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Prägnant ist die alte Schwaige (r.), früher Kuhstall und Tenne, in der jetzt Restaurant und Tagungsräume sowie ein Festsaal untergebracht sind. Im flachen Verbindungsbau ist die Rezeption, links der Hotel-Neubau mit 70 Betten.
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Dank von Bürgermeister Markus Loth (r.) gab’s für (v.l.) Bauherr Günter Scheurer und das Hotel- und Restaurant-Betreiberpaar Reinhard und Julia Bott.
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Modernes Ambiente: Eines der insgesamt 27 Doppelzimmer im Hotel. Dazu gibt es 13 Einzel- und ein Dreibettzimmer. Viele sind sogar rollstuhlgerecht.
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So schauen die Bäder im Hotel aus.
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Der Rezeptionsbereich.
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Der Rezeptionsbereich.
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Das Restaurant in der sanierten Schwaige.
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Chef Reinhard Bott (r.) mit seinem Team.

Neueröffnung

„Pöltner Hof“ in Weilheim: Alt und Neu als Hotel-Schmuckstück

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Bei einer kleinen Feier mit geladenen Gästen ist am Mittwochabend der „Pöltner Hof“ eröffnet worden. Das neue Hotel in Weilheim, das auf vier Sterne angelegt ist, verbindet Neu (den Hotel-Komplex mit 41 Zimmern) und Alt (Restaurant und Tagungsbereich). Vor allem die sanierte Schwaige, früher ein Kuhstall, ist faszinierend hergerichtet worden.

Weilheim – Kurz vor Beginn der Feier karren Bauarbeiter noch schnell das unansehnliche Chemieklo aus dem Eingangsbereich, schließlich soll zur Eröffnung alles passen. Zwar wird vielerorts noch geschraubt und gehämmert, sind einige Räume im Altbau noch nicht komplett fertig, doch Hotel und Restaurant sind bereit, seit Donnerstag offiziell eröffnet – und bereits gut gebucht: „Wir wollten es eigentlich langsam angehen lassen, aber jetzt haben wir fürs Wochenende im Hotel bereits eine Auslastung von 60 Prozent und fürs nächste Wochenende 80 Prozent“, sagt Betreiber Reinhard Bott. Der bisherige Pächter des Weilheimer Bistros „Salut“ wird mit Ehefrau Julia Hotel und Restaurant leiten.

Offenbar ist die Neugier groß auf das Hotel, das in den nächsten Wochen auf vier Sterne zertifiziert werden soll und damit eine Lücke zwischen den einzigen beiden Unterkünften der gehobenen Kategorie in der Region, dem Marina in Bernried und dem Parkhotel Bad Bayersoien, schließt. „Bisher gab es da nichts, das ist eine wunderbare Sache“, freut sich Andreas Schmid vom Tourismusverband Pfaffenwinkel.

Viele Hürden beim Thema Denkmalschutz

Bis es soweit war, musste Bauherr Günter Scheurer aber viele Hürden und Hindernisse überwinden. Von der ersten Planung bis zur Baureife dauerte es mehrere Jahre, weil nicht nur die angrenzende Wohnbebauung im Stadtrat kontrovers diskutiert worden ist, sondern vor allem denkmalschutzrechtliche Belange in der ehemaligen Schwaige des Klosters Polling berücksichtigt werden mussten.

Höhepunkt war vergangenen Herbst eine dreimonatige Baueinstellung, weil Scheurer ein kleines Stück Decke raussägen ließ, um ein notwendiges Treppenhaus einbauen zu lassen. „Die Denkmalschützer haben gesagt, ich solle eine Außentreppe bauen, aber das kann man keinem Hotelgast zumuten – ganz abgesehen von der Optik“, sagte Scheurer bei einer Führung durch die Räume. Schließlich ging es dank prominenter Hilfe – unter anderem hatte sich Ex-Kulturminister Thomas Goppel vor Ort ein Bild gemacht – doch weiter. Trotz harten Ringens hat der Eglfinger Diplom-Restaurator Christian Mack, der für die Denkmalschützer den Umbau dokumentiert hat, nur lobende Worte für Scheurer übrig: „Es gibt kein vergleichbares Projekt in Bayern, und dass das Haus noch steht, ist Herrn Scheurer zu verdanken, der allen Problemen getrotzt hat.“

Übernachtungsgäste nicht mehr aufs Umland verweisen

Lobende Worte hatte auch Bürgermeister Markus Loth gefunden, der überzeugt war, dass sich der „Pöltner Hof“ gut mit dem Hotel Vollmann ergänzen werde. „Als Mittelzentrum ist so ein Projekt ganz wichtig für Weilheim, wir müssen jetzt Übernachtungsgäste nicht mehr auf umliegende Orte verweisen.“ Die Sanierung des ehemaligen Kuhstalls sei gelungen, sagte Loth und erinnerte sich noch gut an die erste Begehung mit der Stadt – man könne sich gar nicht vorstellen, wie der heruntergekommene Bau damals ausgesehen habe.

Jetzt ist er ein Schmuckstück geworden: Vom Restaurant im Erdgeschoss, durch den sich noch der alte Futtertrog des Kuhstalls zieht, über die urigen Gasthof-Nebenzimmer, in denen früher die Bewohner gelebt haben, und die Seminarräume im ersten Stock bis zum großen Festsaal für 200 Personen im Dachgeschoss – auch so etwas hat es in Weilheim lange nicht mehr gegeben. Spannend wird sein, ob die Weilheimer das Restaurant und den Biergarten hinter dem Haus mit Leben füllen. Die Neugier zumindest ist groß, wie die vielen neugierigen Blicke durch die Fenster am Eröffnungsabend zeigten.

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Bei den Planungen gab esimmer wieder Änderungen.

Auch in Seeshaupt gibt es ein neues Hotel - doch da lief es noch nicht so gut.

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