Harald Bauer ist Leiter der Polizeiinspektion Weilheim. 

Polizei warnt: Rauschgift auf Vormarsch

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Weniger Verkehrsunfälle, mehr Straftaten: Die Polizeiinspektion Weilheim zieht im Dienstbereich Bilanz für 2019. Es gibt eine hohe Aufklärungsquote, aber auch Sorgenkinder.

Weilheim– Die Polizei im Freistaat zieht derzeit Bilanz. Auch in Weilheim: Die Inspektion legt Zahlen für das vergangene Jahr vor. Unterm Strich bleibt für Dienststellenchef Harald Bauer ein positives Fazit. Die Wahrscheinlichkeit, in seinem Verantwortungsbereich Opfer einer Straftat zu werden, sei gering, sagt er. Die Region Weilheim liege im erfreulichen Trend von Freistaat und Landkreis (wir berichteten).

Die Inspektion betreut elf Gemeinden mit fast 56 000 Einwohnern. Im vergangenen Jahr wurden 2113 Straftaten aufgenommen. Das ist eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Bauer erklärt das Plus von 7,6 Prozent damit, dass 2018 ein „Rekordtief“ zu verzeichnen gewesen war. „Das war ein Ausreißer im positiven Sinne.“ Ansonsten hat sich der Wert relativ eingependelt – er liegt seit zehn Jahren zwischen 2100 und 2300 Straftaten pro Jahr.

Kriminelle sollten sich im Dienstbereich nicht zu sicher fühlen: Die Aufklärungsquote liegt bei 66 Prozent. Am Ende hatten die Ordnungshüter 1141 Tatverdächtige ermittelt, 856 davon waren männlich. Den Anteil der Ausländer daran in Höhe von von 33,5 Prozent nennt Weilheims Polizeichef „völlig unauffällig“. Es gebe Delikte, die könnten nur von dieser Bevölkerungsgruppe begangen werden – wie Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz.

Zwei markante Bereiche gibt es. Zum einen stieg die Anzahl der sogenannten Rohheitsdelikte. „Vor allem Körperverletzungen“ gab es laut Bauer. Was jedoch kein Zeichen für eine zunehmende Gewalttätigkeit ist, beruhigt er – vielmehr seien Delikte schnell erfüllt, zum Beispiel bei einer Streitigkeit. Zum anderen gibt der Inspektionsleiter bei der Kriminalität rund um Rauschgifte keine Entwarnung – obwohl die Zahl gesunken ist. „Das spiegelt nicht die tatsächliche Problematik wider“, mahnt Bauer. „Betäubungsmittel sind weiter auf dem Vormarsch.“ Das reiche von Marihuana bis hin zu Amphetaminen.

Erfreulich dagegen: Auf den Straßen ging es sicherer zu. Durch die Beamten wurden 2,45 Prozent Verkehrsunfälle weniger aufgenommen als noch 2018. Es wurden auch weniger Menschen verletzt. Allerdings verloren sieben Personen ihr Leben.

Eine Entwicklung bereitet dem Weilheimer Polizeichef Sorgen, wie er einräumt: Immer mehr Unfälle erfolgen unter Alkoholeinwirkungen. Bauer nennt einen „leider sehr deutlichen Anstieg“ um fast 58 Prozent. Dabei handelt es sich meist nicht um „klassische Nachtschwärmer“, hat der Polizist festgestellt. „Es sind immer wieder Personen dabei, da liegt wohl ein Alkoholproblem zugrunde.“ Bauer kündigt eine harte Linie an: „Da werden wir ein Augenmerk darauf werfen.“ Im Jahr 2019 wurden im Dienstbereich bereits 160 Stunden in Lasermessungen, inklusive Fahrtüchtigkeitskontrollen gesteckt.

Wenigstens sorgten Raser seltener für einen Unfall als 2018. „Erfreulicherweise“ ging deren Anzahl laut Bauer um fast 23 Prozent zurück. Das habe auch an den vielen Tempomessungen („Wir haben die Tätigkeit gesteigert“) und dem bayernweiten „Blitzermarathon“ gelegen. Und noch einen Trend gibt es auf den Straßen: Immer weniger Unfallbeteiligte sind bereit, Verantwortung zu übernehmen. 385 Fälle von Unfallflucht wurden aufgenommen. Zwar laut Bauer überwiegend „kleine Parkrempler“´, aber mit Auswirkungen: „Der Schaden ist nicht unerheblich, der entsteht.“

Der Inspektionsleiter will am 28. Mai im Stadtrat seine Bilanz nur für die Kommune Weilheim vorstellen.

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