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Riesiges Neubau-Vorhaben der Handwerkskammer in Weilheim: Grüne sind „irritiert“

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Von: Magnus Reitinger

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Grundstücke neben der Berufsschule Weilheim
Auf den Grundstücken neben der neuen Berufsschule am Stadtrand von Weilheim soll das modernste Bildungszentrum des Handwerks in Oberbayern entstehen. © Gronau

Der geplante Neubau der Handwerkskammer am Stadtrand von Weilheim war erstmals Thema in öffentlicher Stadtratssitzung - aber nur kurz. Mangels offizieller Beschlüsse wunderte sich die Grünen-Fraktion über die Aussage, die Stadt befürworte das Projekt.

Weilheim – „Irritiert“ zeigt sich die Grünen-Fraktion im Weilheimer Stadtrat über eine im „Weilheimer Tagblatt“ zitierte Aussage, laut der „die Stadt Weilheim“ das Neubau-Vorhaben der Handwerkskammer nördlich des Narbonner Rings „ausdrücklich befürwortet“. Wie berichtet, will die Handwerkskammer für München und Oberbayern auf grüner Wiese neben der neuen Berufsschule ihr neues Bildungszentrum errichten. Bürgermeister Markus Loth (BfW) sagte dazu gegenüber unserer Zeitung, dieses Vorhaben sei „eine ideale Ergänzung für den Ausbildungsstandort Weilheim“. Die Stadt befürworte das Projekt und wolle die bislang meist landwirtschaftlich genutzten Grundstücke, auf denen der Neubau geplant ist – das Areal hat insgesamt rund 35.000 Quadratmeter – als Sondergebiet „Betriebliche Ausbildung“ ausweisen.

Grüne: „Es fand keine Beratung statt“

Indessen weisen die Grünen-Stadträte darauf hin, dass zu diesem Thema bisher „nach unserem Kenntnisstand keine Beratung stattfand und auch keine Beschlüsse gefasst wurden“. In den „eigentlich zuständigen Gremien der Stadt Weilheim“, also im Stadtrat und dessen Ausschüssen, sei darüber bis dato „lediglich nicht-öffentlich informiert“ worden. Deshalb bat die Fraktion nun per schriftlicher Anfrage um Aufklärung, „auf welche Beschlüsse der zuständigen Gremien“ sich die zitierte Aussage gründe.

Stadt verweist auf Synergieeffekte

Die Antwort gab in der jüngsten Stadtratssitzung Manfred Stork seitens des Stadtbauamtes: Demnach sei die Handwerkskammer im Zuge des Neubaus der Berufsschule am Narbonner Ring durch den Landkreis auf die Stadt zugekommen – „mit der Bitte um Prüfung, inwieweit der Neubau eines Berufsbildungszentrums neben der neuen Berufsschule Aussicht auf Erfolg hätte“. „Dass hierbei gewisse Synergieeffekte gegeben sein werden“, so Stork weiter, „steht sicher außer Zweifel“.

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Im Rahmen seines allgemeinen Beratungsauftrages habe das Stadtbauamt daraufhin „zunächst die Möglichkeiten zur Baurechtsschaffung aufgezeigt“. Die dafür notwendige Änderung des Flächennutzungsplanes und Aufstellung eines Bebauungsplanes ist Stork zufolge möglich, „da die beantragten Flächen einen Lückenschluss zwischen dem Bebauungsplan der Berufsschule und dem östlich angrenzenden Bebauungsplan ,Freizeitzentrum Narbonner Ring’ bilden“.

Kontroverse Diskussion unter Fraktionssprechern

Das Ansinnen der Handwerkskammer sei den Fraktionsvorsitzenden und Gruppensprechern des Stadtrates in einer Fraktionssprechersitzung am 26. Juli 2021 vorgestellt worden. „Trotz kontroverser Diskussion über eine mögliche Bebauung zeichnete sich dabei mehrheitlich ein positiver Trend der Fraktionen ab“, resümiert der Leiter der städtischen Bauverwaltung.

Wissen wollten die Grünen in ihrer Anfrage auch, ob die Stadtverwaltung der Handwerkskammer bereits Unterstützung für ihr Vorhaben leistete. Storks Antwort darauf; Man habe die Handwerkskammer „beratend im Hinblick auf die notwendigen Bauleitplanungen unterstützt“.

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