Ein Erdinger verkaufte Fund-Fahrräder im Auftrag der AWO. Problem: Die Radl ließ er klauen. Nun wurde er zu eine Bewährungsstrafe verurteilt.
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Die Polizei Weilheim stellte drei Einbrecher, die es vor allem auf Fahrräder abgesehen hatten. (Symbolbild)

Großer Ermittlungserfolg

Sie hatte es vor allem auf E-Bikes abgesehen: Polizei Weilheim stoppt Einbrecherbande

  • vonKatrin Kleinschmidt
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Mehr als 100 Mal brach es in Tiefgaragen und Keller ein, machte Beute im Wert von mindestens 89000 Euro. Die Polizei Weilheim stoppte das Einbrecher-Trio.

Weilheim/Peißenberg – Akten über Akten haben die Polizeibeamten in Weilheim angelegt. Einbrüche untersucht, Verbindungen hergestellt, Wege nachvollzogen. Die monatelange Arbeit hat sich gelohnt: Gegen eine Einbrecherbande liegen nun zahlreiche Beweise vor. Den drei Männern werden mehr als 100 Delikte zur Last gelegt. Ihre Beute wird auf mindestens 89 000 Euro geschätzt. Die Polizeiinspektion Weilheim spricht von einem „großen Fahndungs- und Ermittlungserfolg“.

Erste Taten konnte sie bis Oktober 2019 zurückverfolgen. Damals begannen sich Einbruchsdiebstähle im Bereich Weilheim und Peißenberg zu häufen. Hochwertige E-Bikes verschwanden überwiegend aus Kellern und Tiefgaragen. War kein passendes Rad zu finden, nahm die Gruppe auch Werkzeug mit. Im März 2020 gründete die Polizeiinspektion gemeinsam mit der Kripo Weilheim und unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft München II die „Ermittlungsgruppe Keller“.

Der erste Durchbruch im April 2020

Der erste Durchbruch gelang am 16. April 2020, als ein Zeuge nachts in einer Weilheimer Tiefgarage Schleifgeräusche hörte und die Polizei alarmierte. Einer der Tatverdächtigen wollte daraufhin mit dem E-Bike des Anrufers fliehen. Er konnte aber ebenso festgenommen werden wie einer der Mittäter. „Die weiteren Ermittlungen führten uns dann auf die Spur des dritten Tatverdächtigen“, sagt Michael Zinkl, Sachbearbeiter bei der Polizeiinspektion. Der Mann konnte schon am nächsten Tag festgenommen werden – gerade noch rechtzeitig. „Er plante bereits einen Abtransport des in seiner Wohnung gelagerten Diebesgutes.“

Bei den Tatverdächtigen handelt es sich um zwei Brüder, einen heute 37-Jährigen aus dem Landkreis Weilheim-Schongau und einen 40-Jährigen aus dem Raum Nürnberg. Der Dritte lebt ebenfalls im Landkreis Weilheim-Schongau, er ist mittlerweile 31 Jahre alt. Gegen ihn wurde zudem Untersuchungshaft erlassen, damit er keine Beweise vernichten konnte. Seit Anfang Februar ist er wieder auf freiem Fuß. Die Akten der Polizei liegen bei der Staatsanwaltschaft, die drei erwartet ein Strafverfahren. Auch gegen weitere Verdächtige wird ermittelt. Die drei Männer werden aber laut Zinkl als Haupttäter betrachtet.

Langwierige und schwierige Ermittlungen

Dass der Fall erst jetzt bekannt wurde, begründet Zinkl mit den langwierigen Ermittlungen. „Wir wussten anfangs nicht, welche Dimension das Ganze hat.“ Zum einen seien einige Räder bereits verkauft worden – mit dem Geld finanzierten sich die Männer ihren Betäubungsmittelkonsum. Zudem seien die drei Männer „hochprofessionell“ vorgegangen. Sie tauschten Teile bei den Rädern aus, lackierten die Rahmen neu.

Einige Eigentümer konnten ihre E-Bikes bereits wieder entgegennehmen. Doch so manch’ Geschädigter wird sein Rad nicht wiedersehen. „Wir wissen bei manchen nicht, wo die ausgebauten Teile sind und woher wiederum eingebaute Teile stammen“, sagt Zinkl. Sind die Eigentumsverhältnisse nicht zweifelsfrei geklärt, darf das Diebesgut niemandem ausgehändigt werden. „Das ist sehr ärgerlich für die Geschädigten.“

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