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Den Brand am 13. November 2019 im Krankenhaus Weilheim führte Weilheims Polizei-Chef in seinem Sicherheitsbericht  unter „außergewöhnliche Ereignisse“ auf.

Sicherheitsbericht der Polizei im Stadtrat

Weilheim: Gute Zahlen fürs Sicherheitsgefühl

  • Magnus Reitinger
    vonMagnus Reitinger
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Zwar haben Rohheits- und Eigentumsdelikte im Jahr 2019 zugenommen – doch Weilheim ist nach wie vor außerordentlich sicher. Das zeigte der Sicherheitsbericht der Polizei im Stadtrat.

Weilheim – „Das Risiko, Opfer einer Straftat zu werden, ist in Bayern gering – und in Weilheim noch geringer.“ So kommentierte Harald Bauer, Leiter der Polizeiinspektion Weilheim, in der jüngsten Stadtratssitzung die Polizei- Statistik 2019 fürs Stadtgebiet. Zwar stieg die Zahl der registrierten Straftaten um 7,6 Prozent auf 1284. Doch die Vergleichszahl von 2018 sei ein „Rekordtief“ gewesen, die Zahl von 2019 „immer noch unterdurchschnittlich“. Gut 65 Prozent aller Taten konnten aufgeklärt werden.

Viele der Zahlen, die Bauers Stellvertreter Thomas Stumpf präsentierte, wurden mit Erfahrungen unterfüttert. Bei den Rohheitsdelikten, erklärte Bauer, „sind zu 85 bis 90 Prozent Alkohol und Drogen im Spiel“. Dass die Betäubungsmittelkriminalität im Stadtgebiet deutlich von 164 auf 107 Fälle sank, sei eine „normale Schwankung“, abhängig auch von den Kapazitäten der Polizei. Hier brauche es weiter „verstärkte Überwachung“. Hervorgehoben wurde die „sehr niedrige Zahl“ von fünf Wohnungseinbrüchen. Denn dieser Bereich sei „besonders wichtig für das Sicherheitsgefühl“, so Bauer.

690 Tatverdächtige ermittelt

Insgesamt 690 Tatverdächtige wurden 2019 für Straftaten in Weilheim ermittelt. 74 Prozent davon sind Männer, fast 80 Prozent Erwachsene. 41 Prozent der Tatverdächtigen sind Ausländer – „eine deutlich höhere Zahl als der Anteil der Ausländer an der Bevölkerung“, wie AfD-Stadtrat Rüdiger Imgart befand. Doch Polizei-Chef Bauer relativierte die Zahl: Man müsse berücksichtigen, dass darin ein hoher Prozentsatz ausländerrechtlicher Verstöße, etwa gegen Aufenthaltsbestimmungen, enthalten sei, „die ja nur ein Ausländer begehen kann“. Auch viele Urkundenfälschungen würden verzeichnet. Rohheitsdelikte von Ausländern richteten sich meist gegen andere Ausländer, etwa in Gemeinschaftsunterkünften, so Bauer, da gebe es „wenig Außenwirkung“. Insgesamt falle Weilheim und ganz Oberbayern-Süd mit vergleichsweise niedrigen Zahlen ausländischer Tatverdächtiger auf.

Sorgen machen die stark zunehmenden Fälle versuchten Callcenterbetrugs: Zu ihnen gehört der „Enkeltrick“, mit dem ältere Menschen oft um tausende Euro gebracht werden. 15 bis 20 solcher Versuche gab es laut Bauer 2019 in Weilheim, entsprechend wichtig sei Prävention. Lob zollte der PI-Chef der derzeit achtköpfigen Sicherheitswacht, die seit März 2019 in Weilheim meist abendliche Streifengänge tätigt, etwa am Dietlhofer See, in der Au und an den Grillplätzen. Dazu gebe es bislang ausschließlich positive Rückmeldungen.

Unter „außergewöhnliche Ereignisse“ führte Bauer den Brand am 13. November 2019 im Krankenhaus Weilheim auf: Ursache sei „definitiv vorsätzliche oder fahrlässige Brandstiftung“ gewesen, es gebe auch einen konkreten Tatverdächtigen.Zahl

Zahl der Verkehrsunfälle ist gesunken

Erfreulich entwickelt sich die Zahl der Verkehrsunfälle: Waren es 2018 insgesamt 808 im Stadtgebiet, so wurden vergangenes Jahr 738 registriert (minus 8,7 Prozent). Besonders stark sank die Zahl der Unfälle mit Personenschäden. Dennoch wurden insgesamt 16 Personen schwer und 89 leicht verletzt. Besondere Unfallschwerpunkte gebe es in Weilheim nicht. Für die ersten Monate des laufenden Jahres registriert die Polizei übrigens eine starke Zunahme von Radl-Unfällen. Dass Autos beim Überholen von Radlern die neu geforderten Abstände einhalten, sei in der Praxis „sehr schwierig zu überwachen“, sagte Bauer auf Nachfrage von Claus Reindl (BfW).

Wie es mit politisch motivierter Kriminalität vor Ort aussehe, wollte Manuel Neulinger (Grüne) wissen: „Sehr, sehr wenig, rechts wie links“, antwortete Bauer. Marion Lunz-Schmieder (CSU) fragte nach der personellen Besetzung der PI Weilheim. Die Sollstärke sei 69 Beamte, es gebe aber „einige Fehlstellen“, so Bauer: „Wir kommen damit zurecht, das zeigen die Zahlen“, doch zusätzliches Personal sei stets willkommen.

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