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Rund zwei Dutzend Vertreter der IHK befassten sich bei der Sitzung des Regionalausschusses mit Themen wie dem Neubau der Berufsschule und dem „Brexit“, der vielen Firmen Kopfzerbrechen bereitet. 

ihk-Regionalausschuss

Rückendeckung für Berufsschul-Neubau

In der Weilheimer Berufsschule fand die Sitzung des Regionalausschusses der Industrie- und Handelskammer (IHK) für München und Oberbayern statt. Dabei wurde klar: Der Landkreis hat bei seinem Berufsschul-Neubau die volle Unterstützung des Ausschusses.

Weilheim – Schulleiter Dr. Burkhard Küster stellte die aktuelle Situation der Berufsschule und die Pläne für den Neubau vor. Die Schule, die als Kompetenzzentrum ein Kerneinzugsgebiet von vier Landkreisen – Weilheim-Schongau, Garmisch-Partenkirchen, Starnberg und Landsberg am Lech – hat, sei für 900 Schüler geplant worden und habe aktuell 1748 Schüler, darunter 120 berufsschulpflichtige Asylbewerber und Flüchtlinge. Die räumliche Enge sei, so Küster, ein großes Problem, was er anhand von Fotos aus den Werkstätten belegte.

Kritik übte Küster an einigen Teilnehmern der öffentlichen Diskussion über den Neubau am Narbonner Ring. „Es schwirren sehr viele Meinungen rum, die postfaktisch sind“, sagte er. Zu beachten sei dabei, dass eine gewerblich-technische Berufsschule eine Fülle von technischen Spezialräumen und Werkstätten benötige. An der Berufsschule werden Berufe aus 13 verschiedenen Gewerken der Industrie und des Handwerks unterrichtet. „Für den Neubau setzen wir auf eine qualitativ hochwertige, vor allem robuste Ausstattung, die aber nicht über das benötigte Maß hinausgeht“, sagte Küster. Die neue Schule soll im April 2021 eröffnet werden.

Laut Ausschussvorsitzendem Herbert Klein wird in der Diskussion die falsche Frage gestellt. Es sollte nicht gefragt werden, was die neue Schule koste, sondern: „Was bekommen wir dafür?“ Ein gute Schule würde die Schüler zu qualifizierten Arbeitskräften ausbilden, und genau die bräuchte die Wirtschaft. Klein: „Gute Ausbildung ist die Basis unseres Erfolgs.“ Deshalb müsse die Berufsschule auch gut ausgestattet sein.

Am Preis der Schule, für die laut Landrätin Andrea Jochner-Weiß Investitionen in Höhe von 64,8 Millionen Euro vorgesehen sind, wurde keine Kritik geübt.

Eine Berufsschule für den Landkreis?

Allerdings sollte laut Hans Medele und Florian Lipp geprüft werden, ob nicht eine Berufsschule für den Landkreis reicht. Eine Zusammenlegung der Weilheimer Berufsschule mit der Schongauer hätte laut Küster die Kosten für den Neubau in Weilheim deutlich erhöht.

Die IHK will laut Mitarbeiterin Marina Gattinger künftig die Nachwuchswerbung in den Schulen verstärken. Lehrlinge sollen als Ausbildungs-Scouts die Schüler über die Ausbildungsmöglichkeiten informieren. Bisher seien 315 Schüler in 15 Klassen erreicht worden, und die Resonanz sei positiv. Im Landkreis Weilheim-Schongau gibt es aktuell 25 Ausbildungs-Scouts.

Laut IHK-Hauptgeschäftsführer Peter Kammerer befinden sich sowohl die wirtschaftliche Lage als auch die Erwartungen der Unternehmer auf dem höchsten Stand seit 25 Jahren. Allerdings mache sich ein Abwartehaltung wegen der Bundestagswahlen bemerkbar. Die Wirtschaft bräuchte zudem klare Regeln zur Beschäftigung von Asylbewerbern, forderte Kammerer, Seinen Worten nach hat eine Umfrage ergeben., dass 44 Prozent der Unternehmer den „Brexit“ als Risiko sehen.

Zufrieden seien die Unternehmer in Oberbayern hingegen mit dem Bundesverkehrswegeplan. „Da hat unser Minister gute Arbeit geleistet“, lobte Kammerer. Es gab aber auch Kritik für Alexander Dobrindt. Es gebe zwar viele Einzelprojekte, es werde aber zu wenig Wert auf durchgehende Straßen gelegt.

Alfred Schubert

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