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Geht mit einem lachenden und einem weinenden Auge: Regina Sieh.

Wechsel zur Generalstaatsanwaltschaft

Neue Herausforderung für  Direktorin des Weilheimer Amtsgerichts

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Eigentlich hat die Direktorin des Weilheimer Amtsgerichts, Regina Sieh, vorgehabt, bis zu ihrem Ruhestand in Weilheim zu bleiben. Doch dann kam überraschend das Angebot, als Leitende Oberstaatsanwältin Abteilungsleiterin an der jüngst wieder eingeführten Generalstaatsanwaltschaft in München zu werden. Diesen Posten hat sie bereits am 2. Januar angetreten. Zum Abschied kam sie noch einmal an die alte Wirkungsstätte nach Weilheim zurück.

Kam das Angebot, Leitende Oberstaatsanwältin zu werden und Weilheim zu verlassen, überraschend für Sie?

Nicht ganz. Ich habe aber erst kurz vor Weihnachten endgültig erfahren, dass ich ab Januar meine neue Stelle bei der Generalstaatsanwaltschaft in München antrete. Ursprünglich dachte ich ja, ich bleibe bis zum Ende meiner Berufstätigkeit in Weilheim.

Wieso ist es jetzt doch anders gelaufen?

Im Juli hat der bayerische Landtag beschlossen, dass wieder ein Bayerisches Oberstes Landesgericht und die entsprechende Abteilung bei der Generalstaatsanwaltschaft eingerichtet werden sollen. Weil ich so eine ähnliche Tätigkeit schon vor meiner Zeit in Weilheim ausgeübt habe, wurde ich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, diesen neuen Abteilungsleiterposten zu übernehmen. Die Entscheidung, nach München zu wechseln, ist mir nicht leicht gefallen. Direktorin eines Amtsgerichts zu sein, ist eine wunderbare Aufgabe. Aber eine Beförderung schlägt man eben nicht so einfach aus.

Was ist das Schöne an dieser Tätigkeit?

Ich konnte viel gestalten in den verschiedensten Bereichen. Und meine Arbeit war sehr vielfältig. Ich hatte viel mit Personal zu tun und auch mit Organisation. Daneben hatte ich unter anderem als Vorsitzende des Schöffengerichts auch noch eine Richteraufgabe. Das waren schöne Aufgaben, die mit einer großen Selbstständigkeit und hoher Verantwortung verbunden waren. Aber es hat mich auch sehr gereizt, zum Abschluss meines Berufslebens noch einmal eine neue Herausforderung anzunehmen. Außerdem ist mir nach fast drei Jahren das Pendeln zwischen Pasing und Weilheim zunehmend mühsam geworden. Jetzt bin ich in 20 Minuten im Büro in München.

Welche Aufgaben haben Sie nun in München?

Beim Bayerischen Obersten Landesgericht landen alle Fälle, bei denen das Ausgangsgericht ein Amtsgericht war und später Revision eingelegt wird. Das Gericht und auch wir sind für ganz Bayern zuständig. Die Überprüfung von Urteilen auf Rechtsfehler ist eine anspruchsvolle juristische Tätigkeit. Das verbunden mit dem Aufbau einer völlig neuen Abteilung hat mich doch sehr gereizt und stellt zum Abschluss meiner Berufstätigkeit nochmal eine neue Herausforderung dar.

Wenn Sie Ihre Zeit in Weilheim Revue passieren lassen, wie ist Ihre Bilanz?

Leider konnte ich nicht alles umsetzen, was ich vorhatte. Dazu kam das Ende der Zeit am Weilheimer Amtsgericht auch zu überraschend. Ich hatte die Vorstellung, das Gebäude zu modernisieren und zu öffnen. Teilweise ist mir das auch gelungen. Wir haben zwei Ausstellungen hier gehabt und einen „Tag der offenen Tür“, bei dem wir großen Zuspruch hatten. Andere Dinge konnte ich nur anstoßen und auf den Weg bringen.

Wie geht es jetzt am Weilheimer Amtsgericht weiter?

Die Direktoren-Stelle ist ausgeschrieben. Wenn die Bewerbungsfrist endet, folgt das Auswahlverfahren. Wie schnell es geht, bis mein Nachfolger oder meine Nachfolgerin feststeht, lässt sich nicht sagen. Das hängt von der Anzahl der Bewerber ab. Ich gehe davon aus, dass es mehrere geben wird. Bis meine Nachfolge geregelt ist, wird meine Stellvertreterin Christiane Serini das Weilheimer Amtsgericht leiten.

Interview: Kathrin Hauser

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