Einige Saatkrähennester befinden sich aktuell gegenüber des Landratsamts in der Stainhartstraße. Gronau
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Einige Saatkrähennester befinden sich aktuell gegenüber des Landratsamts in der Stainhartstraße.

Vergrämung nach Nestbau eingestellt

Saatkrähen sind teilweise umgezogen

  • Franziska Florian
    vonFranziska Florian
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Die Saatkrähen in Weilheim sorgen oftmals für viel Dreck und Ärger – auch bedingt durch ihren Kot. Die Stadt hat deshalb bereits etwas gegen die Vögel unternommen, um sie in Richtung Stadtrand zu verscheuchen. Jetzt mussten die Vergrämungsmaßnahmen wegen des einsetzenden Nestbaus eingestellt werden.

Weilheim – Saatkrähen sind seit vielen Jahren ein echtes Ärgernis für die Weilheimer Bürger. Die Stadt erklärte sich bereit, etwas gegen die Vögel zu unternehmen. Daraufhin hat ihr die Regierung von Oberbayern als zuständige höhere Naturschutzbehörde mit einer artenschutzrechtlicher Ausnahmegenehmigung erlaubt, Vergrämungsmaßarbeiten durchzuführen (wir berichteten).

Zunächst waren die Maßnahmen bis 15. März befristet, teilte Bürgermeister Markus Loth (BfW) in einem Schreiben mit. Doch die Stadt Weilheim stellte erneut einen Antrag bei der Regierung von Oberbayern, die einer Verlängerung bis vorgestern, Mittwoch, 24. März, zugestimmt hatte. Wegen des Nestbaus der Saatkrähen, der jetzt eingesetzt hat, können weitere Vergrämungsmaßnahmen nicht mehr genehmigt werden, so Loth weiter. Deshalb wurde das Vergrämungsgerät, das verschiedene Warnrufe von Rabenvögeln imitiert und bis gestern im Paradeis eingesetzt war, abgeschaltet und abgebaut.

Bisher waren die Maßnahmen erfolgreich wie sich am Beispiel des Oberen Grabens zeigte: Die Krähen beim Finanzamt haben den Platz scheinbar verlassen und sich auf andere Standorte verteilt. Beispielsweise in unmittelbarer Nähe zum Maibaumpark, westlich gegenüber des Landratsamtes in der Stainhartstraße und in Richtung Röntgenstraße an der Kreuzung zur B 2 haben sich die Vögel in großen Bäumen niedergelassen und ihre Nester errichtet.

Auch in der Oberen Stadt gibt es seit Neustem ein paar Saatkrähen, die sich dort in einem Baum eingenistet haben. Wie Anwohner berichteten, haben sich seit den Vergrämungsmaßnahmen auch bei ihnen am nördlichen Ende der Karolingerstraße in dem kleinen Waldgebiet in Richtung des Kleingartenbereichs Kolonien angesiedelt, die vorher nicht da gewesen sind. Bei der Friedhofskirche in Weilheim tummeln sich derzeit ebenfalls viele der unliebsamen Vögel.

Lediglich an der Ecke Paradeisstraße/Ybelherstraße, wo bereits Vergrämungsmaßnahmen stattgefunden haben, waren die Maßnahmen offenbar noch nicht ganz erfolgreich, denn dort sind bei den Wohnblöcken noch viele Nester inklusive Saatkrähen in den Bäumen zu sehen. „Der Bauausschuss hat beschlossen, ein grundsätzliches Konzept mit allen betroffenen Fachstellen und Fachverbänden zur Wiedergewöhnung der Vögel an den Außenbereich zu erarbeiten“, teilte Bürgermeister Loth mit.

Jedoch wird es mehrere Jahre dauern, bis die Saatkrähen aus dem Stadtgebiet verschwunden sind. „Wir bitten daher alle von Saatkrähen betroffenen Bürgerinnen und Bürger um Einsicht für die Belange des Artenschutzes und um Geduld“, hieß es in dem Schreiben abschließend.

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