Eine Pflegekraft hilft einer alten Frau in einem Seniorenheim beim Trinken aus einem Becher.
+
Eine Pflegekraft hilft einer alten Frau in einem Seniorenheim beim Trinken aus einem Becher - Symbolbild.

Anlaufstelle für besondere Angebote

Pflegestützpunkt soll Beratung erleichtern

  • Jörg von Rohland
    vonJörg von Rohland
    schließen

Licht ins Dunkel des Behördendschungels soll ein Pflegestützpunkt (PSP) bringen, den der Landkreis Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen in Zukunft anbieten könnte. Die Anlaufstelle soll bestehende Angebote bündeln, um sämtliche Fragen zur Pflege beantworten zu können. Das Sozialamt prüft jetzt die Errichtung.

  • Eine Anlaufstelle für Pflegebedürftige und ihre Angehöringen soll im Landkreis Weilheim-Schongau entstehen. Das haben die Kreisräte Alexandra Bertl (CSU) und Michael Asam (SPD) gefordert.
  • In Bayern gibt es bereits 15 dieser Pflegestützpunkte.
  • Das Sozialamt soll die nötigen Vorprüfungen einleiten.

Landkreis – Den Stein ins Rollen gebracht hatten die Bezirksrätin Alexandra Bertl (CSU) und der stellvertretende Bezirkstagspräsident Michael Asam (SPD). Unabhängig voneinander stellten die beiden Anträge an den Kreistag, die Errichtung eines Pflegestützpunktes zu prüfen.

In der jüngsten gemeinsamen Sitzung von Sozialausschuss und Sozialbeirat brachte Landrätin Andrea Jochner-Weiß das Thema nun aufs Tableau. Michael Asam machte dabei deutlich, dass die für die Pflege zuständigen Organisationen im Landkreis zwar gut aufgestellt seien. „Hier und da gibt es aber noch Lücken in der Beratung“, meinte er. Der Bezirkstagsvizepräsident und SPD-Kreisrat will das aber nicht als als Kritik verstanden wissen. „Das ist ein logischer Vorgang“, sagte er. Jede Organisation habe ihre eigene Zielführung. „Breit aufgestellt ist keine.“

Breit aufgestellt sein sollen dagegen die Pflegestützpunkte, von denen es im Freistaat bereits 15 gibt. Ihr Ziel sei die Zusammenführung und Vernetzung aller Akteure im Aufgabenfeld des Sozialgesetzbuches zur Unterstützung pflegebedürftiger Menschen, von Menschen mit Behinderung und Angehöriger, erläuterte CSU-Bezirks- und -Kreisrätin Alexandra Bertl in ihrem Antrag. In Pflegestützpunkten arbeiten demnach alle Leistungsträger zusammen, sodass eine umfassende und unabhängige Beratung sichergestellt werden könne.

Vorhandene Beratungsstrukturen werden dazu eingebunden und vernetzt. Auch Selbsthilfegruppen, caritative Einrichtungen und weitere Organisationen können beteiligt werden. Und mit im Boot ist laut Asam auch der Bezirk, der regelmäßig und kostenlos mit einem Mitarbeiter vor Ort ist.

Sozialamtsleiter Peter Steigenberger erläuterte dem Ausschuss, dass die Einrichtung von Pflegestützpunkten in Bayern lange Zeit kein Thema gewesen sei. Erst seit 1. Januar 2020 gebe es überhaupt eine Rechtsgrundlage für diesen Weg. In vielen Landkreisen wurden laut Steigenberger derweil schon seit 2010 gute Strukturen geschaffen, um pflegende Angehörige zu unterstützen. „Leider sind wir personell nicht so gut aufgestellt wie unsere Nachbarlandkreise“, bedauert der Sozialamtschef, der deshalb in einem Pflegestützpunkt des Landkreises auch nicht unbedingt ein Allheilmittel sieht. Er sei deshalb „noch nicht ganz so euphorisch“, gab Steigenberger zu.

Ein Pflegestützpunkt dürfe nur eine Ergänzungsstruktur sein, eine gute Beratung müsse auch lokal verankert sein, machte der Sozialamtschef klar und meinte, dass man aufpassen müsse, „dass sich die Strukturen nicht ändern“.

Der Ausschuss folgte letztlich einstimmig dem Vorschlag der Verwaltung, durch das Sozialamt zunächst die Errichtung eines Pflegestützpunktes entsprechend des dafür vorgesehenen Rahmenvertrages im Sozialgesetzbuch prüfen zu lassen. Dabei soll insbesondere untersucht werden, ob ein Modell mit Angestellten oder ein sogenanntes Kooperationsmodell in Frage kommt.

Zudem sollen Kosten für Aufbau und Betrieb ermittelt und die strukturellen Auswirkungen dargestellt werden. In welcher Stadt oder Gemeinde der Pflegestützpunkt entstehen könnte, war noch nicht Thema der aktuellen Diskussion. Klar ist laut Landrätin Andrea Jochner-Weiß aber, dass es nur einen für den gesamten Landkreis geben soll.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare