So soll die neue Berufsschule aussehen. Dies ist die  Südansicht.

Neue Berufsschule in Weilheim

Die Planungen gehen weiter

Weilheim - Der Kreisausschuss hat einen Planungsstopp für die neue Berufsschule Weilheim abgelehnt. Diskutiert wurde über den Antrag von Unabhängige/ÖDP nicht.

Die Planungen für die neue Berufsschule Weilheim gehen weiter – ungeachtet der ersten Kostenschätzung, die von Gesamtkosten von 67,7 Millionen Euro ausgeht. Nur Hans Geisenberger selbst, Sprecher von Unabhängige/ÖDP und einziges Mitglied der Fraktion im Ausschuss, stimmte bei der gestrigen Sitzung des Kreisausschusses in Weilheim für den Antrag seiner Fraktion, die unter anderem einen Planungsstopp von einem halben Jahr und eine – günstigere – Neuplanung gefordert hatte.

Ohne Erwiderung lehnten die übrigen elf Kreisräte, die dem Ausschuss angehören, den Antrag ab. Geisenberger hatte vorher den Eilantrag begründet und war auf die Chronologie eingegangen: So war zunächst von rund 30 Millionen für den Neubau die Rede, beim Umbau des alten Gebäudetraktes von rund 35 Millionen Euro. Dann habe man eine Kostenobergrenze von 50 Millionen Euro beschlossen, jetzt sei man bei knapp 70 Millionen. „Die Kosten sind aus dem Ruder gelaufen. Ich bin mir sicher, dass wir letztlich bei 80 bis 90 Millionen Euro landen werden“, so Geisenberger, der zum Innehalten aufrief.

Landrätin Andrea Jochner-Weiß erwiderte nur kurz, dass bei keinem anderen Projekt des Landkreises so sorgfältig geplant worden sei wie bei der Berufsschule. Man habe immer auch auf Nachhaltigkeit geachtet – auch deswegen sei es zu Kostensteigerungen gegenüber den ersten groben Annahmen gekommen.

Weitaus mehr Zeit nahmen sich die Mitglieder des Ausschusses für Beschlüsse, die das Projekt weiter voranbringen. So wurde – jeweils mit der Gegenstimme von Hans Geisenberger – beschlossen, dass die Nutzfläche von 10 800 Quadratmetern für die Schule zwingend erforderlich sei und auf dieser Basis weiter geplant werde. Abgesegnet wurde auch die Ausstattung der der gewerblich-technischen Schule mit Mobiliar und Maschinen. Die Kosten dafür hatten sich nach genauer Prüfung von vier auf rund zehn Millionen Euro erhöht.

Beschlossen wurden auch eine Plattenfassade, die rund 1,17 Millionen Euro an Mehrkosten verursachen wird, aber langfristig Geld einsparen soll, und ein verbesserter Schallschutz (+ 375 000 Euro). Bewilligt wurde zudem die Kostenschätzung, die jetzt von 67,7 Millionen Euro (inklusive Risikoreserve von 2,7 Millionen Euro) ausgeht. Die Mehrung von rund 15 Millionen werde den Landkreis-Etat nur mit etwa 2,5 Millionen Euro belasten, da die Zuschüsse steigen werden – von zunächst angenommenen 34 auf etwa 55 Prozent, so Kämmerer Norbert Merk.

Zustimmung – auch von Geisenberger – gab es für einen weiteren Vorschlag: Die regelmäßigen Treffen zwischen Vertretern der Kreistagsfraktionen und den Planern werden beibehalten. Künftig wird sich auch die Fraktion Unabhängige/ÖDP daran beteiligen, und dafür gab es Lob von der Landrätin: „Die Chemie stimmt.“

Johannes Thoma

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