungs- und Fahrtkosten. Die Aufwendungen werden zu zwei Dritteln von den Kranken- und Pflegekassen und zu einem Drittel vom kommunalen Träger getragen. Mit zwei Vollzeitstellen käme der Landkreis Weilheim-Schongau im Angestelltenmodell auf rund 24.000 Euro pro Jahr, im Kooperationsmodell wären die Kosten mit 70.000 Euro pro Jahr fast dreimal so viel. Deshalb spricht sich die Arbeitsgruppe klar für eine Errichtung des Pflegestützpunkts im Angestelltenmodell aus.

Noch kein Standort für Pflegestützpunkt geplant

Wo dieser entstehen könnte, steht jedoch noch nicht fest. „Wir haben noch keine Festlegung. Wir wollten erst einmal Ihre Zustimmung haben“, sagte Merlonetti auf Nachfrage von Frank Zellner (CSU, Peißenberg), ob es schon Überlegungen zum Ort gegeben habe. Möglich wäre beispielsweise eine Anbindung an die Fachstelle in Weilheim, zumal das auch räumlich möglich wäre. Im Angestelltenmodell wäre es jedoch auch möglich, Sprechstunden in verschiedenen Orten anzubieten, „weil man flexibler ist“, erklärte Merlonetti. „Wir schaffen das nicht in jeder Gemeinde, aber in den größeren“, so Landrätin Andrea Jochner-Weiß (CSU, Wielenbach). Auch Antragssteller Asam stimmte dem zu: „Mit Außenstellen in vielen Orten wird es schwer. Das ist auch wieder mit hohen Kosten verbunden.“

Peter Steigenberger, Leiter des Sozialamts Weilheim-Schongau und Teil der Arbeitsgruppe, „war anfangs ein großer Gegner“ des Pflegestützpunktes, wie der stellvertretende stellvertretende Bezirkstagspräsident Asam erklärte. „Aber wir konnten ihn sofort davon überzeugen“, was Steigenberger selbst auch bestätigte: „Die Arbeitsgruppe spricht sich für einen Pflegestützpunkt aus.“ Deshalb habe man auch einen Projektplan entworfen, um zu zeigen, wie es weitergehen könnte und sollte. Sofern der Kreistag in der Sitzung am kommenden Freitag den Beschluss zur Errichtung eines Pflegestützpunktes fasst, könnte der Landkreis noch im März einen formlosen Antrag für die einmalige Anschubförderung in Höhe von bis zu 20 000 Euro für Sachausgaben stellen. Im April stünde dann die Personalausschreibung sowie die Erarbeitung eines betriebskonzepts auf dem Plan. Wenn alle weiteren Schritte planmäßig durchgeführt werden können, könnte der Pflegestützpunkt im April 2022 seine Arbeit im Landkreis aufnehmen.

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