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„Sonderverkauf“: Auffallend viele Geschäfte in der Innenstadt bieten reduzierte Ware an.

Rabattschlacht hat begonnen

Preise fallen gleich nach Weihnachten

Weilheim - Weihnachten ist gerade vorbei, und schon  fallen in Weilheim die Preise. Welchen Sinn haben diese Rabattaktionen?

Weilheim – Es ist eine etwas andere Adresszeile: „An alle modebegeisterten Schnäppchen-Jäger im Oberland“ steht auf der großformatigen Postkarte. Außerdem: „20 % Rabatt“ und: „Markenmode eiskalt reduziert.“ Die Karte stammt vom Kaufhaus „Rid“, das in Weilheim und Penzberg Filialen hat. Auch in den Schaufenstern und auf Werbetafeln an der Fußgängerzone in Weilheim prangen die Prozent-Zeichen, als sei das Schnäppchenjagd-Fieber ausgebrochen. Wie kommt es zu diesen Rabatt-Aktionen, so kurz nach Weihnachten? Und fühlen sich die Kunden damit nicht hinters Licht geführt, wenn sie kurz vor Weihnachten noch den vollen Preis zahlen mussten?

„Grundsätzlich ist jeder Geschäftsmann darum bemüht, den Kunden etwas zu bieten“, sagt Max Lipp, Geschäftsführer von „Rid“. Diese Aktion mit 20 Prozent Rabatt biete man jedes Jahr an. Natürlich könne es vorkommen, dass die Kunden einen Artikel zum normalen Preis kaufen und dieser ein paar Tage später reduziert sei, fügt er hinzu. „Aber es wird immer irgendwo was reduziert. Und die Auswahl ist vor Weihnachten natürlich größer.“

Die Rabatt-Aktionen dienen aber nicht nur den Kunden. Es muss auch Platz geschaffen werden. „Wir bekommen ständig neue Ware, wir werden ja jeden Monat beliefert“, sagt Lipp. Von verärgerten Kunden wisse er nichts, grundsätzlich würden sich die meisten Kunden über den Rabatt einfach freuen. „Viele nutzen jetzt die Zeit in ihrem Urlaub, um in Ruhe einzukaufen.“ Insgesamt mache man vor Weihnachten immer noch mehr Umsatz als danach.

Ob die Kunden mehr Gutscheine kaufen, um sie später bei Rabatt-Aktionen einzulösen? „Zweifellos gibt es viele Gutscheinkäufer, dieses Geschäft nimmt zu“, sagt Lipp. Da diese bei „Rid“ kein Verfallsdatum hätten, würden sie oft später erst eingelöst, jedoch unabhängig von Vergünstigungen.

Eine Rabatt-Aktion in Form von Gutscheinen bietet auch das Schuhgeschäft „Herrmann“ an – in erster Line für Stammkunden, doch in neueren Filialen profitieren laut Pressesprecherin Sandra Mücke auch Neukunden davon. Mit verärgerten Kunden habe man nur dann zu tun, wenn die Gutscheine mal zu spät im Briefkasten landeten, und nicht, weil nach Weihnachten alles günstiger sei. Die Stammkunden seien es schließlich gewohnt, zweimal im Jahr Rabatt-Gutscheine zu erhalten: im Sommer und eben nach Weihnachten.

Mit dem Umsatz läuft es jedoch ein bisschen anders als bei „Rid“: Die Kunden kommen eher nach Weihnachten zum Shoppen. Der Grund: Schuhe verschenken an Weihnachten ist laut Mücke „nicht so der Standard.“

Auch für die kleineren Läden wie die „Furore“-Geschäfte an der Pöltnerstraße gehört der Sonderverkauf kurz nach Weihnachten dazu: „Wir haben das ganze Jahr über Rabatt-Aktionen, immer schon haben wir Prozente gegeben“, sagt Eva Hartmann, Verkäuferin im „Furore“ an der Pöltner Straße 3. Bis zu 60 Prozent gibt es auf die Damenmode-Artikel. Dass man sich anpassen müsse, weil größere Geschäfte ihre Ware reduzieren, sei nicht der Fall. Auch Matthias Fink, Geschäftsführer des „Furore“-Geschäfts gegenüber, in dem Mode für Jüngere und Herrenmode verkauft wird, sagt, es sei normal, nach Weihnachten seine Wintermode loswerden zu wollen. Ihm sei bekannt, dass die Großen „gern und viel reduzieren“, wie er sagt. Wie er den Sonderverkauf in seiner Boutique regeln will, muss er sich noch überlegen, schließlich hat er das Geschäft erst im Sommer übernommen.

Diejenigen, die gern auf Schnäppchenjad gehen, sollten sich jedenfalls beeilen: In vielen Geschäften gilt der Schlussverkauf nur bis zum kommenden Samstag, 7. Januar.

Luca von Prittwitz

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