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Ein Dankeschön mit einer Rose bekam Sascha Schiementz (l.) von Anja Fischer und Josef Liebicher, weil er vorschriftsmäßig gep arkt hatte. Hinten von links: Andreas Wunder (Stadt). Michael Braun (Zweckverband) und Horst Martin (2. Bürgermeister). 

Weilheim

Keine Schonfrist für Raser

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Wer in Weilheim ab Juli rast, der muss zahlen. Vom ersten Tag an. Dies stellte der „Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberland“  klar.

Weilheim – Einen kurzen Augenblick rang Michael Braun, Geschäftsführer des „Zweckverbandes Kommunale Verkehrssicherheit Oberland“, nach Worten, dann nannte er die Idee der Stadt, Verkehrsverstöße nicht gleich ab Beginn der Messungen zu verfolgen „außergewöhnlich“. „Wenn wir anfangen zu messen, dann machen wir auch ernst“, stellte er  am Rande eines Pressetermins zur erstmals in Weilheim stattfindenden „Rosenaktion“ des Zweckverbandes fest. Jeder wisse, dass in einem Ort Tempo 50 gelte, so Braun weiter. Dass Verstöße von Anfang an verfolgt werden, „das ist ein Gebot der Fairness“.

Braun erteilte damit der Idee, den Autofahrern in Weilheim eine Übergangsfrist einzuräumen eine Abfuhr. Diese war in der Stadtratssitzung ins Spiel gekommen, als (gegen zwei Stimmen) beschlossen wurde, dass es ab Jahresmitte in Weilheim Tempomessungen geben soll. Inzwischen habe die Stadt von einer Schonfrist Abstand genommen, so deren Ordnungsamtschef Andreas Wunder. Die Autofahrer sollen aber seelisch und moralisch auf die neuen Kontrollen in der Kreisstadt vorbereitet werden. An den Ortseinfahrten werden Banner mit Hinweisen darauf angebracht. Auch auf den Veranstaltungstafeln seien solche vorstellbar, so Wunder.

Stadt und Zweckverband gehen davon aus, dass die Tempo-Kontrollen ab 1. Juli laufen. Ende April treffen sich Vertreter der  Mitgliedskommunen des in Bad Tölz ansässigen Zweckverbandes, der laut Braun eine Köperschaft öffentlichen Rechts und somit eine Behörde ist. In der Zweckverbandsversammlung muss die Aufnahme der Stadt Weilheim offiziell beschlossen werden.

Mit 40 Stunden im Monat steigt die Stadt bei den Tempokontrollen ein. Ob sie die Kontrollen später verstärkt oder runterfährt, hänge von den Ergebnissen ab, so Wunder. Laut Braun wurden bei Gründung des Zweckverbandes im Jahr 2007 im Durchschnitt aller Mitgliedskommunen 26 Verstöße pro Stunde registriert, heute sind es im Durchschnitt aller Mitgliedskommunen elf in der Stunde. 

Weilheims zweiter Bürgermeister Horst Martin (SPD) nannte die Tempokontrollen „bitter nötig“. Da die Polizei dies nicht leisten könne, habe sich die Stadt einen anderen seriösen Partner dafür gesucht.

Braun wehrte sich bei dieser Gelegenheit auch gegen Vorwürfe, die Ergebnisse der Tempokontrollen, die im vergangenen Jahr probeweise vorgenommen worden seien, seien nicht korrekt gewesen. „Das waren die gleichen Geräte, wie sie der Freistaat anwendet“, sagte er.

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