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Feierten die Enthüllung des Meilensteins: (v.l.) Klaus Hecker („Mohrenweiser“), Landrätin Andrea Jochner-Weiß, Philipp Mößmer, Thomas Schweiger („CP Kunst- und Kulturstiftung“), Horst Martin, Korbinian Steigenberger (Wielenbachs Bürgermeister), Martin Höck (Raistings Bürgermeister), Dr. Joachim Heberlein, Markus Lanz (Sparkassenstiftung) und Ulrike Seeling.

Weilheim/Raisting/Wielenbach

Ein Meilenstein für die Region

Nun steht er, der Meilenstein, der auf die Römerstraße in der Region aufmerksam macht. Drei Gemeinden hatten dafür gemeinsame Sache gemacht.

Weilheim – Nach knapp einem Jahr steht der Meilenstein, dessen Errichtung die Stadt Weilheim und die Gemeinden Wielenbach und Raisting im November 2016 beschlossen haben. Bei kaltem Wetter hatten die Vertreter der Kommunen den Standort für das Denkmal zur Erinnerung an die Römerstraße ausgesucht. Bei seiner Enthüllung, zu der etwa zwei Dutzend Gäste gekommen waren, machte der goldene Oktober seiner Bezeichung alle Ehre.

Ulrike Seeling vom „Verein zum Erhalt des Oberlandes“ würdigte in ihrer Festrede besonders das Engagement von Gerhard Weber. Dieser hatte vor über einem Jahr die Initiative zur Errichtung des Denkmals ergriffen. Es soll, wie Weber bei der Planung sagte, auf das bedeutende historische Relikt aus der Römerzeit aufmerksam machen, das an dieser Stelle noch gut sichtbar ist. Die ehemalige Straße zeichnet sich in dem flachen Gelände als leichte Erhebung ab. Sie verläuft von Wielenbach nach Westen, macht westlich des Feldwegs, an dem der Meilenstein steht, einen Knick nach Nordwesten und verläuft dann schnurgerade Richtung Raisting.

Der Abschnitt zwischen Wielenbach und Raisting ist besonders gut erhalten und sichtbar. Die „Brennerstraße“ war nach der über den Reschenpass verlaufenden „Via Claudia Augusta“ die zweite wichtige römische Straßenverbindung über die Alpen. Mit ihrer geringen Scheitelhöhe von nur 1370 Metern entwickelte sich die vor 1800 Jahren gebaute Straße zum bis heute bedeutendsten Verkehrsweg über die Alpen.

Vom Standort des Meilensteins sind es nach Rom 588 römische Meilen, nach Augsburg 43. Eine römische Meile sind 1000 römische Doppelschritte, die ungefähr 1,48 Kilometern entsprechen. Auf der Römerstraße hatte der Reisende von dieser Stelle aus also ungefähr noch 64 Kilometer bis Augsburg oder 870 Kilometer bis Rom vor sich.

Das Denkmal, das der Steinmetzmeister Philipp Mößmer gestaltet hat, besteht aus Thüster Kalkstein, der aus Salzhemmendorf bei Hannover stammt. Der Stein hat laut Mößmer gegenüber dem heimischen Tuff den Vorteil, dass er eine sehr glatte Oberfläche hat, auf der die Inschrift gut zu lesen ist.

Um auf die Römerstraße und den Meilenstein hinzuweisen, werden in Weilheim, Wielenbach und Raisting Infotafeln aufgestellt, deren Texte der Historiker Dr. Joachim Heberlein verfasst hat. Der „Verein zum Erhalt des Oberlands“ wird laut Seeling an geeigneten Stellen in der Region zudem ein Infoblatt über die Römerstraße auslegen. Finanziert wurden der Stein und die Tafeln größtenteils von der Jubiläumsstiftung der Sparkassen, die 5000 Euro zahlte. Weitere Sponsoren sind die „CP Kunst- und Kulturstiftung“ und die Firma „Mohrenweiser“. Die restlichen Kosten teilen sich die drei beteiligten Kommunen.

Alfred Schubert

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