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Laut Polizeistatistik ist die Zahl der Straftaten in Weilheim im Jahr 2018 erneut gesunken.

Statistik der Polizei

Weilheim, ein Hort der Sicherheit?

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Es lebt sich sicher in Weilheim: Die Zahl der Straftaten im Stadtgebiet ist 2018 erneut deutlich gesunken. Nur ein Bereich macht der Polizei zunehmend Sorgen.

Weilheim – „Wir leben hier sehr gut und sehr sicher.“ So fasste Harald Bauer, Leiter der Polizeiinspektion Weilheim, bei seinem Bericht im Stadtrat die Sicherheitslage in der Kreisstadt zusammen. Die Zahl der Straftaten habe 2018 in fast allen Bereichen deutlich abgenommen; Bauer sprach von einer „sehr erfreulichen Entwicklung“. Insgesamt wurden vergangenes Jahr 1226 Straftaten im Stadtgebiet Weilheim aufgenommen – 8,4 Prozent weniger als im Jahr 2017 (da waren es 1338 Delikte). In den vergangenen 13 Jahren lag die Zahl der Straftaten nur ein einziges Mal noch niedriger als im Jahr 2018.

Fast in jedem Bereich starke Rückgänge

Besonders groß ist der Rückgang bei den Körperverletzungen: Deren Anzahl nahm 2018 gegenüber dem Vorjahr um fast 20 Prozent ab, gegenüber 2016 sogar um 40 Prozent. Auch die Diebstahlsdelikte wurden klar weniger (minus 10 Prozent gegenüber 2017), ebenso die Sachbeschädigungen (minus 18 Prozent). Mehr als halbiert hat sich die Zahl der Wohnungseinbrüche: 2017 gab es in Weilheim 13, vergangenes Jahr sechs.

Dagegen haben die Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz zugenommen: 2016 gab es in diesem Bereich 75 Delikte, 2017 waren es 144 und im Jahr 2018 sogar 163. Zwar gelte hier in besonderem Maße, dass die Zahl der ermittelten Delikte mit der Zahl der Einsatzkräfte steigt. Aber auch „unabhängig davon gibt es da einen Anstieg“, erklärte Bauer im Stadtrat: „Das Drogenproblem überrollt uns weltweit, Weilheim ist da im Schnitt.“ Vor allem die „neuen synthetischen Drogen“ seien auf dem Vormarsch; „damit muss sich unsere Gesellschaft extrem auseinandersetzen und alle Kräfte bündeln“, so Weilheims Polizeichef.

Als einen „Brennpunkt“ in Weilheim bezüglich Drogenkriminalität nannte Bauer auf Nachfrage den Bahnhof, „auch in der Au sind Drogen ein Thema, und auch das Umfeld von Schulen ist nicht verschont“. Vor allem laufe der Handel jedoch via Internet: „Das ist alles sehr leicht verfügbar geworden.“

Rund 15 Prozent der Drogendelikte in Weilheim (25 von 163) gingen vergangenes Jahr auf das Konto von Zuwanderern. Insgesamt seien 192 aller 1226 Straftaten durch Zuwanderer begangen worden – viele davon jedoch zu Lasten anderer Zuwanderer, wie Bauer betonte, nur wenige im öffentlichen Bereich.

Doch „Aggressionspotenzial“ nimmt zu

Hingegen bestätigte der Leiter der PI Weilheim auf Nachfrage von Stadträten, dass das „Aggressionspotenzial“ gesamtgesellschaftlich zunehme. „Der Respekt gegenüber Mitmenschen nimmt ab“, so Bauer, das bekomme die Polizei „besonders zu spüren“. 15 Anzeigen gab es 2018 in Weilheim wegen Widerstandes und tätlicher Angriffe gegen Vollstreckungsbeamte, drei mehr als im Vorjahr. Dabei sei das Auftreten der Polizei in Weilheim „sehr angenehm“, wie BfW-Sprecherin Brigitte Holeczek attestierte: „Hut ab vor der Ruhe, die die Polizisten da bewahren.“ Fürs „gute Miteinander“ dankte Bürgermeister Markus Loth (BfW) dem Polizei-Chef: „Das ist nicht selbstverständlich.“

Mit der Sicherheitswacht, die im März installiert wurde und derzeit aus acht Ehrenamtlichen besteht, habe man „zu 100 Prozent positive Erfahrungen“ gemacht, so Bauer. Sie sei etwa bei Grillfeiern an der Ammer, zurzeit auch bei Schulabschlussfeiern präsent; dabei sind die Mitglieder dem Inspektionsleiter zufolge „noch nie blöd angemacht worden“. Der Präsenz der Sicherheitswacht – die demnächst mit Fahrrädern ausgestattet werde – habe bisher noch kein einziger Polizeieinsatz folgen müssen.

Höhere Aufklärungsquote als im bayerischen Durchschnitt

Insgesamt fasste Harald Bauer die Kriminalitätslage in Weilheim so zusammen: „Die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Straftat zu werden, ist sehr gering.“ Und bei dem, was passiere, sei die Wahrscheinlichkeit, dass der Täter gefasst wird, sehr hoch. Die Aufklärungsquote im Bereich Weilheim lag 2018 mit 67,9 Prozent zwar vier Prozent niedriger als im Vorjahr – aber immer noch deutlich über dem Durchschnitt in Bayern (65,4 Prozent) und dem Bund (55,7 Prozent).

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