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Radltour für Jedermann: Tief im Westen von Weilheim gibt's viel zu sehen

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Von: Paul Hopp

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DLR-Bodenstation Weilheim in der Lichtenau mit Pferden im Vordergrund.
Landleben und Technik auf einem Foto: Die Tour führt an der Bodenstation des DLR in der Lichtenau bei Weilheim vorbei. © Paul Hopp

Wegen der Corona-Krise wird in den Sommerferien wohl vermehrt auf große Auslandsreisen verzichtet und Urlaub daheim gemacht. Deshalb bieten wir Ausflugstipps – auch über die Landkreisgrenzen hinaus. Heute: Mit dem Rad von Weilheim nach Westen und zurück.

Weilheim - Herrje, gerade einmal drei Minuten unterwegs – und schon prasseln dicke Regentropfen hernieder. Das Ganze weitet sich auf dem Radlweg am Narbonner Ring zu einem veritablen Schauer aus. Umkehren? Ach was! Es ist Sommer – und die Temperaturen sind im erträglichen Bereich. Am Dietlhofer See, von wo der Weg in Richtung Unterhausen führt, wird der Regen schon weniger. Und als es hinter Unterhausen über die Ammer in Richtung Lichtenau geht, schafft es die Sonne für ein paar Minuten durch die Wolkendecke und produziert einen stattlichen Regenbogen.

Radtour: Für alle gängigen Radtypen geeignet

Die 52-Kilometer-Rundtour, die, von Weilheim ausgehend, die Ortschaften Wessobrunn, Schellschwang, Rott, Dießen und Raisting passiert, ist ein echter Allrounder. Das heißt, sie ist für Familien und Genussradler gleichermaßen geeignet wie für sportlich-ambitionierte Zeitgenossen, die eine Trainingsrunde absolvieren wollen. Da der Weg ausschließlich über Teer führt, ist die Strecke für alle gängigen Fahrräder geeignet – selbst mit einem vom Autoren als „Stadtrad“ bezeichneten, vornehmlich zum Einkaufen genutzten Gerät.

Ein gewisses Repertoire an Gängen ist allerdings hilfreich, denn auf der ersten Hälfte geht es doch länger bergauf. Im Weilheimer Moos ist die Steigung kaum zu spüren, der Anstieg hinauf zur Lichtenau sorgt dann für den ersten Schweißausbruch. Die Mühe wird mit einem herrlichen Blick belohnt: rechts die weiß-strahlenden Antennen der DLR-Bodenstation, links ragen die (an diesem Tag wolkenverhangenen) Alpen und der Hohe Peißenberg empor. Der kurzen Abfahrt nach Zellsee folgt dann der Wessobrunner Berg. Auf dem Landwirtschaftsweg sind die Radfahrer vor den auf der Staatsstraße 2057 schnell dahinsausenden Autos sicher. Für einen bergab auf eben diesem Weg fahrenden Traktor erfolgt ein Halt am Wegesrand – der Fahrzeuglenker dankt mit einem Nicken.

Blick oberhalb von Haid in Richtung Süden mit Blick auf Hohen Peißenberg.
Auch und gerade bei wolkenverhangenem Himmel ein spektakuläres Panorama: der Blick vom höchsten Punkt der Strecke kurz vor Schellschwang in Richtung Süden mit den Häusern von Haid, dem Hohen Peißenberg und der Alpenkette im Hintergrund. © Paul Hopp

In Wessobrunn gibt’s eine kurze Verschnaufpause an der Klostermauer. Der Blick fällt auf den Römerturm und die Pfarrkirche St. Johannes Baptist – zwei beeindruckende Bauwerke. Ein wenig Plagen ist danach noch angesagt; erst geht es hinauf nach Haid und dann zum höchsten Punkt der Strecke am Abzweig nach Schellschwang. Jetzt nimmt das Tempo zu, denn bis zum Ortsschild von Rott geht es meist bergab. Kurz vor Straußhof und dem Abzweig auf die Staatsstraße nach Rott gibt es ordentlich Fauna zu sehen: Erst Kühe, dann Pferde und schließlich Raben- und Greifvögel sowie Hasen, die wenige Meter voneinander entfernt auf einer abgemähten Wiese sitzen.

Auf dem gut eineinhalb Kilometer langen Stück nach Rott und bis zur Abzweigung nach Dießen ist bisweilen ordentlich Verkehr. Danach wird es ruhiger und die Aufmerksamkeit kann wieder dem Rundherum aus Wiesen, Bergpanorama und Bäumen gelten. Zwei Störche – mittlerweile in der Region ein gewohntes Bild – staksen nahe der Straße auf einer Grünfläche umher, den Blick konzentriert auf den Boden gerichtet. Oberhalb von Dießen lohnt ein kurzer Stopp, denn das Panorama mit Ammersee, Kloster Andechs, Dießen, der Ebene nach Süden und den Alpen ist spektakulär – und das bei jedem Wetter.

Blick auf Römerturm und Pfarrkirche St. Johann Baptist in Wessobrunn
Beeindruckend: Der Römerturm am Kloster Wessobrunn. © Paul Hopp

Die Abfahrt nach Dießen ist lang und (wer es will) rasant, im Ort ist – je nach Tages- und Jahreszeit – mit einigem Verkehr zu rechnen. Ruhiger wird es in der Regel, wenn der Abzweig nach Raisting genommen ist. Im Ort geht es dann Richtung Sportzentrum, am Bahndamm entlang führt der Weg nach Unterhausen und mit einem Schlenker zum Dietlhofer See nach Weilheim zurück.

Karte mit der Rundtour von Weilheim aus in Richtung Westen und über Dießen zurück.
Von Weilheim (unten) führt der Weg westlich nach Rott, danach geht es nach Dießen (oben) und wieder zurück. © Paul Hopp

Infos zur Strecke: Die Rundstrecke mit Ausgangspunkt Weilheim ist rund 52 Kilometer lang und umfasst circa 320 Höhenmeter. Die Tour führt ausschließlich über Teerstraßen (meist Nebenstrecken) und ist mit allen gängigen Fahrrädern zu schaffen. Als Ausgangspunkt bietet sich der Parkplatz am Gögerl an. Mit vermehrtem Autoverkehr ist auf zwei kurzen Abschnitten zu rechnen: auf der Staatsstraße 2057 vom Abzweig von Straußhof bis nach Rott hinein (bis zur Abzweigung nach Dießen) und im Ortsgebiet von Dießen bis zum Abzweig nach Raisting. Gelegenheiten zur Einkehr bieten sich genug, und zwar in Cafés und/oder Gaststätten in Wessobrunn, in Rott, in Dießen und in Raisting.

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