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Strahlend hell präsentiert sich die Dreifaltigkeitskirche wieder, auch dank der vielen Spenden, die  von (v.l.) Ingo Remesch, Angelika Flock, Wilhelm Handel, Brigitte Holeczek und Dr. Joachim Heberlein gesammelt wurden.

Restaurierung der Dreifaltigkeitskirche ist abgeschlossen

Eine Benefizaktion, die ihresgleichen sucht

Eine der größten Benefizaktionen der jüngeren Weilheimer Geschichte ist abgeschlossen. Für die Restaurierung der Dreifaltigkeitskirche beim Heilig-Geist-Spital kamen auf den Cent genau 74.162,13 Euro zusammen.

Weilheim – Es waren derTatendrang und Ideenreichtum von Initiator und Stadtrat Ingo Remesch, der dritten Bürgermeisterin Angelika Flock, Stadträtin Brigitte Holeczek, Dr. Joachim Heberlein und Wilhelm Handel, der die Weilheimer (und einige Auswärtige) dazu veranlasste, an der Aktion mitzuwirken und auch die Geldbörse zu öffnen. Nach der Auflösung des Spendenkontos zum 31. Dezember 2017 war es den fünf ein Bedürfnis, sich mit einem Blick zurück auf fast vier ereignisreiche Jahre bei allen großzügigen Unterstützern der Aktion zu bedanken. Remesch: „Wir wollen einen schönen Punkt an den Schluss setzen!“

Seit am 1. Dezember 1943 das Spitalvermögen in das Eigentum der Stadt überführt wurde, um es dem Zugriff der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV) zu entziehen, ist Weilheim im Besitz einer Kirche. Weil deren Dachstuhl schon seit Jahren marode war, beschloss der Stadtrat Anfang 2014 die Renovierung des städtischen Gotteshauses. Mit Beginn der neuen Stadtratsperiode im Mai des gleichen Jahres bildete sich auf Anregung von Remesch spontan eine Initiative mit dem Ziel, die bis dato vielen Weilheimern kaum bekannte Dreifaltigkeitskirche näherzubringen und gleichzeitig Gelder für die Restaurierung zu sammeln.

„Wir waren uns gleich einig, dass wir da überparteilich und überkonfessionell etwas machen wollen“, sagte Brigitte Holeczek, als das Team sich noch einmal in der Kirche traf. „Jeder hat so seine Netze ausgeworfen“, berichtete Remesch. Schnell sei „eine enorme Sympathie“ für das Vorhaben entstanden. Praktisch alle Anfragen um Unterstützung seien positiv beschieden worden, so berichteten die Mitglieder der Gruppe übereinstimmend.

Schon bald kristallisierte sich die Etablierung einer Benefiz-Veranstaltungsreihe in der Dreifaltigkeitskirche als das Mittel der Wahl heraus: Mehrere hundert Interpreten aus den verschiedensten Genres spielten und sangen – von klassicher Musik über Volksmusik und Gospel bis hin zur Blasmusik war alles geboten.

Eine szenische Lesung des 3. Teils der Weilheimer Passion erlebte ihre Uraufführung, ein musikalischer Märchenabend sprengte die Grenzen üblicher Kirchenprogramme und die Aufführung der „Carmina Burana“ fast den Marienplatz.

Über drei Jahre hinweg lockten ein Rockkonzert in der Schmiedstraße, das Passionssingen in der Stadtpfarrkirche und viele andere Angebote einige tausend Menschen zu den Benefizveranstaltungen. „Wir standen dann jedes mal mit Körbchen da“, erinnerte sich Angelika Flock, denn stets verließ sich die Gruppe mit ihren Mitstreitern auf die Spendenfreudigkeit der Gäste.

Während diese Aktionen liefen, verwandelte sich die Spitalkirche langsam von einem grauen, verblichenen Bau in ein strahlendes Gotteshaus, in dem vor allem die katholische Gemeinde inzwischen regelmäßig Gottesdienste, Beerdigungsmessen und Rosenkränze zelebriert. „Die Kirche schaut jetzt wirklich wieder so aus wie 1909“ sagte einer, der es wissen muss. Dr. Joachim Heberlein, mittels Helmaufschrift liebevoll zum „Heiliggeist-Capo“ gekürt, brachte sich nicht nur kulturell, sondern auch mit seiner Kenntnis über die Historie des Gebäudes ein.

Quasi den Ritterschlag erhielt die rund 1,6 Millionen teure Renovierung des Gebäudes von der „Stiftung Denkmalschutz“, die gemeinsam mit anderen Institutionen den erheblichen Anteil von 660.000 Euro finanzierte. „Die waren sowas von angetan“, sagte Flock begeistert über das Lob von höchster Warte.

Wo die Gelder der Spender geblieben sind, zählte Heberlein auf. Finanziert wurde zum einen die Restaurierung aller Altarbilder, der Statuen, Kreuzwegstationen und Altarleuchter ebenso wie zum anderen die bildhauerische Ergänzung der Seitenaltäre und die Vergoldung des Dachreiter-Kreuzes.

Die „Fünf von der Dreifaltigkeitskirche“ wollten allen herzlich danken, die dafür gesorgt haben, „dass alles wieder so toll aussieht“. Und sie waren bei dieser Zusammenkunft fast etwas wehmütig. In aufgeräumter Laune fiel da schon das ein oder andere lachende Wort von einem nächsten Projekt...

Emanuel Gronau

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