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Wenn Eurowings-Flieger abheben , dann oftmals verspätet.

Reisebüros und Eurowings

Ärger vor dem Abflug

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Auch im Landkreis leiden Reisebüros unter dem Flugplanchaos bei Eurowings. Das sind ihre Erfahrungen.

Landkreis – Seit Wochen verärgert die Lufthansa-Tochter Eurowings die Reisebranche. Der unregelmäßige Flugbetrieb mit Änderungen und Streichungen nervt Passagiere und Reisebüros. Grund sind die anfällige Flugzeugflotte sowie organisatorische und personelle Probleme. Eurowings hatte sich Strecken, Flieger und Personal der insolventen Air Berlin einverleibt. Ende Juni machten 130 Reisebüroinhaber bundesweit ihrem Unmut in einem Protestschreiben an den Billigflieger Luft. Probleme mit der Airline haben auch Reisebüro-Mitarbeiter im Landkreis.

„Momentan ist es nicht lustig“, sagt Alen Foglar vom Reisebüro Simader in Weilheim. „Wir haben sehr, sehr viele Flugverschiebungen und Verspätungen.“ Ein bis zwei Stunden hinterm Zeitplan seien nicht dramatisch, aber wenn es mehr würde, „sind die Kunden nicht begeistert“. Vor allem, wenn es um Rundreisen geht, die mit Anschlussterminen verknüpft sind. Zu 98 Prozent betrifft bei Simader das Ärgernis Urlaubsreisen. Geschäftsleute sind weniger betroffen. Bis zu 40 Verspätungsfälle hat Foglar bereits gezählt. Zuletzt unter anderem den Fall, wo ein Flieger von Ibiza nach Wien erst um 23 Uhr startete. Landung war dann um 3 Uhr nachts. Foglars Problem: Kommt die Info von Eurowings kurzfristig im Büro an, ist es schwierig, einen Ersatzflieger zu besorgen.

In Penzberg muss Judith Stoll, Büroleiterin des Volksbank-Reisebüros, der Probleme Herr werden. „Wir haben es massiv gemerkt.“ In der Woche „mindestens zwei“ Flugzeitänderungen hat Stoll verzeichnet, von einer Verspätung berichtet sie. In der Regel hatte die Airline drei bis vier Wochen vorher Bescheid gegeben. Ärgerlich auch für Stoll, wenn es kurzfristig geschieht. So wie bei dem Kunden, der pünktlich zur Übertragung des deutschen Nachmittagsspiels bei der Fußball-WM in Mallorca sein wollte und dessen Flieger erst um 14 Uhr abhob. „Aber es ging nicht anders“, bedauert Stoll.

Karl Schramm schnauft derweil durch. Der Inhaber von „Tscharlie’s Reisen“ in Peiting ist beim Eurowings-Ärger „mit einem blauen Auge davongekommen“. Flugausfälle hat er bislang nicht zu verzeichnen. Allerdings litten auch seine Kunden unter Flugplanänderungen. Der Inhaber spricht von „maximal einer“ in der Woche. „Das ist eine Handvoll.“ Betroffen waren hauptsächlich Kurzflüge, die Langstrecke sei kein Problem. In den meisten Fällen wurde sein Büro direkt informiert, sodass Schramm Abhilfe schaffen konnte. „Meine Kunden sind immer transportiert worden.“

An dem Branchenprotest gegenüber Eurowings haben sich die drei Reisebüros nicht beteiligt. In Penzberg rät Büroleiterin Judith Stoll ihren Kunden jedoch: Wenn es möglich ist, auf andere Airlines ausweichen. „Aber es gibt keinen wirklichen Tipp.“ Alen Foglar erwartet nicht, dass der Billigflieger unangenehme Konsequenzen spüren wird: „Über den Preis geht leider Gottes nach wie vor alles.“

Ein Ferienchaos erwarten die Fachleute trotzdem nicht. Judith Stoll beruft sich darauf, dass die Airline ihre Flugplanänderungen ja meist bereits kommuniziert habe. „Im Vorfeld ist alles geregelt“, hofft auch Karl Schramm. Und Alen Foglar hat „mehr Angst vor einem Streik“. Als im Juni Fluglotsen in Frankreich und Italien die Arbeit niederlegten, erklärte Eurowings seine Probleme auch damit. Ihren Optimismus schöpfen die Reisebüros aus einer Prognose von Branchenprimus TUI. In einem „Chefrundschreiben“ an seine Partner rechnet der Reiseveranstalter „ab Juli mit einer Beruhigung der Lage“ und einem eigenen stabilen Programm in der Hochsaison. „Im Winter 2018/19 wird sich die gesamte Marktsituation entspannen“, heißt es. Bei „Tscharlie’s Reisen“ hat Inhaber Schramm sich seine Meinung zu Eurowings gebildet. Im Mai flog er nach Kreta. „Vom Service her war es unter aller Kanone.“

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