Mit vier Hebebühnen wickelt Reifen Baierlacher im Gewerbegebiet Trifthof sein Hofgeschäft bei Privatkunden ab.
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Mit vier Hebebühnen wickelt Reifen Baierlacher im Gewerbegebiet Trifthof sein Hofgeschäft bei Privatkunden ab.

9500 Quadratmeter werden modernisiert

Reifenimperium bezieht K&L-Zentrale

  • Jörg von Rohland
    VonJörg von Rohland
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Nach der schmerzhaften Schrumpfkur des Weilheimer Modehauses K&L ist für die großflächigen Gebäude im Paradeis ein neuer Mieter gefunden. Es ist ein alter Bekannter in der Kreisstadt: Reifen Baierlacher expandiert in der ehemaligen K&L-Zentrale.

Weilheim – Die gute Nachricht kam in der vergangenen Woche von der Firma Realogis, die auf die Vermietung und den Verkauf von Industrie- und Logistikimmobilien spezialisiert ist: Sie spricht von einem „der größten Mietvertragsabschlüsse im Bereich Industrie- und Logistikimmobilien im Münchener Raum“, den sie noch 2020 habe vermitteln können.

9500 Quadratmeter werden nutzerspezifisch modernisiert

Bekanntlich hatte K&L nach der Übernahme durch Schuh Schmid seine Logistik nach Augsburg verlagert. Die großen Flächen im Paradeis wurden nicht mehr gebraucht. Mit der Familie Ruppert (RER Ruppert Real Estate), der die Immobilien im Paradeis gehören, einigte man sich auf den Umzug in ein kleineres Gebäude. 90 K&L-Mitarbeiter sind darin jetzt noch in Einkauf und Vertrieb sowie in der Lohn- und Personalbuchhaltung beschäftigt (wir berichteten).

In dem leer stehenden Gebäudeensemble, das laut Realogis satte 15 500 Quadratmeter Nutzfläche bietet, kehrt jetzt langsam wieder Leben ein. „Aktuell werden zirka 9500 Quadratmeter nutzerspezifisch modernisiert und auf die Bedürfnisse des neuen Mieters umgebaut“, heißt es in der Mitteilung. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit der Firma Reifen Baierlacher GmbH langfristig einen bonitätsstarken Mieter für unsere Immobilie gefunden haben“, wird darin auch Bernhard Winnen von RER Ruppert Real Estate zitiert.

In der ehemaligen K&L-Zentrale im Paradeis, die angemietet wurde, wird das Unternehmen seinen Wachstumskurs fortsetzen.

Bei Reifen Baierlacher betont man indes, dass sich für die Kunden nichts ändern wird. So wird nach Angaben von Geschäftsführer Manuel Baierlacher am jetzigen Sitz an der Holzhofstraße im Gewerbegebiet Trifthof alles bleiben, wie es ist. Mit vier Hebebühnen wickelt das Unternehmen dort sein Hofgeschäft bei Privatkunden ab.

Das Unternehmen ist aber weit größer, als es für die Autofahrer, die zum Reifenwechsel nach Weilheim kommen, auf den ersten Blick den Anschein hat: Seit seiner Gründung im Jahr 1971 wächst die Firma kontinuierlich. Walter Baierlacher war 1980 in den Autozubehör-Handel seines Bruders Werner eingestiegen und hatte sich nach der Übernahme 1984 auf Reifen und Räder im Einzel- und Großhandel spezialisiert. Dazu kamen auch Reparaturen und ein Autoteilevertrieb. 2014 übergab Walter Baierlacher den Betrieb dann an seinen Sohn Manuel.

Baierlacher verkaufte das Unternehmen an die Goodyear-Gruppe

Der wiederum machte im vergangenen Jahr den nächsten großen Schritt: Wie der Fachpresse zu entnehmen ist, verkaufte Baierlacher im Frühjahr 2020 das Unternehmen an die Goodyear-Gruppe: Mit dem Ziel, weiter zu wachsen.

Manuel Baierlacher und sein Management-Team blieben dem Unternehmen freilich erhalten. Das Unternehmen in Weilheim werde weiterhin in hohem Maße eigenständig und flexibel agieren, den mittelständischen Kunden- und Mitarbeiterfokus beibehalten „und gleichzeitig von der starken Markenbekanntheit und den Strukturen eines weltweit agierenden Reifenherstellers profitieren“, hieß es nach der Übernahme.

Mit der Erweiterung im Paradeis dürfte die Expansion jetzt weitergehen. Der Baierlacher-Homepage ist zu entnehmen, dass schon jetzt mehr als 50 000 lagernde Reifen der verschiedensten und führenden Hersteller verfügbar sind. Damit könne man stets auch auf kurzfristige Bedürfnisse am Markt reagieren.

Für Details zu dem Umzug verwies Manuel Baierlacher auf Anfrage auf die Goodyear-Dunlop Pressestelle in Hanau. Dort lehnte man eine entsprechende Anfrage allerdings ab.

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