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Die Vogelkirsche an der Stadtmauer prägt das Stadtbild, muss aber wegen Schäden fallen.

Quer durch Weilheim werden Bäume gefällt

Grünes Licht für die Motorsägen

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Kehrtwende bei den beiden Linden am Autohaus „Medele“ an der Röntgenstraße/Alpenstraße. Im September beschloss der Bauausschuss, dass sie nicht gefällt werden dürfen. Nun ist der Beschluss Makulatur.

Weilheim – Die Entscheidung, dass die beiden Linden beim Autohaus „Medele“ nicht gefällt werden dürfen, fassten die Mitglieder des Ausschusses im September (wir berichteten). Sie hatten sich zuvor bei einem Ortstermin ein Bild von den Bäumen gemacht und sie als standsicher eingeschätzt. Das Autohaus hatte damals argumentiert, dass herabfallende Äste ausgestellte Autos beschädigen würden. Eine der beiden Linden befindet sich auf dem Gelände des Autohauses, die andere auf benachbartem städtischem Grund.

Nun hat sich das Blatt gewendet. Inzwischen wurde die Linde, die auf dem Privatgelände steht und in der Baugenehmigung als zu erhaltend festgesetzt ist, von einem Baumpfleger der Stadtwerke begutachtet. Und nach dessen Auffassung sollte der Baum beseitigt werden, wie Manfred Stork, Chef der Bauverwaltung in der Dezember-Sitzung sagte. Grund: Der Baum sei vor einigen Jahren in der Krone gekappt worden, weswegen Äste jederzeit abbrechen könnten. Außerdem sei der Baum durch den Rückschnitt „in seiner Erscheinung und seiner Wuchsform nachhaltig beeinträchtigt“. Zudem, so Stork, machen Linden „wegen ihres klebrigen Harzes viel Dreck“, was zu Schäden am Lack der Autos führen könne. An Stelle der Linde muss das Autohaus als Ersatz einen Ahorn-Hochstamm mit einem Stammumfang von 20 bis 25 Zentimetern pflanzen. In der Sitzung wurde darüber hinaus ausgemacht, dass auch die Linde auf städtischem Grund gefällt wird – vorausgesetzt, das Autohaus bezahlt das Fällen, das Entfernen des Wurzelstocks und den Ersatzbaum. „Es geht nicht nur um die Autos“, sondern auch um die Menschen, hatte Grünreferent Rupert Pentenrieder (BfW) sich für die Fällung ausgesprochen.

Vom Unteren Graben bis zur Moosstraße

Angesetzt wird die Motorsäge zudem an der Vogelkirsche am Unteren Graben/Ecke Cavaliergasse, an zwei Robinien am Stadtbach am Feyerabendanwesen und an einer Esche an der Moosstraße. Die Vogelkirsche sei ein „sehr markanter Baum“, um den es sehr schade sei, sagte Gregor Leisching, Baumkontrolleur der Stadtwerke. Er müsste aber saniert werden, was 2000 bis 3000 Euro kosten könne und keine Garantie dafür sei, dass er in einigen Jahren nicht doch gefällt werden müsse. Nach kurzer Diskussion einigten sich die Ausschuss-Mitglieder darauf, einen markanten Baum und nicht mehrere Bäume als Ersatz pflanzen zu lassen.

Als „schadhaft“ eingestuft und somit zum Umschneiden freigegeben, wurden auch die beiden Robinien am Stadtbach in Höhe des Feyerabendhauses. Die Standfestigkeit der Bäume, die nahe am Stadtbach stehen, kann laut Leisching nicht garantiert werden.

Weichen muss auch eine der Esche in der alten Allee an der Moosstraße. Sie sei einer „der gefährlichsten Bäume, die wir haben“, so Leisching, denn der Stamm sei ausgehöhlt und die Standsicherheit nicht mehr gegeben. Als Ersatz ist nun eine Eiche im Gespräch.

Die Stadträte hatten sich vor der Sitzung alle Bäume noch einmal angeschaut.

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