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Entwurf: So soll sie aussehen, die neue Berufsschule. Die Baumreihe links markiert die B 2, der linke Gebäudeflügel ist 170 Meter lang. Unten ist der Narbonner Ring. 

Projekt am Narbonner Ring

Neue Berufsschule versorgt sich selbst mit Strom

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An Ostern 2021 soll die neue Berufsschule am Narbonner Ring in Weilheim fertig sein. Wie sie von außen aussehen wird, das steht seit Sommer 2015 fest. Jetzt geht es um das Innenleben, darunter Lüftung und Photovoltaik. Dabei mischt auch die EVA mit.

Weilheim – Der Neubau der gewerblich-technischen Berufsschule kostet mit seinen 65 Millionen Euro ungefähr so viel wie 100 noble Einfamilienhäuser in Weilheim. Entsprechend aufwändig ist die Arbeit für die Liegenschafts-Abteilung im Landratsamt, der Einsatz von Planungsbüros und die Zahl der Besprechungen, in die auch Schulleitung, Kreisräte und Vertreter der Innungen einbezogen sind. Was wie gebaut wird, darüber aber entscheiden allein Kreisräte, und zwar im Detail.

Dazu waren die zwölf Mitglieder des Kreisausschusses am Montag im großen Sitzungssaal des Landratsamtes in Weilheim zusammengekommen. Laut Florian Steinbach, Leiter des Sachbereichs „Gebäudewirtschaft, Schul- und Liegenschaftsverwaltung“, sieht der Zeitplan wie folgt aus: Im Herbst 2017 wird das Baufeld hergerichtet, im Januar 2018 der Bauantrag bei der Stadt eingereicht, im März 2019 ist Baubeginn und zwei Jahre später Eröffnung. Dann wird das Gebäude über ein zentrales Lüftungssystem ebenso verfügen wie über eine Photovoltaikanlage auf dem Dach zur Eigenstromversorgung.

Viel diskutiert wurde im Ausschuss vor allem über das zentrale Lüftungssystem. Laut Planungsbüro braucht die Schule ein solches, da zur B 2 und zum Narbonner Ring mit zu öffnenden Fenstern der Schallschutz nicht eingehalten werden könne. Zudem reiche die „natürliche Lüftung“ für die großen Räume auch nicht aus.

Die zentrale Lüftung war umstritten. Er wolle nicht die Hand dafür heben, kündigte Michael Asam (SPD/Peiting) an. Asam, der Bezirksrat ist, nannte als Grund dafür die schlechten Erfahrungen des Bezirks am „Förderzentrum Hören“ in München-Johanneskirchen. Nasenbluten, Kopfschmerzen und trockene Augen seien dort bei Schülern und Lehrern immer wieder aufgetreten, was zu Konflikten führe. Weilheims Bürgermeister Markus Loth (BfW) berichtete dagegen von sehr guten Erfahrungen mit einer zentralen Lüftung an der Weilheimer Mittelschule. Hans Geisenberger (Unabhängige/Sachsenried) wiederum setzte sich für eine dezentrale Lüftung ein, bei der jedes Klassenzimmer einzeln gesteuert werde. Letztlich stimmten (bis auf Geisenberger) alle für die zentrale Lüftung, auch Asam: „Ich vertraue auf die Aussagen der Fachleute“, sagte er. Die Kosten für die Lüftung: 1,3 Millionen Euro.

Zu einer Photovoltaik-Anlage sagten dagegen alle „Ja“, zumal sich diese, je nach Größe, in spätestens zwölf Jahren amortisiere. Ja, es soll eine Anlage auf dem Dach geben; Ja, sie soll den Eigenverbrauch der Schule abdecken; Ja, die EVA (Erbenschwanger Verwertungs- und Abfallentsorgungsgesellschaft) soll sie betreiben, lautete der Grundsatzbeschluss. Eine Anlage auf einem Dach „macht absolut Sinn“, sagte Wolfgang Taffertshofer (BfL/Söchering) und „ist viel besser als die Freiflächenanlagen auf den Äckern“. „150 bis 200 kW sollte die Einrichtung schon haben“, sagte EVA-Geschäftsführer Fritz Raab. Die Planer hatten eine geringere Leistung vorgeschlagen. Der EVA käme das Projekt recht, denn so könne sie Rücklagen-Geld sinnvoll investieren.

Eine Absage erteilte das Gremium dagegen einem Angebot der Stadtwerke Weilheim, die Wärme aus Geothermie auf Gut Dietlhofen liefern wollten. Da dieses Wasser aber nur 20 Grad warm sei, wäre diese Lösung pro Jahr 19 000 Euro teurer als die mit Hackschnitzeln und Gas, so die Planer. Die Hackschnitzel sollen aber aus dem Landkreis kommen und nicht von irgendwo, mahnte Peter Erhard (CSU/Böbing). Das müsse zwar organisiert werden, aber das sei der Landkreis den Bauern schuldig.

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