Ein Schild an einer Polizeiwache mit der Aufschrift „Polizei“.
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Die Polizei hat in Sachen „Corona“ einiges zu tun.

Landkreis

Polizei im Corona-Einsatz: Entwarnung bei „Feier-Hotspots“, aber weiter ständig Kontrollen

  • Paul Hopp
    vonPaul Hopp
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Das Coronavirus beschert der Polizei im Landkreis ordentlich arbeit - ständig erfolgen Kontrollen. Oftmals bleibt es bei einer Ermahnung. In Sachen „Feier-Hotspots" gibt es Entwarnung.

Landkreis - Das Coronavirus und die daraus resultierenden Beschränkungen bescheren der Polizei in der Region weiter einiges an Arbeit. Regelrechte „Feier-Hotspots“, wie sie in Großstädten entstanden sind – ein Beispiel ist der Gärtnerplatz in München – gibt es in den Bereichen der Dienststellen Weilheim, Schongau und Penzberg allerdings nicht. Das ergab eine Umfrage bei der Polizei. Ständige Kontrollen sind aber dennoch nötig. „Es gibt eine Sorglosigkeit in Teilen der Bevölkerung, die uns nicht gefällt“, sagt Stefan Sonntag, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in Rosenheim.

Corona: Über 1500 Kontrollen im Präsidiumsbereich

Im Bereich des Präsidiums fanden vom vergangenen Sonntagmorgen bis gestrigem Montagmorgen binnen eines Tages genau 1505 Kontrollen in Sachen „Corona“ statt. Dabei wurden 30 Verstöße gegen die geltenden Hygieneregeln festgestellt, es kam zu 18 Anzeigen. Die Anzahl „überrascht durchaus“, sagt Pressesprecher Sonntag. Das Thema „beschäftigt uns“. Es zeige sich, dass die „Kontrolltätigkeit der Polizei vonnöten ist“. Eine eigene Auflistung der Verstöße für die Inspektionen Weilheim, Schongau und Penzberg hatte Sonntag nicht zur Hand. Das Präsidium in Rosenheim ist die übergeordnete Stelle für alle Polizeiinspektionen (PI) im südlichen Oberbayern. Das Gebiet erstreckt sich von der PI Schongau im Westen bis zur PI Freilassing im Osten sowie von der PI Mittenwald im Süden bis zur PI Mühldorf im Norden.

Corona: 18 Anzeigen am Sonntag im Präsidiumsbereich

Die Kontrollen sind oftmals zeitaufwändig, sagt Sonntag. Denn wenn die Polizisten anrücken – oft auf einen Hinweis von Nachbarn hin –, dann sind in der Regel erst einmal Gespräche nötig. Zeigen sich die Angesprochenen einsichtig, „ist es oft mit einer Ermahnung getan“. Es gelte Überzeugungsarbeit zu leisten. Das sei „vielleicht heutzutage wichtiger als noch vor vier Wochen“. Denn vielen ist gar nicht so bewusst, dass die Regeln wie Abstandhalten und ein Mund-Nasen-Schutz immer noch gelten. Auch das Feiern und Grillen an öffentlichen Plätzen ist laut Sonntag weiter strikt untersagt. Sieben der genannten 18 Anzeigen im Präsidiumsgebiet resultierten aus einer Missachtung dieser Anordnung. Fünf Anzeigen wurden gestellt, weil die Kontaktbeschränkung im öffentlichen Raum nicht eingehalten wurde, drei Anzeigen gab es, weil jeweils in einem gastronomischen Betrieb gegen die Corona-Auflagen verstoßen wurde.

„Feier-Hotspots“, zu denen die Polizei ständig ausrücken muss, gebe es im Bereich der PI Weilheim keine, sagt der stellvertretende Inspektionsleiter Thomas Stumpf. Das Geschehen in der Region sei zum Beispiel mit München absolut nicht zu vergleichen. Müssen die Beamten einschreiten, kann das Problem oft „im Gespräch gelöst werden“ , sagt Stumpf. Für die PI in der Kreisstadt gilt dennoch: Das Thema „nehmen wir ernst. Wir legen Wert auf Abstand und Mund-Nasen-Schutz“. Übers Wochenende hat Stumpf festgestellt, „gab es einige Ruhestörungen – die hatten mit Corona aber nichts zu tun.“ Im Nachgang des „Friedensfests“ in Peißenberg, bei dem gegen die Corona-Beschränkungen demonstriert wurde, sei es bislang zu keiner Anzeige wegen etwaiger Verstöße gekommen, so Stumpf.

Corona: Entwarnung bei „Feier-Hotspots“

Ähnlich wie in Weilheim stellt sich die Lage in Schongau dar. Kontrollen finden laut dem stellvertretenden Inspektionsleiter Toni Müller zwar statt, aber Hotspots Feierwütiger oder explizit größere Verstöße gebe es keine. Die Bestimmungen für private Feiern in der mittlerweile sechsten bayerischen Infektionsmaßnahmenschutzverordnung sind „doch schon relativ locker“, so Müller. Probleme gebe es am ehesten im Großstadtbereich. Auf dem Land „ist alles noch relativ gesittet“, so Müller.

Die Inspektion in Penzberg verweist bei Anfragen zum Thema „Corona“ generell auf das Präsidium in Rosenheim. Und dort ist über Hotspots im Penzberger Raum nichts bekannt.

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